Goreth-Haus muss warten

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Das Goreth-Haus muss auf weitere Sanierungsmaßnahmen warten, denn das Corona-Virus hat Löcher in das Gemeindesäckel gefressen.
Das Goreth-Haus muss auf weitere Sanierungsmaßnahmen warten, denn das Corona-Virus hat Löcher in das Gemeindesäckel gefressen. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Bürgermeister Maik Lehn hat in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einen Überblick über die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise gegeben. Dabei ist festgehalten worden, dass unter Einhaltung der Sparmaßnahmen zwar die haushaltsrechtlichen Vorgaben erfüllt werden können, aber bestimmte Maßnahmen aus Kostengründen verschoben werden müssen.

Darunter fallen beispielsweise die Sanierung der Schneckenbergstraße in Storzingen und die Dachsanierung des denkmalgeschützten „Goreth-Hauses“ auf dem Schlossplatz. Letzteres würde allein rund 700 000 Euro verschlingen. Ermilio Verrengia, Leiter der Finanzverwaltung, zeigte in der Entwicklung des aktuellen Haushaltsjahres 2020 auf, dass sich die Folgen der Corona-Krise im Vergleich zu anderen Kommunen „bislang noch zeitverzögert und abgemildert“ zeigen. Dennoch sei mit Ertragsausfällen in bedeutender Größenordnung zu rechnen, was sich bereits in der Mai-Steuerschätzung abzeichne.

In einer tabellarischen Grobübersicht zur möglichen Entwicklung besonders relevanter Ertrags- und Aufwandsarten im ersten Halbjahr 2020 geht der Kämmerer von Ertragsausfällen und Minderaufwendungen von rund 377 000 Euro aus, wobei die 55 700 Euro Soforthilfen des Landes schon eingerechnet worden sind. Stand 15. Juni dieses Jahres weist allein die Gewerbesteuereinnahme ein Minus von 205 000 Euro zum Jahressoll aus. Die Gemeindeanteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer, die Leistungen nach dem Familienlastenausgleich vergrößern das Loch im Jahresfinanzbedarf des Ergebnishaushalts um runde 90 000 Euro, dazu kommen die Schlüsselzuweisungen des Landes mit 79 000 Euro. Auch die Vergnügungssteuer weist coronabedingt ein Minus von 25 000 Euro auf. Dazu kommen Ertragsausfälle aus Hallenvermietungen, des Kindergartenbusses und des Bildungswerks sowie ein Abmangel an Träger der Kinderbetreuung.

Verrengia hat der Verwaltung und dem Ratsgremium geraten, die eingeplanten Unterhaltungsmaßnahmen soweit wie möglich einzuschränken. „Schon die Einschränkung auf Bewirtschaftungs- und Unterhaltungsmaßnahmen auf 80 Prozent lässt die Gemeindekasse etwas aufatmen“, verbildlicht der Finanzverwalter den Zustand des Gemeindesäckels. Entscheidend für den Verlauf des Haushaltsjahres werde sein, wenn die Gemeinde durch entsprechende Steuerung und Begrenzung auf der Aufwandsseite den gesetzlich vorgegebenen Ausgleich des Ergebnishaushalts gewährleisten könne. „Ansonsten“, so der mahnende Kämmerer, „könnte der Erlass einer formellen Haushaltssperre oder sogar der Erlass einer Nachtragshaushaltssatzung drohen“.

Die aus diesen Gründen von Bürgermeister Maik Lehn angekündigte Verschiebung der Dachsanierung des Goreth-Hauses ließ Gemeinderat Oliver Beil anfragen, inwieweit dies aufgrund des schlechten Zustandes zu verantworten sei. „Es ist nicht zu befürchten, dass es zusammenbricht“, so Lehn. Noch könne die Sanierung schadlos verschoben werden.

Wie berichtet, gehört das Goreth-Haus zum historischen, unter Denkmalschutz stehenden Gebäude-Ensemble des einstigen Schlosses der von Hausen, dem heutigen Stettener Rathaus. Bislang sind das Erdgeschoss und die Fassade saniert worden.

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