Das Wasser ist schon eingelassen

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Lukas M. Heger

Das Becken des Hallenbads Meßkirch ist gefüllt, der Testbetrieb hat gerade begonnen. Während Schwimmer jedoch noch auf den ersten Sprung ins klare Wasser warten müssen, zieht einer schon seine Bahnen: der Unterwassersauger. Er putzt leise den Beckenboden, Meter für Meter arbeitet er sich über die Fliesen. Denn nach der zweijährigen Sanierungsphase steht die Wiedereröffnung kurz bevor, ein paar letzte Arbeiten müssen noch erledigt werden.

In den Duschen fehlen Abdeckungen, in den Toiletten Trennwände und die Gemeinschaftsumkleidekabine muss noch mit Bänken bestückt werden. „Das sind aber alles nur noch Kleinigkeiten“, sagt Kai Mägerle. Er ist Fachangestellter für Bäderbetriebe und wird sich auch in Zukunft um den reibungslosen Ablauf im Hallenbad kümmern. Momentan hat er es nicht mit Badegästen zu tun, sondern mit Handwerkern und Putzkräften. Seine Zuständigkeit endet nicht am Beckenrand, er muss auch „Büroarbeit abdecken“ und sich „um die Pflege und den Unterhalt des Bades“ kümmern. Bädertechnik und Wasseraufbereitung fallen ebenfalls in seinen Aufgabenbereich.

Neben der Wasseraufbereitungsanlage wurde im Laufe der Renovierungsarbeiten auch die Hallendecke erneuert und gedämmt, das Schwimmbecken samt Umlauf neu gefliest und abgedichtet. Bei dem Hubboden im Schwimmbecken wurden Motor und weitere Teile ausgetauscht, der Kunststoffboden durch einen neuen ersetzt. So können sich auch in Zukunft Nichtschwimmer im Bad aufhalten. Der Umkleidebereich samt Toiletten und Duschen wurde ebenfalls erneuert. „Das einzige, was man hier noch als alt bezeichnen könnte, wäre das Gebäude selbst“ meint Mägerle scherzhaft und schiebt hinterher: „Am Beckenfundament, also der Betonwanne, wurde natürlich nichts geändert. Die Größe bleibt also gleich.“

Für das Auge eines Laien scheint das Schwimmbecken einsatzbereit, das Gitter im Überlauf fehlt. „Das ist aber schon bestellt, eine Variante zum Ausrollen“, sagt Mägerle. „Bevor der offizielle Badebetrieb aufgenommen werden kann, müssen aber noch ein paar Punkte angegangen werden.“ Während des laufenden Testbetriebs der Technik folgt „als nächstes ein Färbetest. Dabei wird geschaut, ob es noch irgendwo Totzonen gibt. Also Stellen, an denen der Chlorgehalt des Wassers nicht ausreichend ist“, erklärt Mägerle. Nach diesem Test, der von Mägerle selbst durchgeführt wird, kommt das Gesundheitsamt, um Proben des Wassers zu nehmen. „Wenn es von denen und der Stadt ein Okay gibt, kein es quasi losgehen“, so Mägerle.

Bis dahin sollen auch die anderen noch verbliebenen Arbeiten erledigt werden. Die Spinde neben den Umkleidekabinen müssen aufgestellt und die Föhne an den Wänden montiert werden, eine der Kabinen bekommt einen Wickeltisch. „Das war’s dann aber eigentlich auch. Mit den ganz großen Arbeiten sind die Handwerker durch, im Vergleich zu den großen Umbauten sind das jetzt nur noch Kleinigkeiten“, sagt Mägerle.

Einen finalen Termin für die Wiedereröffnung gibt es noch nicht, wie aus dem Rathaus zu hören ist. Das soll sich aber kommende Woche ändern. Dann wollen die Verantwortlichen über ein Datum beraten. „Wir haben grob den Oktober für die feierliche Wiedereröffnung ins Auge gefasst“, erzählt Stephan Frickinger, Stadtbaumamtsleiter in Meßkirch. Er gibt jedoch zu bedenken, dass „die Inbetriebnahme früher erfolgen kann. Also dass zum Beispiel Schüler dort schon vorher ihren Schwimmunterricht absolvieren. Das klärt sich alles in der zweiten Septemberwoche. Dann ist auch Bürgermeister Arne Zwick aus dem Urlaub zurück.“

Bislang geht die Verwaltung von Sanierungskosten in Höhe von rund zwei Millionen Euro aus. Einen genauen Stand konnte die Stadt auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ am Donnerstagabend nicht nennen.

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