Beuron investiert in Kinder und Breitband

 So finster wie das Höhlengesicht auf Hausen im Tal blickt, muss der Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller auf seinen Haushalt
So finster wie das Höhlengesicht auf Hausen im Tal blickt, muss der Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller auf seinen Haushalt nicht schauen. (Foto: Grimm)
Susanne Grimm

Im Finanzhaushalt für das laufende Jahr 2021 legt die Gemeinde Beuron den Fokus ganz auf die Bereiche Kindergartenneubau in Hausen i.T., das Sanierungsgebiet in Beuron, die Breitbanderschließung sowie das Abwasser. Dies seien alles notwendige Investitionen im Bereich der existenziellen Daseinsvorsorge für die Gemeinde Beuron. Das machten in der jüngsten Gemeinderatssitzung Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller und Alexander Bücheler, Fachbeamter für das Finanzwesen, deutlich.

Erfreulicherweise könne die Gemeinde auf zahlreiche Zuschüsse blicken, dennoch sei die Verwaltung auf Eigenmittel angewiesen, „die wir nur bedingt aus den laufenden Erträgen erwirtschaften können“, so der Bürgermeister. Bücheler machte in seinen Ausführungen klar, dass eine Darlehensaufnahme in Höhe von 150 000 Euro erforderlich ist, ansonsten kann die Gemeinde ihren Anteil nicht aufbringen.

Zur Ausschöpfung der Ertragsmöglichkeiten gehöre die Parkraumüberwachung, die im vergangenen Jahr ausgebaut worden sei, ebenso, wie die Bewirtschaftung des Klosterparkplatzes in Beuron. Weitere Ertragsmöglichkeiten gebe es derzeit für Beuron nicht, abgesehen von der Erhöhung der Hebesätze. Weil die Gemeinde aber „auf die wirtschaftlichen Kräfte ihrer Abgabepflichtigen Rücksicht zu nehmen hat“, könne diese Stufe zum Haushaltsausgleich nicht herangezogen werden, formulierte der Finanzmann bürgergerecht. Deshalb habe die Gemeinde für das laufende Jahr bewusst auf neue und weitere Investitionen verzichtet.

Zu den vorgesehenen Investitionen für das laufende Jahr gehört der kirchliche Kindergartenneubau, der mit rund 358 000 Euro zu Buche schlägt, aber lange nicht der größte Posten im Investitionsplan ist. Spitzenreiter ist hier der Breitbandausbau im Kernort Beuron mit einem Kostenvolumen in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro. Auch das Sanierungsgebiet in Beuron ist mit 626 000 Euro veranschlagt. Dazu kommt der zweite Bauabschnitt des Anschlusses der gemeinsamen Kläranlage Beuron und Irndorf in Höhe von 220 000 Euro. Insgesamt beläuft sich die Investitionssumme der geplanten Maßnahmen auf knappe 3,2 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch die Erneuerung der EDV für die Verwaltung (5800 Euro), die laut beider Fachleute veraltet ist. Auch der Bauhof braucht dringend ein Ersatzfahrzeug, da das bisherige einen erhöhten Unterhaltsaufwand verursacht.

Abzüglich der Zuschüsse (knapp 2,2 Millionen Euro) vom Land und der Umsatzsteuerrückerstattung (345 000 Euro) von insgesamt über 2,5 Millionen Euro verbleibt für Beuron noch ein Betrag von 619 744 Euro, die die Gemeinde selber aufbringen muss. Da die Gemeinde momentan über 770 256 Euro an liquiden Mitteln verfügt, kann diese Summe gedeckt werden. Mit der geplanten Kreditaufnahme wird der Schuldenstand der Donautalgemeinde bis Ende des Jahres auf 246 674 Euro angewachsen sein, was bei einer Einwohnerzahl von 660 eine Pro-Kopf-Verschuldung von 373,75 Euro bedeutet. Bücheler bezeichnete dies noch als „vertretbar“.

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