Die alte Burg hat ein neues Kleid

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Burg Wildenstein strahlt in weißem Kalk
Die älteste Jugendherberge des Landes wurde im vergangen Jahr saniert und modernisiert. Was sich genau geändert hat sehen Sie hier.
Redakteur Sigmaringen

Einen Videobeitrag zum Abschluss der Sanierungssarbeiten gibt es im Internet unter

www.schwaebische.de/

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Nach einem guten halben Jahr sind jetzt die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen an der Jugendherberge Burg Wildenstein weitgehend abgeschlossen. Seit Anfang April wurde der Jugendherbergsbetrieb wieder aufgenommen. Am Freitag hat Karl Rosner, Geschäftsführer des Jugendherbergswerks Baden-Württemberg, nun die erledigten Arbeiten der Öffentlichkeit vorgestellt.

Rund 5,4 Millionen Euro wurden in die Maßnahmen zur denkmalgerechten Instandsetzung und Modernisierung der Burg investiert. „Die Burg Wildenstein ist ein Markenzeichen und eine herausragende Destination für das Jugendherbergswerk“, sagt Rosner, „das war diesmal der richtig große Wurf.“ Die Burg ist aufgrund ihrer spektakulären Lage und der romantischen Atmosphäre ein beliebtes Ziel für Jugendgruppen, Familien und Schulklassen und hat mit jährlich rund 25 000 Übernachtungen eine überdurchschnittliche Auslastung. Als kulturhistorisch wichtige Burganlage, deren Bedeutung man sich bewusst sei, ist sie ein Aushängeschild, betonte Rosner. Das baden-württembergische Jugendherbergswerk betreut 47 Herbergen, davon acht in historischen Gemäuern.

Denkmalschutz ist teuer

„Diese historischen Bauten sind natürlich auch sehr kostenintensiv, weil der Denkmalschutz auch immer ein Wort mitredet“, sagt Rosner. Deshalb habe man auch schon historische Anlagen aufgeben müssen. Bei der Burg Wildenstein habe man allerdings seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts immer wieder tief in die Tasche gegriffen, auch wenn es Zuschüsse aus dem Denkmalschutzprogramm gegeben habe.

Architekt Wolf Stottele aus Ravensburg erläuterte die Arbeiten. Die Sanierung teilte sich in insgesamt 14 Teilprojekte in zwei Bereichen. Da gab es zum einen die denkmalgerechte Instandsetzung und zum anderen die Modernisierung in der gesamten Burganlage. „Das war eine ständige Gradwanderung, denn wir wollten mit den vorhandenen finanziellen Mitteln das maximal Mögliche machen“, sagt Stottele.

Die besonders wertvollen Wandmalereien im Speisesaal und anderen Räumen wurden von einem Restaurator nach modernsten Erkenntnissen gesichert und teilweise mit Glasscheiben vor Beschädigung geschützt. „Das sind einzigartige Bilder. Graf Gottfried von Zimmern hat praktisch seine Festräume malerisch in einen Gartenraum verwandeln lassen“, erklärt Stottele. Die Dächer wurden mit besonderen Biberschwänzen eingedeckt, die wesentlich dicker als moderne sind und die Fassaden sind mit Kalk nach historischen Vorgaben geweißelt. Im Exerziersaal mit seiner großartigen Dachstuhlkonstruktion wurde der Plattenboden wiederhergestellt.

Authentische Materialien

„Wir haben bei den Arbeiten darauf geachtet, dass die ausführenden Firmen wenn möglich eine Beziehung zur Burg haben“, sagt Stottele. Daher sind viele Firmen aus der Region zum Zuge gekommen. Außerdem habe man aus Denkmalschutzgründen darauf geachtet, das historisch authentisches Material verwendet wurde. Das verwitterte Wappen im Burginnenhof ist jetzt wieder zu erkennen. Das Original wird durch eine rote Nachzeichnung abgedeckt und soll eine Art Markenzeichen werden.

Bei der Modernisierung war der Brandschutz ein zentrales Anliegen. „Bei einem Bau vom Anfang des 16. Jahrhunderts ist es damit nicht weit her“, sagt Stottele. Nun enspricht der Brandschutz den modernen Anforderungen. Die Zimmer und Bäder wurden modernisiert, die hygienischen Zustände auf modernen Standard gebracht und die Küche erneuert. Im Burghof gibt es jetzt mehr Platz, da auf einen Toilettencontainer verzichtet wurde. Die Gästetoiletten sind jetzt wieder in das Gebäude integriert. Auch die Burgschenke wurde erneuert und bewirtet die Gäste im Hof.

Einen Videobeitrag zum Abschluss der Sanierungssarbeiten gibt es im Internet unter

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