Feuerwehr hält die Klosterstadt für sicher

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Die Meßkircher Feuerwehr probt auf dem Klosterstadtgelände den Ernstfall und macht eine Waldbrandübung. (Foto: Feuerwehr Messkirch)
Schwäbische Zeitung
Corinna Wolber
Redakteurin

Ohne Sicherheit ist alles nichts. Da kann man das neunte noch so sehr ins 21. Jahrhundert verfrachten: Sollte auf der Klosterstadtbaustelle mal ein Notfall eintreten, gelten die Gesetze von heute – und niemand drückt ein Auge zu.

Feuerlöscher oder Brandschutzvorschriften gab es im Mittelalter zwar nicht. Doch Bert M. Geurten weiß genau, dass er um derlei Dinge nicht herum kommt. Und das will er auch nicht. Deshalb gibt es für Campus Galli ein modernes Sicherheitskonzept.

Durch das Gelände führt ein Forstweg, der auch künftig erhalten bleiben soll. „Außerdem ist die Baustelle von den geteerten Straßen in Richtung Langenhart und Heudorf umgeben“, sagt Geurten. Die Feuerwehr hat im vergangenen Jahr bereits eine Waldbrandübung auf dem Gelände gemacht. „Uns ging es darum, für einen möglichen Ernstfall die Anfahrtswege kennenzulernen und einen Einsatzplan zu erstellen“, sagt Markus Gruber, Kommandant der Meßkircher Feuerwehr. „Es ist alles gut gelaufen.“ Sollte es wirklich mal brennen, glaubt er, dass die Feuerwehr schnell würde eingreifen können, weil das Waldstück über drei Zufahrtswege erreichbar sei. Lediglich ein weiterer Hydrant sei noch wünschenswert, „aber das ist schon in der Mache“. Er wird am Verbindungsweg zwischen Langenhart und Rohrdorf installiert, weil es dort eine Wasserleitung gibt.

Um unerwünschtes Feuer in der Klosterstadt zu vermeiden, darf aber ganz grundsätzlich nicht alles hundertprozentig mittelalterlich sein. Der Schmied muss eine Schutzbrille tragen, Holzschuhe sind für ihn nicht erlaubt. „Wir halten uns an die Vorschriften – wer sich darüber beschwert, dem kann ich leider auch nicht helfen“, sagt Geurten. Wo immer es gehe, werde das 21. Jahrhundert aber zumindest gut kaschiert. Das gilt dann wohl auch für die Feuerlöscher, die an allen 17 Stationen stehen werden.

Es gilt striktes Rauchverbot

Tritt mal ein medizinischer Notfall ein, weil jemand kollabiert oder sich verletzt, gibt es einen Sanitätsbereich mit entsprechend geschultem Personal. Und auch einen allgemeinen Sicherheitsbeauftragten hat die Klosterstadt: den Diplom-Ingenieur Thomas Fuhrmann. Er muss unter anderem darauf achten, dass die Kleidung der Mitarbeiter Arbeitsschutzstandards entspricht und sie beispielsweise festes Schuhwerk tragen – das können je nach Tätigkeit aber durchaus auch die mittelalterlichen Holzschuhe sein.

Worauf Geurten allergisch reagiert: „Wenn sich jemand eine Zigarette anzündet.“ Auf der ganzen Baustelle gelte striktes Rauchverbot – für Besucher genauso wie für Mitarbeiter. Und die Temperatur der aufgespießten Schweine am offenen Feuer, die zum Essen da sind, wird gemessen. Erst wenn die Hitze stimmt, darf die Haxe in den Mund.

Klosterstadt ist keine Festung

Doch auch wenn Geurten sich kaum gegen alle Unwägbarkeiten schützen kann: Ein Zaun soll unliebsame Gäste außerhalb der Öffnungszeiten vom Gelände abhalten. Gebaut wird er von der Stadt. „Das wird wahrscheinlich ein einfacher Zaun, den Kleintiere noch überwinden können“, sagt Stadtbauamtsleiter Thomas Kölschbach. Er wird voraussichtlich einen bis anderthalb Meter hoch und an eine geplante Wallhecke anschließen – wahrscheinlich eine Mischung verschiedener Sträucher.

„Die Klosterstadt wird sicher keine Festung“, sagt Geurten. Aber trotzdem will er noch die Polizei fragen, ob sie dort nachts ab und zu eine Streife vorbeischicken kann. Sicher ist sicher.

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