Ein bewegtes und bedeutendes Jahr für Meßkirch

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Ein bewegtes und bedeutendes Jahr für Meßkirch
Ein bewegtes und bedeutendes Jahr für Meßkirch (Foto: Fotos: Tanja Japs)
Tanja Japs

Mehr als 400 Meßkircher Bürger hat Bürgermeister Arne Zwick am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang im Festsaal des Schlosses begrüßt. Der Andrang war so groß, dass Verspätete einen Stehplatz in den hintersten Reihen nehmen mussten. Der Empfang, der in diesem Jahr bereits zum 18. Mal stattgefunden hat, ist bereits zur Tradition geworden. Zwick nutzte diesen Anlass, um einen Rückblick auf das alte Jahr und einen Ausblick auf das Jahr 2020 zu geben.

Zunächst wurde der Neujahrsempfang musikalisch durch die Jazzband des Martin-Heidegger-Gymnasiums unter der Leitung von Susanne Pflumm-Hruza eröffnet. Die Schüler zeigten mit drei Darbietungen ihr musikalisches Können und ernteten dafür großen Applaus. Nach den Begrüßungsworten von Bürgermeister Zwick folgten zwei Lieder des Eltern-Lehrer-Chors der Grafen-von-Zimmern-Realschule unter der Leitung von Mathias Dreher, der mit dem Lied „Korken knallen, Prosit Neujahr, alles Gute“ einen Übergang für die Neujahrsansprache von Zwick lieferte.

„Korken knallen“ vor der Ansprache

„Wir blicken auf ein insgesamt arbeitsreiches, bewegtes und bedeutendes Jahr zurück“, erklärte Zwick und erwähnte in diesem Zusammenhang die zehn neu gewählten Stadträte. „Manchmal ist es gut, wenn wieder ein frischer Wind im Gemeinderat weht, auch wenn das Gremium sich erst mal richtig finden muss“, so Zwick weiter. Als ein weiteres Ereignis führte er die Fertigstellung des Bürgersaals in Ringgenbach an, das im vergangenen Jahr eingeweiht werden konnte. „Jetzt gibt es in jedem Ortsteil von Meßkirch für die Bürger die Möglichkeit, sich zu treffen und sich auszutauschen“.

Ein weiterer Meilenstein war die Sanierung des Hallenbades, die jetzt nach zwei Jahren abgeschlossen werden konnte. „Der Umbau hat viel Zeit in Anspruch genommen und wir sind auf unvorhergesehene Probleme gestoßen, die die Fertigstellung verzögerten“, erklärte Zwick den Zuhörern. Etwas enttäuscht war er von dem Landeszuschuss in Höhe von 600 000 Euro – der seiner Meinung nach etwas höher hätte ausfallen können. „Wir sind zwischenzeitlich eine der wenigen Kommunen, die sich noch ein Hallenbad leistet. Immer mehr Kinder können nicht schwimmen. Aus diesem Grund hätte ich mir für dieses Projekt eine größere Unterstützung aus Berlin erhofft“, kommentierte der Bürgermeister den Zuschuss.

Gesteigert haben sich die Besucherzahlen des Campus Galli. Mit fast 92 000 Besuchern hat sich dieses Ausflugsziel als Tourismusdestination im Landkreis entwickelt. „Wir sind hier auf dem richtigen Weg“, resümierte Zwick. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg in Richtung zukunftsfähige Stadt betrachtet er die Erschließung des Industrieparks nördlicher Bodensee, die vergangenes Jahr abgeschlossen werden konnte. „Im September fand eine nahezu historische Sitzung statt, bei der 18 Hektar Fläche verkauft wurden. In diesem Jahr wird der Bau der Firma Amazon mit voraussichtlich 1000 neuen Arbeitsplätzen beginnen, so dass wir im nächsten Jahr von einer weiter steigenden Einwohnerzahl ausgehen können“.

Im Ausblick auf das aktuelle Jahr sprach Zwick davon, dass die Baugebiete und der Städtebau weiterhin ein Thema bleiben werden. Auf seiner Agenda stehen außerdem die Fertigstellung des katholischen Kindergartens St. Raphael, der im Herbst 2021 fertiggestellt werden soll, die Ärzteversorgung, der Ausbau des Glasfasernetzes, die Reaktivierung von Bahnstrecken, die Sanierung der Berendsen-Altlast und die Gestaltung für den neuen Kreisverkehr Schnerkinger Straße und die Sonnenkurve in die Mengener Straße. Auch an der Einmündung der Pfullendorfer Straße in die Mengener Straße soll ein Kreisverkehr entstehen. „Ich richte heute schon einen Appell an die Bürger, mit der Bitte um Verständnis. Diese Maßnahmen werden nicht ohne Verkehrsprobleme ablaufen.

„Rathausintern sind wir derzeit ebenfalls stark gefordert. Die Umstellung von der Kameralistik auf die Doppik (doppelte Haushaltsführung) fordert viel Engagement von der Verwaltung und ihren Mitarbeitern und stellt uns vor besondere Herausforderungen, denn das Tagesgeschäft muss ja auch weiterhin laufen“, sagte Zwick und ergänzte: „Es kommen harte Zeiten auf uns zu, aber ich bin mir sicher, dass sie sich lohnen werden und ich blicke optimistisch in das Jahr 2020“, prophezeite er und richtete den Dank an seine Mitarbeiter. „Ich freue mich auf ein ereignisreiches Jahr mit Ihnen allen und auch auf die bewährten Veranstaltungen. In Meßkirch und seinen Ortsteilen wird das Gemeinwesen gelebt und gefeiert“, beendete Zwick seine Ansprache. Zum Abschluss spielte das Schüler-Trio des Martin-Heidegger-Gymnasiums bevor verdiente Sportler, die in Meßkirch leben oder in einem Meßkircher Verein aktiv sind, traditionell im Rahmen dieses Festaktes geehrt wurden.

Eine besondere Ehrung verbunden mit einer Laudatio erhielt Winfried Blum. Ihm wurde die Sportlerehrennadel für 24 Jahre Mitgliedschaft in der Vorstandschaft des Tennisclubs Meßkirch verliehen. Beim anschließenden Stehempfang, zudem die Stadt einlud, bot sich die Gelegenheit zum Gespräch.

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