Gemeinde kauft Bahnhof Storzingen

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Vielleicht wird aus dem Bahnhofsgebäude ein Hostel. Es stehen aber auch andere Ideen im Raum.
Vielleicht wird aus dem Bahnhofsgebäude ein Hostel. Es stehen aber auch andere Ideen im Raum. (Foto: Susanne Grimm)

Bei der jüngsten Sitzung des Storzinger Ortschaftsrats hat Ortsvorsteher Bruno Pozzi mitgeteilt, dass das Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Storzingen am 24. März ins Eigentum der Gemeinde Stetten a.k.M. übergegangen ist. Damit hat das rund 100 Jahre alte Gebäude wieder eine Zukunft.

Zuerst wird die Dachsanierung in Angriff genommen, damit nicht weiter Feuchtigkeit in das sanierungsbedürftige Innere gelangen kann. Dies soll noch im laufenden Jahr geschehen. Bürgermeister Maik Lehn setzte auch die Heizung auf der Prioritätenliste ganz nach oben. „Das Haus muss unbedingt beheizt werden, sonst verfällt es noch mehr“, sagte er. Lehn berichtete, dass das Denkmalamt das ehemalige Empfangsgebäude der Deutschen Bahn zusammen mit dem örtlichen Architekten i.R. und ehemaligem Ortsvorsteher Hans Riester besichtigt hat. Dieser misst derzeit das Bauwerk aus, da die früheren Pläne in Teilen Ungenauigkeiten aufweisen. Riester wird auch die Planungen übernehmen, wenn feststeht, was mit dem Bahnhof geschehen soll.

Wohnungen sind vermietet

Wunschvorstellungen gebe es viele, sagte Pozzi. Aus dem Gebäude könnte ein Hostel werden, auch ein Fahrradhotel und ein Bistro hätten schon zur Diskussion gestanden. Doch um die Visionen Realität werden zu lassen, müsse „die Gemeindekasse“ Spielraum haben und das Denkmalamt seinen Segen geben. „Die Denkmalbehörde redet zwar immer mit, doch wenn es ans Zahlen geht, sind sie sehr zugeknöpft“, war vom Ratstisch zu hören.

Derzeit sind in dem Gebäude beide Wohnungen im Obergeschoss vermietet. Das soll voraussichtlich die nächste Zeit auch so bleiben, betonten Bürgermeister und Ortsvorsteher. Auf jeden Fall wollen die Storzinger den Außenbereich am Umwelt- und Kommunaltag am 9. Mai in Angriff nehmen. Dabei sollen Unrat und Müll aufgesammelt und botanischem Wildwuchs wieder Form gegeben werden.

Die Ratsmitglieder zeigten sich froh darüber, den Bahnhof nun endlich in Gemeindehand zu wissen. Jahrelang hatte die Bahn für den historischen, aber maroden Bau einen viel zu hohen Preis verlangt, den die Gemeinde nicht zu zahlen bereit war. Erst Berichte der Schwäbischen Zeitung, die der Öffentlichkeit das Auseinanderklaffen der beiden Komponenten – dem Zustand des Gebäudes und den Preisvorstellungen der Bahn – offenbarten, führten zu einem Durchbruch in den jahrelang stockenden Verhandlungen zwischen Eigentümer und Gemeinde.

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