Eine Rennlegende kehrt heim

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Dieses Schwarz-Weiß-Foto zeigt den von einem Privatmann nachgebauten Veritas Rennwagen vom Typ RS – mit Straßenzulassung. Das or
Dieses Schwarz-Weiß-Foto zeigt den von einem Privatmann nachgebauten Veritas Rennwagen vom Typ RS – mit Straßenzulassung. Das originale Veritas-Fahrgestell dieses Autos haben nun die Oldtimer-Freunde Meßkirch und Umgebung gekauft und wollen es bald (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Meßkirch

Der Vorsitzende der Oldtimer-Freunde Meßkirch und Umgebung, Egon Pfeifer, ist glücklich: Am kommenden Samstag wird das Oldtimermuseum im Schloss um eine weitere Sehenswürdigkeit reicher. Der Verein hat ein Fahrgestell des legendären Veritas-Rennwagens vom Typ RS (Rennsport) erworben.

Wie Pfeifer im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ berichtet, seien von diesem Fahrgestell nur noch wenige Exemplare im Umlauf, wohl um die 20. „Das gibt es nicht alle Tage. Für unser Museum ist das eine einmalige Gelegenheit und eine riesige Bereicherung“, sagt Pfeifer.

Der Veritas-Rennwagen wurde von 1947 bis 1950 in Meßkirch gebaut. Das Veritas-Werk befand sich auf dem Gelände an der Jahnstraße, auf dem heute das Produktionswerk der Firma Bizerba steht. Der Sohn des mehr als 80 Jahre alten Eigentümers des Fahrgestells lebt in Wurmlingen im Kreis Tuttlingen. Er hat den Oldtimer-Freunden das Chassis zum Kauf angeboten. „Er wollte, dass es zurück ins Museum kommt, damit es in guten Händen ist.“ Zum Kaufpreis möchte sich Egon Pfeifer nicht näher äußern: „Es war für uns bezahlbar.“ Das Fahrgestell sei in einem guten Zustand und soll einen festen Platz im Meßkircher Oldtimermuseum bekommen – ein entsprechender Ort werde noch hergerichtet.

Das Fahrgestell hat eine interessante Geschichte, berichtet Pfeifer: Ende der 1940er-Jahre bestellte ein begeisterter Rennfahrer aus dem Raum Donaueschingen beim Automobilhersteller Veritas in Meßkirch einen Rennwagen vom Typ RS. „Vermutlich, weil die Firma Veritas zu der Zeit in finanziellen Nöten war, konnte sie nicht das komplette Fahrzeug ausliefern“, sagt Pfeifer. Die Karosserie sollte eine Firma aus Offenburg anfertigen. Veritas lieferte deshalb dem Kunden nur das Fahrgestell mit dem Rennmotor.

Der Kunde ließ auf eigene Kosten eine Karosserie auf das Fahrgestell bauen und fuhr damit Autorennen. Jahre später verkaufte dieser Rennfahrer wiederum dieses Fahrgestell, ohne die neu angefertigte Karosserie und ohne den Rennmotor.

„Der nächste Käufer und jetzige Besitzer – ein begnadeter Automechaniker – versah dieses Fahrgestell mit einem passenden Motor und bastelte eine komplette Karosserie darauf, die mit einem Veritas RS Ähnlichkeit hatte.“ Sogar der TÜV segnete dieses Fahrzeug für die Straßenzulassung ab. Und so benutzte der neue Besitzer jahrelang den „Rennwagen“ als Alltagsauto. Das Chassis, ohne die selbst gebaute Karosse behielt der Eigentümer bis zum heutigen Tag und bat nun seinen Sohn, er soll dafür Sorge tragen, dass es weiterhin in gute Hände kommt. „Für den Sohn kam nichts anderes als der Ursprungsort Meßkirch und das Oldtimer-Museum infrage. Ein Glücksfall“, sagt Pfeifer. „Man soll die Hoffnung nie aufgeben, sagt man. Vielleicht bekommen wir den Rest eines Veritas RS einmal dazu“, fügt er an und lacht.

Das Oldtimermuseum Meßkirch hat von Anfang April bis Ende Oktober zu folgenden Zeiten geöffnet: samstags von 14 bis 17 Uhr, sonntags und feiertags von 13 bis 17 Uhr. Mehr Informationen gibt es im Internet unter

www.oldtimer-freunde-messkirch.de

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