In der Region ist wieder ein Luchs unterwegs - Sender soll Informationen liefern

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 Luchsmännchen Lias befindet sich auf Streifzug durchs Donautal.
Luchsmännchen Lias befindet sich auf Streifzug durchs Donautal. (Foto: Ministerium)
Schwäbische Zeitung
Luchse sind die größten in Mitteleuropa heimischen Katzen. Sie erreichen die Körpergröße von Schäferhunden, sind aber mit 18 bis 25 Kilogramm deutlich leichter. Die Hauptbeute von Luchsen in unseren Regionen sind die wildlebenden Huftiere Reh und Gams. Luchse leben als territoriale Einzelgänger, zu intensivem Kontakt zwischen Luchsmännchen und Luchsweibchen kommt es nur in der Ranzzeit zwischen Februar und April.

Zur Zuwanderung von Luchsen kommt es immer wieder aus den benachbarten Vorkommen in der Schweiz. Bisher wurden in Baden-Württemberg nur einzelne Luchsmännchen nachgewiesen aber keine weiblichen Tiere und dementsprechend gibt es kein sich reproduzierendes Luchsvorkommen. Benachbarte Luchsvorkommen mit kontinuierlicher Reproduktion bestehen im Jurabogen, im Alpenraum und in der Nord-Ost-Schweiz. Wie alle mitteleuropäischen Luchsvorkommen sind auch diese aus Wiederansiedlungsprojekten hervorgegangen. Aktuell wird zudem ein Wiederansiedlungsprojekt im Pfälzerwald durchgeführt. Dieses soll auch das nahezu erloschene Vorkommen in den Vogesen stärken.

Trotz der flächenweise hohen Habitateignung in Baden-Württemberg hat sich bisher kein sich reproduzierendes Luchsvorkommen im Land etablieren können. Die Ursache hierfür ist das sehr zurückhaltende Ausbreitungsverhalten der weiblichen Luchse in Verbindung mit menschlichen Barrieren oder suboptimalen Habitaten auf möglichen Wanderrouten sowie anthropogen bedingter Mortalität.

Einem Forscherteam ist es in der Nacht auf den 30. Januar gelungen, einen männlichen Luchs im Naturpark Obere Donau einzufangen und mit einem Halsbandsender auszustatten. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landesministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz hervor.

Mit dem Halsband können die Wissenschaftler künftig die Fortbewegung des Luchsmännchens verfolgen. „Wenn die Technik zuverlässig arbeitet, wird das Halsband unseren Forschern zwei Jahre lang wertvolle Daten über die Bewegungen von Luchsmännchen Lias liefern“, erklärte Minister Peter Hauk (CDU) am Freitag.

Der Landesjagdverband hat die Patenschaft für das Tier übernommen und es auf den Namen „Lias“ getauft. Das Luchsmännchen mit dem wissenschaftlichen Namen B600 sei im Januar 2018 erstmals im Oberen Donautal von einer Fotofalle erfasst worden, teilt der Minister mit.

Durch den Abgleich des Fleckenmusters mit Bildern aus der Schweiz konnte schon damals rekonstruiert werden, dass B600 aus dem südwestlichen Schweizer Jura bis nach Baden-Württemberg gewandert war. „Junge männliche Luchse legen auf der Suche nach geeigneten Lebensräumen große Distanzen zurück, aber diese Entfernung ist auch für einen Luchs bemerkenswert“, sagte Minister Hauk.

„Im Vergleich zu Männchen sind die weiblichen Luchse sehr viel zurückhaltender in der Überwindung von Barrieren oder ungeeigneten Habitaten, wie diese zum Beispiel das Hochrheintal für viele Wildtiere darstellt. Die aus dem Jura zuwandernden Männchen bestätigen Forschungsergebnisse, nach denen es in Baden-Württemberg durchaus geeigneten Lebensraum für Luchse gibt. Für die weiblichen Tiere ist dieser Sprung aber kaum zu schaffen“, erklärte Hauk.

Wie attraktiv gerade das Obere Donautal für Luchse ist, zeige auch seit einem Jahr B600. Er ist das fünfte Luchsmännchen, das seit 2005 in dieser Region nachgewiesen werden konnte. Anhand der Daten lassen sich die Raumnutzung von Lias sowie seine Beutetierauswahl nachvollziehen. Falls Lias sich auf der Suche nach Luchsinnen wieder in die Schweiz zurückbewegt, erhoffen sich die Forscher insbesondere wichtige Erkenntnisse über die noch verbleibenden Wanderkorridore zwischen Deutschland und der Schweiz. „Wenn die Technik zuverlässig arbeitet, dann wird das Halsband zwei Jahre Daten liefern“, erklärte Hauk.

Der Luchs ist zurück im Donautal

Auf dem Parkplatz bei der Burg Wildenstein haben der Naturpark Obere Donau und die Gemeinde Leibertingen einen Informationspavillion über die Wiederbesiedelung des Donautals durch den Luchs eingeweiht.

Luchse sind die größten in Mitteleuropa heimischen Katzen. Sie erreichen die Körpergröße von Schäferhunden, sind aber mit 18 bis 25 Kilogramm deutlich leichter. Die Hauptbeute von Luchsen in unseren Regionen sind die wildlebenden Huftiere Reh und Gams. Luchse leben als territoriale Einzelgänger, zu intensivem Kontakt zwischen Luchsmännchen und Luchsweibchen kommt es nur in der Ranzzeit zwischen Februar und April.

Zur Zuwanderung von Luchsen kommt es immer wieder aus den benachbarten Vorkommen in der Schweiz. Bisher wurden in Baden-Württemberg nur einzelne Luchsmännchen nachgewiesen aber keine weiblichen Tiere und dementsprechend gibt es kein sich reproduzierendes Luchsvorkommen. Benachbarte Luchsvorkommen mit kontinuierlicher Reproduktion bestehen im Jurabogen, im Alpenraum und in der Nord-Ost-Schweiz. Wie alle mitteleuropäischen Luchsvorkommen sind auch diese aus Wiederansiedlungsprojekten hervorgegangen. Aktuell wird zudem ein Wiederansiedlungsprojekt im Pfälzerwald durchgeführt. Dieses soll auch das nahezu erloschene Vorkommen in den Vogesen stärken.

Trotz der flächenweise hohen Habitateignung in Baden-Württemberg hat sich bisher kein sich reproduzierendes Luchsvorkommen im Land etablieren können. Die Ursache hierfür ist das sehr zurückhaltende Ausbreitungsverhalten der weiblichen Luchse in Verbindung mit menschlichen Barrieren oder suboptimalen Habitaten auf möglichen Wanderrouten sowie anthropogen bedingter Mortalität.

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