Kinder der Kreutzer-Schule sammeln Plastikdeckel

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Fünf Kisten voller Plastikdeckel haben die Schüler gesammelt.
Fünf Kisten voller Plastikdeckel haben die Schüler gesammelt. (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Die Kinder der Conradin-Kreutzer-Schule sammeln seit Ende Januar Deckel von Plastikflaschen im Rahmen der Aktion: „EndPolioNow – 500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“. Das Sammelergebnis nach fünf Wochen ist beeindruckend: Es wurden fünf Umzugskartons mit rund 25 000 Plastikdeckeln gefüllt, die an Monika Hägele von Rotaract und Klaus Barking von Rotary übergeben wurden.

Etwa 500 Deckel benötigt man, um eine Impfung gegen Polio zu finanzieren. Mit dem Verkaufserlös der Deckel aus Meßkirch kann Rotaract somit 50 Impfungen bezahlen und 50 Kinder vor dieser heimtückischen Krankheit bewahren und eine Ausbreitung der Kinderlähmung verhindern. Ziel der Aktion „EndPolioNow“ ist die weltweite Ausrottung des Poliovirus.

Zur Finanzierung von Polio-Impfungen in den noch betroffenen Ländern der Erde sammelt Rotaract – die Jugendorganisation von Rotary – seit 2014 Deckel von Kunststoffflaschen und verkauft diese an Abnehmer aus der Industrie.

Plastikmüll kann ein wertvoller Rohstoff sein. Dies gilt besonders für die Deckel von Getränkeflaschen und Getränkekartons sowie von Milchtüten. Im normalen Plastikmüll sind diese Deckel mit anderen Plastiksorten vermischt. Diese Deckel bestehen jedoch aus hochwertigem HDPE (Polyethylen) oder PP (Polypropylen). Wenn diese Kunststoffe sortenrein vorliegen, werden sie beim Recycling nur zermahlen und sind damit sofort wieder Ausgangsstoff für neue Produkte und somit ein gefragter Rohstoff.

Polio („Kinderlähmung“) ist eine Viruskrankung, die hauptsächlich Kinder im Alter bis fünf Jahren befällt. Noch vor wenigen Jahrzehnten stellte Polio eine verbreitete Kinderkrankheit dar. In den 50er Jahren waren jedes Jahr auch in Deutschland tausende Kinder betroffen – nach Einführung der Impfung 1961 war die Krankheit in Deutschland dann beinahe ausgerottet. Heute ist sie noch in einigen wenigen Ländern verbreitet, könnte sich jedoch durch den weltweiten Tourismus wieder ausbreiten.

Das Sammelergebnis aus Meßkirch klingt zunächst unspektakulär – aber die Aktion hat ja erst begonnen, die Kinder sammeln weiter.

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