Etwa 100 Sänger treten in voll besetzter Kirche auf

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Der große Singkreis des Wildensteiner Singkreises mit seinem musikalischen Leiter Professor Jörg Schweinbenz tritt in Engelswies
Der große Singkreis des Wildensteiner Singkreises mit seinem musikalischen Leiter Professor Jörg Schweinbenz tritt in Engelswies (Foto: Karlheinz Kirchmaier)
Schwäbische Zeitung
Karlheinz Kirchmaier

Am Samstagnachmittag hat der Wildensteiner Singkreis unter Leitung von Professor Jörg Schweinbenz in der Pfarrkirche in Engelswies ein A-cappella-Chorkonzert erster Güte gegeben. Geboten wurden sowohl mehrstimmige Vokalstücke als auch geistliche Musik. Die rund 100 Sängerinnen und Sänger aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern erhielten am Ende ihrer Darbietungen minutenlangen Applaus.

Bei dem Singkreis handelt es sich um eine größere Personengruppe aller Alterstufen, die Freude am Singen, Musizieren und Theaterspielen hat. Sie treffen sich dafür jährlich eine Woche lang auf der Burg Wildenstein – so auch in der vergangenen Woche. Dort weilte die größte Gruppe des Singkreises, der sogenannte große Singkreis. Auf der Burg haben die Sänger das Programm für den Auftritt in Engelswies zusammengestellt und täglich morgens und nachmittags geprobt. Das Interesse an dem Auftritt war so groß, dass am Samstagnachmittag in der Pfarrkirche kein freier Platz mehr auszumachen war. Mit „Ehre sei dir Christe“ aus der Matthäus Passion des deutschen Komponisten Heinrich Schütz stieg äußerst dynamisch der Singkreis in das 13 Werke umfassende Programm ein. Von großer stimmlicher Souveränität zeugte das nächste Stück, das vierstimmig gesungene „Kyrie“ aus der Messe von Frank Martin. Danach präsentierten die Sänger, verstärkt durch die Solisten Christina Feldhoff und Ursula Thelen (Sopran), Katarina Graf und Anne Sophie Waag (Alt), Fabian Sauter-Servaes und Felix Schmidt (Tenor) sowie André de Sterke und Julian Weißer. Nicht weniger meisterhaft waren das spätmittelalterliche Reimgebet „Ave verum corpus“ von Francis Poulenc und „Tout puissant“, die vier kleinen Gebete des heiligen Franz von Assise. Mit viel a-cappella im Vordergrund sang der Chor auch mehrstimmig die Motette „Warum toben die Heiden“ aus den drei Psalmen opus 78 Nummer 2. Mit dem „Misere“ von Gregorio Allegri sorgte der Singkreis für das nächste musikalische Hörerlebnis: Die Vertonung des Psalms 51 in den 1630er-Jahren gehört bis heute zu den berühmtesten A-cappella-Vertonungen überhaupt. Aber auch die beiden neueren Werke „Gaelic Prayer“ von Agnieszka Bialek und „Let all mortal be silence“ von Edward C. Bairstzow erfüllten mit ihrem insgesamt homogenen Klang das Schiff der barocken Pfarrkirche.

Chor und Publikum singen gemeinsam

Den Abschluss des etwa einstündigen Konzerts bildeten „Otche nash“, das von Igor Stravinsky 1926 komponierte „Pater Noster“ sowie das von Heinrich Schütz vertonte „Vater unser“ und seine Choralkantate „Verleih uns Frieden genädiglich“. Lang anhaltender Beifall belohnte die großartige musikalische Leistung des Singkreises und ihres musikalischen Leiters. Mit dem Kirchenlied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, das Singkreis und Publikum gemeinsam sangen, endete das wunderbare Konzert.

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