Bizerba-Umsatz beträgt 677 Millionen Euro

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Ein Bizerba-Service-Mitarbeiter überprüft im Werk eine Anlager auf ihre präzise Funktion.
Ein Bizerba-Service-Mitarbeiter überprüft im Werk eine Anlager auf ihre präzise Funktion. (Foto: Bizerba-Werks)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Sigmaringen

Das Balinger Unternehmen Bizerba mit Zweigwerk in Meßkirch, ein Anbieter von Wäge-, Schneide- und Auszeichnungstechnologie, hat im vergangenen Geschäftsjahr 2017 weltweit einen Umsatz von 677 Millionen Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Mitarbeiter stieg weltweit auf rund 4100, davon 177 im Werk Meßkirch. Das über 150 Jahre alte Familienunternehmen wird in fünfter Generation von den Geschwistern Andreas und Angela Kraut geführt.

Seit 2014 verzeichnet das Unternehmen im dritten Jahr in Folge eine deutliche Umsatzsteigerung. 35 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Bizerba in Deutschland und 65 Prozent im Ausland, davon 20 Prozent in Amerika. Die Produkte werden in 120 Ländern vertrieben, es gibt 42 Tochtergesellschaften in 25 Ländern. Jüngst wurde eine eigene Tochtergesellschaft in Istanbul in der Türkei gegründet, die eine Brückenfunktion in Richtung auf die arabischen Länder übernehmen soll.

Besonders in Osteuropa verzeichnete die Firma in den vergangenen Jahren ein gutes Wachstum. „Wir freuen uns, dass wir an unser überaus erfolgreiches Jubiläumsjahr anknüpfen und den Wachstumskurs im Geschäftsjahr 2017 in fast allen Unternehmenssparten fortsetzen konnten“, so Andreas Kraut, Geschäftsführer von Bizerba. In Asien und Amerika sieht die Geschäftsleitung noch Zuwachspotenzial, aber in vielen Ländern sei man Marktführer, sagt Kraut.

Die größten Geschäftsfelder sind nach wie vor Wäge- und Schneidesysteme für Handel und Gewerbe, auf die zusammen 29 Prozent des Umsatzes entfallen, aber Geräte für die industrielle Anwendung folgen bereits mit 21 Prozent. Auch das Geschäft mit der Software wird immer wichtiger. „Wir beschäftigen inzwischen mehr Software- als Hardwareentwickler“, sagt Kraut. Etikettiermaschinen machen mittlerweile 17 Prozent des Umsatzes aus, „das sind mehr als 100 Millionen Euro.“ Bizerba hat seit einigen Jahren auch einen eigenen Sektor für Finanzdienstleistungen aufgebaut.

Gut entwickelt hat sich auch das Geschäft mit Rundum-Angeboten, bei denen ein Komplettpaket einschließlich Service und Finanzierung angeboten wird. Das sei ein Mega-Trend. In Zeiten der Elektronik verkürzen sich auch für Bizerba die Innovationszyklen dramatisch. „Eine Waage ist heute eigentlich ein Computer mit Wägefunktion“, sagt Kraut. Dementsprechend verkürzte sich der Lebenszyklus von Geräten auf bis zu drei Jahre, dann müsse nachjustiert werden. Dementsprechend sieht sich auch Bizerba in der Situation, ständig neue Produkte und Software zu entwickeln. Dazu gehören unter anderem intelligente Kontroll- und Inspektionsmaschinen. Auch Selbstkassiersysteme für Supermärkte werden weiterentwickelt.

In Meßkirch wurden im vergangenen Jahr rund 3,5 Millionen Euro investiert, so in eine Kalthalle und und für eine über eine Million Euro teure Spezialmaschine. Auch für das laufende Jahr sind Investitionen in Höhe von 1,5 bis zwei Millionen Euro geplant. Die Mitarbeiterzahl in Meßkirch ist seit 2014 um 27 gestiegen, es gibt etwa zwölf Auszubildende. Nachdem man sich mit der Stadt über das benachbarte Wäschereigrundstück geeinigt hat, für das die Stadt die Altlastensanierung übernimmt, wird Bizerba das Grundstück anschließend übernehmen. Damit wird sich die Firma Platz für Erweiterungen sichern. „Der Standort Meßkirch ist für viele Jahre gesichert“, betont Andreas Kraut.

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