Bischof Willibrord Benzler ist vor 100 Jahren gestorben

 Erzabt Willibrord Benzler: Für das Kloster in Beuron ist er bis heute eine prägende Persönlichkeit.
Erzabt Willibrord Benzler: Für das Kloster in Beuron ist er bis heute eine prägende Persönlichkeit. (Foto: Erzabtei Beuron)
Schwäbische Zeitung

In der Erzabtei Beuron wird am 16. April des 100. Todestages von Willibrord Benzler gedacht. Willibrord Benzler, Mitglied des Ordens des heiligen Benedikt (OSB) lebte von 1854 bist 1921 und gehört zu den Persönlichkeiten, die die Geschichte der Erzabtei Beuron nachhaltig geprägt haben – auch in europäischer Perspektive, teilt die Erzabtei in einer Pressemeldung mit.

Den Lebensweg des Grenzgängers von Beuron hat der aus Laiz stammende Adalbert Kienle, früherer Stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, in der Reihe „Beuroner Profile“ (Beuroner Kunstverlag, 2019) erzählt. Die folgende Darstellung bezieht sich auf eine Buchbesprechung von Kai-Uwe Merz in der benediktinischen Zeitschrift „Erbe und Auftrag“.

Kienle gibt mit seinem Buch ein Lebensbild des gebürtigen Sauerländers Karl Benzler aus dem bäuerlichen Hemer in der Zeit sozialer Gegensätze, epochaler Entwicklungen, bedeutender katholischer Gestalten, schließlich politischer Konflikte von Einigungskriegen über Reichsgründung und Kulturkampf bis zu Erstem Weltkrieg und Revolution. Der Theologiestudent Benzler scheitert mit seinem Wunsch, Jesuit zu werden. Der erste Besuch in Beuron ist zufällig. Am 7. Oktober 1874 wird aus Karl der Postulant Willibrord. Kurz vor Beginn des Noviziats ergehen in Berlin die Maigesetze. Auflösung und Ausweisung von Abtei und Mönchen folgen. Wege über Grenzen: Ziel ist Volders in Tirol. 1877 wird Benzler zum Priester geweiht. Nach einem Aufenthalt im Stift Emaus in Prag übernimmt Benzler als Prior Leitungsverantwortung in der Klosterneugründung Seckau in der Steiermark. Nach Beendigung des Exil 1887 wird er zum ersten Abt der von Beuron aus wiederbesiedelten Benediktinerabtei Maria Laach in der Eifel ernannt.

Es beginnt eine Epoche der Nähe zwischen den Beuronern und dem protestantischen Kaiser Wilhelm II. Ihm macht Benzler 1894 in Potsdam Aufwartung, bleibt jedoch skeptisch hinsichtlich der Gunsterweise seitens des Kaisers. 1901 wird Benzler mit der Ernennung zum Bischof der Festungsstadt Metz im eroberten Lothringen wiederum zum Grenzgänger. Der Bruch mit dem Kaiser folgt 1904. Die Spannungen zwischen Politik und Religion steigern sich im Weltkrieg. Nach der deutschen Niederlage muss Willibrord Benzler als Reichsdeutscher 1919 seine Bischofsstadt Metz verlassen und kehrt nach Beuron zurück. Er stirbt am 16. April 1921 in der Zisterzienserinnen-Abtei Lichtenthal bei Baden-Baden. Seine letzte Ruhestätte hat Willibrord Benzler in der Abteikirche seines Heimatklosters in Beuron gefunden.

In der Erzabtei Beuron wird des 100. Todestages Willibrord Benzlers am 16. April in der Abteikirche bei der Feier der Konventmesse um 11 Uhr gedacht. Bereits am 11. April fand in der Abtei Maria Laach, deren erster Abt Benzler war, ein Gedenkgottesdienst statt, bei dem der Beuroner Erzabt Tutilo Burger (OSB) die Festpredigt hielt.

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