Katzen fressen 20 Kilo Nassfutter pro Tag

Lesedauer: 4 Min
Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick (Mitte) besucht die Villa Samtpfötchen. (Foto: Karlheinz Kirchmaier)
Schwäbische Zeitung
Karlheinz Kirchmaier

Im ehemaligen Wohn- und Betriebsgebäude der Firma Früchte Graf in der Talstraße 15 in Langenhart dreht sich mittlerweile alles um Katzen: Erika und Horst Mengeu aus Tengen im Hegau sind dort im April eingezogen. Und mit ihnen mehr als 100 Katzen. Denn seit 28 Jahren betreibt das Paar ehrenamtlich und aus rein privatem Engagement ein Katzenpflegeheim, die „Villa Samtpfötchen“.

Weil es immer mehr Katzen wurden und die Altstadt in Tengen eine räumliche Erweiterung des Tierheims nicht zuließ, hat sich das Ehepaar Anfang des Jahres zum Kauf des Anwesens Graf entschlossen. Mit ihnen umgezogen sind die teils verwilderten, verstoßenen, misshandelten, hauptsächlich aber älteren Katzen. Das geräumige Wohnhaus, die ehemalige Lagerhalle und die Garagen sowie das etwa 9000 Quadratmeter große, bereits eingezäunte Freigelände boten für die Einrichtung eines neuen kleinen Gnadenhofs ideale Voraussetzungen.

Das Ehepaar ist momentan dabei, mit Helfern die neue Villa Samtpfötchen aufzubauen. Am Mittwoch wurde die private Katzenpflegestelle vom Fachbereich Verterinärsdienst des Landratsamts Sigmaringen besichtigt – und für die Unterbringung von 150 Katzen zugelassen.

„Ich liebe alle Tiere, spielte aber schon in meiner frühesten Kindheit lieber mit Katzen als mit Puppen“, begründet Erika Mengeu, gelernte Krankenschwester und Fußpflegerin, ihre Liebe zu den Samtpfoten. „Mit der Zeit wuchs ich immer intensiver in die Versorgung und Pflege von Katzen hinein und lernte zum Glück einen Mann mit der gleichen Liebe zu Katzen kennen, der mir half, die Villa Samtpfötchen gemeinsam aufzubauen.“ Seit 2006 ist die private Katzenpflegestelle eine gemeinnützige Gesellschaft, in die das kinderlose Ehepaar sein ganzen Vermögen einbrachte.

Die Tiere stammen aus ganz Süddeutschland

Zurzeit versorgt und pflegt das Ehepaar 138 Katzen aller Rassen und Farben, die eingefangen oder abgegeben wurden. Die Tiere stammen nicht nur aus den Kreisen Konstanz und Sigmaringen, sondern kommen aus ganz Süddeutschland. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl um scheue, ältere Katzen, die keine Chance mehr haben, einen Platz in einem Tierheim zu finden.

Nicht ganz einfach gestaltet sich die Verpflegung der Tiere. So benötigt das Ehepaar Mengeu täglich 40 bis 50 Dosen Nassfutter à 400 Gramm plus Trockenfutter für die hungrigen Vierbeiner. Finanziert wird das Ganze derzeit aus Einnahmen einer privaten Katzenpension in Tengen, durch monatliche Patenschaften und Spenden sowie durch eigene Mittel. Weitere Patenschaften und Spender sind deshalb gefragt. Erika Mengeu betreibt hauptberuflich eine Fußpflegepraxis in Tengen, ihr Ehemann ist Rentner.

Bürgermeister Arne Zwick dankt dem Ehepaar Mengeu für die Unterstützung bei der Eindämmung des in der Stadt herrschenden Katzenproblems. Das Ziel sei es, möglichst schnell viele wild lebende Katzen einzufangen und sie kastrieren beziehungsweise sterilisieren zu lassen, um des Problems Herr zu werden. Erste streunende Katzen und kleine herrenlose Kätzchen aus Meßkirch und Kreenheinstetten wurden bereits in der Villa Samtpfötchen in Obhut gegeben.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen