Campus Galli erhält die nächsten drei Jahre je 300.000 Euro

Lesedauer: 5 Min
Eine Attraktion neben der Vorstellung von Handwerksberufen ist die Holzkirche auf dem Campus Galli.
Eine Attraktion neben der Vorstellung von Handwerksberufen ist die Holzkirche auf dem Campus Galli. (Foto: Büro für Regionalkultur)
Redakteur Sigmaringen

Der Meßkircher Gemeinderat hat bei vier Gegenstimmen auf Antrag der Verwaltung für die Jahre 2019 bis 2021 für die karolingische Klosterstadt Campus Galli einen Zuschuss von jährlich 300 000 Euro gebilligt. Außerdem wurde bei einer Gegenstimme für das Jahr 2018 ein weiterer Zuschuss in Höhe von 170 000 Euro gewährt und der Verzicht auf 40 000 Euro aus einem Kassenkredit des Jahres 2014 beschlossen. Mit der dreijährigen Festlegung des Zuschusses soll dem Projekt Campus Galli mehr Planungssicherheit ermöglicht werden.

Die Hintergründe für die dreijährige Festlegung waren zuvor intensiv in nichtöffentlichen Sitzungen mit den Gemeinderatsmitgliedern diskutiert worden. Der Geschäftsführer des Campus Galli, Hannes Napierala, informierte in der öffentlichen Sitzung über diese Diskussionen. Kern der Gespräche und Diskussionen waren die nicht erreichten Planzahlen für die Besucher im Jahr 2018. Vorgesehen waren 95 000 Besucher, tatsächlich gekommen waren knapp 83 000. Als Freiluftprojekt ist die Klosterstadt natürlich wetterabhängig und war deshalb durch die Hitzewelle des vergangenen Jahres betroffen. Dennoch wurde die Besucherzahl gegenüber dem Vorjahr gesteigert. „Die Frage ist, ob das im vergangenen Jahr ein Ausreißer war“, sagt Napierala und verweist darauf, dass andere Einrichtungen wie Freizeitparks mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten.

Einigkeit unter den Räten: Campus Galli funktioniert

Grundsätzlich waren sich die Räte, darunter auch frühere Kritiker, einig, dass der Campus Galli funktioniert und für Stadt und Region durchaus Vorteile gebracht hat. Napierala hatte den Räten verschiedene Szenarien von ganz schlechten bis hin zu sehr guten Entwicklungen der Besucherzahlen vorgelegt. Wichtig sei für die Gemeinde, dass bei den Zahlen absolute Transparenz vorliege, betonten Napierala wie auch Bürgermeister Arne Zwick. „Wesentlich ist, wir behalten die Kontrolle über das Projekt“, so Zwick und er glaube, dass man hier Vertrauen haben könne. Bei Freiluftveranstaltungen bestehe immer ein Wetterrisiko, das bei Planungen berücksichtigt werden müsse, und da habe man vielleicht für das vergangene Jahr die Latte zu hoch gelegt.

Die Fraktionsvorsitzende Christel Golz sagte, die CDU stehe zu dem Projekt, die Stadt habe viel davon und mit einer Förderzusage von drei Jahre hätten beide Seiten Planungssicherheit. Auch Martina Mühlherr stellte seitens der SPD Zustimmung in Aussicht. Thomas Nuding hätte sogar eine fünfjährige Festlegung begrüßt. Joachim Bach (Freie Wähler) sagte, er anerkenne die Vorteile, die die Klosterstadt der Region bringe. Allerdings sei ihm ein Förderrahmen von drei Jahren zu lang, auch angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung. Deshalb werde er nicht zustimmen. Auch Patricia Hutla lehnte den Antrag angesichts der anstehenden Investitionen in der Stadt als „abenteuerlich“ ab. Christian Fecht (CDU) sah nicht ein, dass allein die Stadt Meßkirch alle Zuschüsse übernehmen solle und Karl-Heinz Thoma meinte, man hätte Rücklagen bilden sollen. Deshalb lehnten beide den Antrag ab.

Hannes Napierala verwies unter Bezug auf Thoma darauf, dass das Jahresziel bislang immer gewesen sei, das am Ende eine schwarze 0 herauskomme. Somit hätte man gar keine Überschüsse für Rücklagen erzielen können. Überdies sei es im Tourismus nun einmal so, dass man erst investieren müsse, bevor die Besucher kommen, und nicht umgekehrt.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen