Garnison und Gemeinde geben einen gemeinsamen Neujahrsempfang in Stetten am kalten Markt

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Susanne Grimm

Beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Gemeinde Stetten und der Garnison haben Bürgermeister Maik Lehn und der Standortälteste, Oberst Jochen Gumprich, einen Rückblick auf das vergangene und einen Ausblick auf das neue Jahr gegeben. Dabei machten beide deutlich, was gemeinsam am Standort erreicht worden ist und formulierten die künftigen Schwerpunkte.

Gumprich rückte den Erhalt der Garnison sowie die Integration der Soldaten in den Blickpunkt. „Allen, die hierzu beitragen, sei es die Integration in Vereine, Vermietung von Wohnungen und das Miteinander in guter Nachbarschaft, möchte ich herzlich danken“. Er hob hervor, dass es vermehrt Soldaten geben wird, „die wir zwingen müssen, sich Pendler-Wohnungen außerhalb der Kaserne zu suchen, um sich hier einen wirklichen zweiten Wohnsitz einzurichten“. Weil sie dazu jede Unterstützung benötigen, appellierte der Standortälteste an alle Verantwortlichen der örtlichen Wirtschaft, Vereine, Banken und Institutionen, mitzuhelfen, dass die Eingliederung in die Gemeinde gelingt.

Kauf von Kleingerät

Mit dem Beheben von „materiellen Engpässen“ in der Bundeswehr, beziehungsweise mit dem Fällen von Entscheidungen zur Beschaffung von Gerät sei auch Positives zu berichten, so Gumprich. So sei für seinen Bereich beispielsweise der Vertrag zum Kauf von etlichem Kleingerät abgeschlossen worden. Auch werde derzeit ein neues Kampfmittelaufklärungs- und Identifikationsfahrzeug an seine Einheit übergeben. Das seien zwar keine Dinge, wie das bei den Großwaffensystemen immer wieder in den Medien thematisiert wird, aber gerade bei den Landstreitkräften gehe es um das Zusammenwirken des Systems. „Wenn die Ausstattung des Artilleriebataillons 295 mit neuen Panzerhaubitzen hervorragend läuft, die Panzerpionierkompanie aber nicht über ausreichend tragfähige Schnellbrücken verfügt, ist am ersten Fluss Feierabend“, erklärt der Oberst das Dilemma an einem Beispiel. Der Bedarf an Gerät sei aufgrund der Überalterung so groß, „dass es mindestens bis 2027 dauern wird, bis wir wieder eine Division auf modernem Stand einsatzbereit haben – und das ist kein Witz“, unterstrich der Oberst. Er ging in seiner Rede auch auf die große fachübergreifende Terrorabwehrübung BWTEX ein, die im vergangenen Oktober weiträumig auf dem Heuberg stattgefunden hat, sowie auf die momentane politische Lage.

Für das neue Jahr stehen laut Gumbrich „Einsatz, Übungen, Ausbildung und Nachwuchsgewinnung“ ganz oben auf der Agenda der Garnison. „Deshalb werden Sie auch weiterhin in mancher Nacht Gefechtslärm hören“, so Gumprich. Zudem stellte er in Aussicht, dass der „Tag der Bundeswehr“ im Jahr 2021 möglicherweise wieder in Stetten stattfinden wird.

Mehrere Maßnahmen 2020

Bürgermeister Lehn informierte das Publikum dann über die zivilen Maßnahmen, die angegangen werden müssen. So beispielsweise der Aus- oder gar Neubau des Schulzentrums. Grund hierfür seien weniger die steigenden Schülerzahlen als vielmehr neue Vorgaben des Landes zum Raumbedarf pro Schüler. Lehn widmete seine Rede in weiten Teilen den ehrenamtlichen Engagement im Allgemeinen und dem Verdienst ehrenamtlicher Gemeinde- und Ortschaftsräte im Besonderen. So ehrte er die ausgeschiedenen Rat Walter Sambil, der 24 Jahre als Gemeinderat tätig war, Ortschaftsrat Reinhold Löffler (16 Jahre) aus Storzingen, die Gemeinderäte Günther Töpfer, 15 Jahre, Michael Buhl, 13 Jahre, Martin Biebl, Wolfgang Lemke und Adrian Schiefer für jeweils zehn Jahre. Sie erhielten, zum Teil in Abwesenheit, die silberne Verdienstmedaille der Gemeinde, beziehungsweise die Ehrenstele des Gemeindetages Baden-Württemberg samt Urkunden und einem Präsent.

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