Matthias Laurin gewinnt die Deutschen Meisterschaften für Stuckateure

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 Matthias Laurin, der Deutsche Meister der Stuckateure, richtet Gipskartonplatten für den Innenausbau her.
Matthias Laurin, der Deutsche Meister der Stuckateure, richtet Gipskartonplatten für den Innenausbau her. (Foto: ZDB/Küttner)
Redakteur Sigmaringen

Bei den Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen in Erfurt hat Matthias Laurin (24) aus Albstadt in der Sparte Stuc-kateure die Goldmedaille gewonnen und ist somit der beste Stuckateur Deutschlands. Laurin setzte sich gegen sechs Kontrahenten aus anderen Bundesländern durch. Ausgebildet wurde er bei der Firma Stuckateur und Tiefbau Hahn in Frohnstetten.

„Nein, ich habe nicht mit der Goldmedaille gerechnet. Jeder hätte hier gewinnen können, alle waren sehr gut. Ich fand die Aufgabe aber schon sehr anspruchsvoll, hatte mit leichteren Aufgaben gerechnet“, kommentierte Matthias Laurin nach der Siegerehrung und der Bekanntgabe der Ergebnisse.

Matthias Laurin kommt aus Ebingen und hat dort sein Abitur gemacht. Nach zwei Monaten Studium des Maschinenbaus an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen erkannte er, dass ihm die viele Theorie in diesem Studium nicht liegt und so entschloss er sich zu einer Berufsausbildung. „Ich wollte was machen, was Spaß macht und bei dem man am Ende des Tages sehen kann, was man geschafft hat“ sagt Laurin. Als Stuc-kateur könne man kreativ arbeiten, dass habe ihn an dieser Ausbildung gereizt. Im September 2015 hat er dann die Ausbildung begonnen und nach zweieinhalb Jahren mit dem Gesellenbrief und der Note „Sehr gut“ abgeschlossen.

Für die Handwerkermeisterschaften können sich alle Absolventen mit einer Abschlussnote von „Gut“ und besser bei der Handwerkskammer bewerben und so wurde Laurin Kammersieger bei der Handwerkskammer Reutlingen.

Damit war er zugleich für die Landesmeisterschaften qualifiziert. Nachdem Laurin auch hier als Landessieger hervorging, qualifizierte er sich schließlich für den Bundeswettbewerb am 11. und 12. November in Erfurt. Die Teilnahme an diesen Meisterschaften ist natürlich freiwillig, aber man kann hier auch seine beruflichen Fähigkeiten herausstellen.

Praktische Aufgaben in vier Teilbereichen

„Die Aufgaben im Wettbewerb sind in erster Linie praktischer Natur, aber natürlich wird auch überprüft, wie die Theorie umgesetzt wird und ob man die Arbeitsregeln einhält“, erklärt Laurin. Die Wettbewerbsteilnehmer der Stuckateure hatten Aufgaben in vier Teilbereichen.

Als erstes galt es, eine Metallständer-Konstruktion in Trockenbauweise herzustellen. Diese musste mit Gipskartonplatten beplankt werden, die Oberfläche war dann vollflächig zu verspachteln. Beim Aufgabenteil Stuck waren mit Hilfe einer gestellten Schablone Stuckprofile zu ziehen und entsprechend des Plans anzupassen und anzubringen. Beim Teil „Freie Gestaltung“, hatten die Teilnehmer die Aufgabe, eine fest definierte Fläche nach eigenen Vorstellungen mit Putz und Farbe frei zu gestalten.

Eine Jury begutachtete die Ergebnisse der Aufgaben, prüften Passgenauigkeit, Sauberkeit der Arbeit und dergleichen. Danach wurden Punkte vergeben und der Teilnehmer mit den meisten Punkten war dann der Sieger.

Bereits seit April ist der beste deutsche Stuckateur selbstständig und leitet den Trockenbau-Montagebetrieb Matthias Laurin. Das Geschäft läuft angesichts des Baubooms bestens und nimmt den jungen Handwerker zeitlich sehr in Anspruch. Dennoch hat er sich als nächstes Ziel den Stuckateur-Meister gesetzt. Ob dann doch noch ein Studium, folgt ist offen. „Man sollte sich immer naheliegende Ziele stecken und einen Schritt nach dem anderen machen“, sagt der stolze Deutsche Meister.

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