Gäste können Wanderausrüstung kostenlos leihen

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Das Donaubergland gehört seit Kurzem zu einem internationalen Netzwerk von ausgewählten Wanderregionen.
Das Donaubergland gehört seit Kurzem zu einem internationalen Netzwerk von ausgewählten Wanderregionen. (Foto: Archiv: Donaubergland GmbH)
Schwäbische Zeitung

Seit Anfang des Jahres ist die Tourismusregion Donaubergland ein Teil der Kooperationspartnerschaft „Best of Wandern“ (die SZ berichtete). Neben zwölf weiteren Regionen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und Luxemburg sind auch verschiedene Hersteller von Wanderausrüstung Teil der Gemeinschaft. SZ-Redakteur Christian Gerards sprach darüber mit dem Geschäftsführer der Donaubergland GmbH, Walter Knittel.

Welche Idee steckt hinter der Kooperation „Best of Wandern“?

Das ist eine internationale Marketing-Kooperation, die sowohl Wanderregionen, als auch die Hersteller von Wanderausrüstung zusammenbringt. Zum einen ist die Idee dabei, den Austausch zu fördern, gemeinsam aufzutreten und Kräfte zu bündeln, zum anderen können sich die Regionen durch die Kooperation mit den Herstellern bekannter machen. Das ist für uns eine tolle Geschichte, da in den Regionen auch Testzentren eingerichtet werden.

Was kann ich darunter verstehen?

Die Gäste können einen Tag lang verschiedene Ausrüstungsgegenstände der Kooperationspartner wie Schuhe, Rucksäcke oder Ferngläser kostenlos ausleihen und testen.

Wo wird denn dieses Testzentrum im Donaubergland angesiedelt sein?

Im Talhof bei Beuron. Dort unterhält Manfred Frei sein E-Bike-Zentrum, wo wir ab April das Testzentrum unterbringen wollen. Es soll ab dem Beginn der diesjährigen Wandersaison im Mai von den Gästen genutzt werden können. Es ist eine der Bedingungen, dass wir ein kostenloses Testzentrum einrichten, damit wir in die Kooperation aufgenommen werden konnten.

Wie lange dauert die Kooperation?

Sie dauert zunächst zwei Jahre. Dann können wir sehen, wie effektiv sie ist. Wir verstehen das ein Stück weit als Auszeichnung, da die Partner auf uns zugekommen sind.

Wie ist „Best of Wandern“ auf das Donaubergland aufmerksam geworden?

Die Zertifizierung des Donauberglandwegs und die Premiumwanderwege der Donauwellen mit der Wegepatenschaft durch die hiesigen Firmen haben uns bekannt gemacht. Wir haben mit den Kommunen ein neues Beschilderungssystem entwickelt, das selbst vom Schwäbischen Albverein übernommen worden ist. Hierdurch haben wir neue Standards auf die Alb gebracht. Hinzu kommen die Studie mit den Firmen und die ersten Schritte im betrieblichen Gesundheitswesen in Verbindung zum Wandern. Das alles hat uns überregional viel Aufmerksamkeit eingebracht.

Welche anderen Regionen sind noch beteiligt?

Unter anderem sind die Ammergauer Alpen und Osttirol mit dabei. Auch die österreichische Region Tannheimer Tal gehört dazu. Die Kooperation achtet darauf, dass nur ausgewählte Regionen vertreten sind. In den Alpen spielt der Wandertourismus durch den wegbleibenden Schnee eine immer größere Rolle. Auch die Region Winterberg ist für ihr Skigebiet bekannt, dort wird aber auch viel gewandert. Der Frankenwald war die erste Qualitätsregion Deutschlands, was das Wandern angeht.

Wie wird der gemeinsame Auftritt aussehen?

Wir haben einen gemeinsamen Internetauftritt und nutzen auch die Möglichkeiten der sozialen Medien. Es wird eine gemeinsame Broschüre geben, die auf der weltweit führenden Tourismus-Messe, der ITB in Berlin, vorgestellt wird. Auf der Messe „Tournatur“ in Düsseldorf gibt es zudem einen gemeinsamen Stand. Zudem soll es einen regelmäßigen Austausch der „Best of Wandern“-Regionen geben. Das erste Treffen findet im Juni im luxemburgischen Müllerthal statt. Dort wird zum Beispiel die weitere gemeinsame Marketing-Strategie festgelegt. Darüber hinaus wird in den Testzentren Prospektmaterial der anderen Regionen ausliegen.

Welche Entwicklung machen Sie im Donaubergland derzeit aus?

Wir haben einen Pool von derzeit zehn führenden Hotels in der Region zusammengeführt, die wir auch als „Best of Wandern“-Gastgeber präsentieren. Uns ist es wichtig, dass wir nicht nur als Naherholungsgebiet für Tagestouristen wahrgenommen werden, sondern auch Übernachtungen generieren. Unser Hauptziel ist es, Wertschöpfung für die Region zu schaffen. Die Zahl der Übernachtungen ist in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 30 Prozent angestiegen. Das liegt zwar sicherlich zuerst an der Konjunktur und den Firmen, aber auch an den ergänzenden Maßnahmen, die wir unternommen haben. Wir sind mittlerweile recht erfolgreich im Wandertourismus unterwegs.

Zahlen und Fakten zum Tourismus:

Zahlen: Der positive Trend bei den Übernachtungszahlen im Donaubergland habe sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt, teilt die Donaubergland GmbH mit. Damit sei der Rekordwert des Vorjahres von rund 227000 Übernachtungen und erstmals mehr als 100000 Gästeankünften nochmals deutlich übertroffen worden. Die neuen Zahlen des statistischen Landesamtes Baden-Württemberg weisen für den Landkreis Tuttlingen eine Steigerung der Übernachtungen um 8,1 Prozent auf mehr als 246000 Übernachtungen aus. Auch die Zahlen im Landkreis Sigmaringen sind um 5,4 Prozent auf insgesamt 624900 Übernachtungen gestiegen. Dies bedeute wie in den Vorjahren erneut einen Zuwachs, der deutlich über dem Landesdurchschnitt von 3,3 Prozent oder dem der umliegenden Regionen liege.

Verbund: Seit 2004 treibt die Donaubergland GmbH den Tourismus in den Orten entlang der Jungen Donau voran. Zum Donaubergland zählen insgesamt 42 Städte und Gemeinden. Davon liegen 35 im Landkreis Tuttlingen (alle 35 Kommunen des Landkreises Tuttlingen) und sieben im Landkreis Sigmaringen (Meßkirch, Beuron, Stetten am kalten Markt, Leibertingen, Schwenningen, Sauldorf und Inzigkofen).

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