Beuroner Chor lockt so viele Besucher wie noch nie in die Klosterkirche

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Mezzosopran Gabriele Merz und Sopran Irina Gulde (von links) singen mit dem Beuroner Chor die Stille-Nacht-Messe und begeistern ein großes Publikum. (Foto: Vera Romeu)

Zum alljährlichen Auftritt des Beuroner Chors sind so viele Konzertbesucher wie noch nie in die Klosterkirche gekommen. Die zwei Solistinnen Irina Gulde und Gabriele Merz, der Beuroner Chor, die Flötistin Stefanie Doldinger, das Albstadter Bläserensemble und die Organisten Joachim Schreiber und Peter Hastedt wirkten unter der Leitung von Hans-Peter Merz mit.

Der Höhepunkt des Konzerts war die Aufführung der „Oberndorfer Stille-Nacht-Messe“ des österreicher Komponisten Hans Klier. In dieser Messe arbeitet Klier Melodien von traditionellen Weihnachtsliedern in die festen liturgischen Bestandteile ein, sodass diese neu und emotional ansprechend erklingen. Die Messe stand fast am Ende des Konzerts: Dirigent Hans-Peter Merz hatte die Gestaltung der Programmdramaturgie gekonnt auf diese Messe hin konzipiert. Er ließ in einer Art und Weise singen und musizieren, dass sich die Atmosphäre kontinuierlich verdichtete und letztlich in dieser Oberndorfer Stille-Nacht-Messe kulminierte. Danach sangen Chor, Solistinnen und alle Konzertbesucher in der Begleitung des Albstadter Bläserensembles gemeinsam das Weihnachtslied „O Du fröhliche“. Erzabt Tutilo Burger stand dabei als Erster auf – und nach ihm die ganze Kirche. Die Besucher waren von der weihnachtlichen Stimmung so ergriffen, dass der Applaus unmittelbar nach dem Schlussakkord losrauschte – ohne das Läuten der Glocken abzuwarten, wie es in Beuron eigentlich Tradition ist.

Präzise Einsätze, eine transparente Diktion und der Wohlklang der Stimmen zeigten den Ernst und das Feingefühl, den der Chor beim Gesang pflegt. Chorleiter Merz dirigierte engagiert und souverän, an der Chororgel spielte Hastedt und begleitete den Chor. Die Solistinnen – Sopran Irina Gulde und Mezzosopran Gabriele Merz – begeisterten das Publikum. Ihre Stimmen schwelgten in den hohen Kirchenraum. Insbesondere in der Stille-Nacht-Messe hatten sie einen wunderbaren und anspruchsvollen Part zu singen, den sie sehr ausgewogen formten. Die Flötistin Stefanie Doldinger trug bei dieser Messe mit dem Silberklang ihres Instrumentes zur Schönheit bei.

Der Auftakt des Konzerts hatte Joachim Schreiber mit einer Orgelimprovisation über weihnachtliche Themen gemacht. Das Albstadter Bläserensemble übernahm einen beträchtlichen Teil des Programms und spielte interessante Werke. Sie führten vier Sätze aus der beliebten Sammlung weltlicher Tänze des Renaissance-Komponisten Michael Praetorius auf. Strahlend und samtig zugleich gestalteten die Bläser die Klangfarben. Sie spielten barocke Musik: „Sonate V“ von Daniel Speer beispielsweise und „The Harmonious Blacksmith“ von Georg Friedrich Händel. Der Klang der Bläser entfaltete sich prachtvoll in der Akustik der Klosterkirche. Das Konzert wurde so zum großen Erfolg aller Akteure.

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