Kindergruppen zeigen sich bewegungsfreudig

Lesedauer: 6 Min
 Die Sporty-Teens zeigen bei der Turnschau ihre Künste am Schwebebalken.
Die Sporty-Teens zeigen bei der Turnschau ihre Künste am Schwebebalken. (Foto: Rüdiger Grimm)
Rüdiger Grimm

Unter dem Motto „Bunt wie ein Regenbogen“ hat der Turnverein 1862 Meßkirch in der Stadthalle eine rund dreistündige Kinderturnschau veranstaltet. Acht Gruppen in den Altersklassen von zwei bis 13 Jahren haben den zahlreich erschienenen Besuchern mit sichtlicher Freude gezeigt, dass Bewegung mehr Vergnügen als Mühe ist.

Insbesondere den Kleinsten unter den Teilnehmern, „Turnflöhe“ genannt, die mit Mama oder Papa, manchmal auch mit einem Großelternteil, regelmäßig das Eltern-Kind-Turnen besuchen, stand die Lust an der körperlichen Betätigung buchstäblich ins Gesicht geschrieben. An der Hand der vertrauten Bezugsperson zeigte mancher der Kleinen, zum Teil noch nicht mal den Windeln entwachsen, keine Angst, vom hohen Kasten oder den Barrenholmen auf die federnden Matten zu springen. Die Turnfloh-Gruppe agiert unter der Leitung von Sarah Amann und Nadine Kronhagel.

Die drei- bis vierjährigen „Turnmäuse“ kamen schon ganz ohne elterlichen Beistand aus. Unter der Leitung von Ronja Kauter und Carmen Kauselmann zeigten die Mäuse, ganz in Blau gekleidet und mit kecker Haifischflosse auf dem Rücken, wie dieser Raubfisch sich bewegt.

Die Nächstälteren, die vier bis sechsjährigen „Turnzwerge“ waren mit über 50 Kindern die größte Gruppe. Einem Sack voll Flöhen gleich hatten die beiden Leiterinnen Melanie Vögele und Anja Nabenhauer alle Hände voll zu tun, mit der großen Schar ihr Programm „Frösche im Teich“ durchzuziehen. Dies nutzte Moderatorin Ulrike Hartmann, einen Appell an die Erwachsenen zu richten, sich in die Betreuung der Kindergruppen des Vereins einzubringen.

„Wir mussten die Gruppe der Turnzwerge trennen, denn es war für unsere beiden Leiterinnen nicht mehr möglich, so viele Kinder auf einmal zu betreuen“, sagte sie in einem Gespräch. Die Folge davon sei, dass die Turnzwerge jetzt nicht mehr wie vorher wöchentlich zum Kinderturnen kommen können, sondern nur noch alle 14 Tage. „Wir könnten noch viel mehr anbieten“, sagte Hartmann, die seit rund 20 Jahren dem gesamten Nachwuchsturnen vorgestanden hat, „aber es fehlt uns schlicht an Personal.“

Keiner wolle sich selber im Turnverein einbringen, doch die Erwartungshaltung an das Vereinsangebot für die Kinder sei groß. Sie mutmaßte ein wenig sarkastisch, dass „der Turnverein zu billig ist“. Was billig sei, könne nicht viel taugen und da könne gerne jeder mal kommen oder auch nicht. „Lieber wird im Fitness-Center viel Geld bezahlt. Da versäumt man in der Regel keinen Termin, weil es ja was kostet“. „Dabei verlangt das Fitness-Center im Monat so viel, wie wir im ganzen Jahr!“

Bis zu 160 Kinder werden im Verein betreut

Insgesamt betreut der Verein zwischen 150 und 160 Kinder. Sie rief die Eltern und Großeltern auf, daran zu denken, wie viel Spaß die Kinder beim Sport haben, ganz abgesehen vom gesundheitlichen Nutzen der heranwachsenden Generation. „Eine Stunde pro Woche ehrenamtliche Betätigung in so einer Gruppe – das ist sicher nicht zu viel verlangt, kann aber viel bewirken!“

In den Umbaupausen zwischen den einzelnen Auftritten gab Hartmann dem Publikum einen Einblick in das breite Angebotsspektrum des Vereins für Erwachsene jeden Alters und machte Mut, sich dieser Bewegungspalette zu bedienen.

Die „Rosa Turnkids“, Mädels zwischen sechs und acht Jahren, zeigten unter ihren Betreuerinnen Lisa Stärk und Ulla Gommeringer erste spielerische Ansätze im Bodenturnen und Vorübungen für den Schwebebalken.

Bei den Vorführungen der zehn- bis 13-jährigen „Sporty-Teens“, betreut durch Birgit Rauser und Anna Hein, war der Fortschritt an diesen Geräten bereits sichtbar. Auch die acht- bis zehnjährigen „Turnmädels“, ebenfalls eine große Gruppe, zeigten in ihrer Choreografie neben Anmut und Leichtigkeit auch akrobatische Elemente am Boden. Buben zum Turnen zu bringen, scheint in vielen Sportvereinen schwierig zu sein, nicht so beim SV Meßkirch. 22 Köpfe zählt die „Blue Boys Group“ der Sechs- bis Zehnjährigen, die von Karin Haid, Thomas Schatz und Jakob Lotzer betreut werden.

Unter fetziger Musik tobten sich Jungs beim Sprung über den Kasten, dem Seilspringen und ersten Übungen am Barren aus.

Zu guter Letzt zeigte das Einradteam unter Veronika Restle und Ute Kleinhans, welche Fertigkeiten sie auf dem wackeligen Gefährt schon erreicht haben.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen