Bebauungsplan muss für Pflegezentrum geändert werden

Lesedauer: 4 Min
Das Bestandsgebäude des ehemaligen Pflegehauses „Silberdistel“ wird in die Neuplanung des künftigen Pflegezentrums mit Angeboten
Das Bestandsgebäude des ehemaligen Pflegehauses „Silberdistel“ wird in die Neuplanung des künftigen Pflegezentrums mit Angeboten zum betreuten Wohnen eingebunden. Hinter und neben dem Gebäude sollen die Neubauten des Pflegezentrums entstehen. (Foto: Susanne Grimm)
sgr

Der Gemeinderat Stetten am kalten Markt hat in seiner ersten Sitzung des Jahres weiteren Schritten zugestimmt, um den Neubau eines Pflegezentrums im Bebauungsplan „Kleebühl“ zu realisieren. Dazu gehörten das Abwägen der Stellungnahmen aus Anhörungen der Öffentlichkeit, sowie der beteiligten Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange. Auch ist der Bebauungsplanentwurf mit Begründung, Umweltbericht und der artenschutzrechtlichen Prüfung in der Fassung vom 9. Januar vom Rat gebilligt worden.

Bürgermeister Maik Lehn erläuterte, dass der Bebauungsplan „Im Kleebühl“ geändert werden musste, um den Neubau eines Pflegezentrums und den Bestand des Gebäudes des ehemaligen Hauses „Silberdistel“ zu sichern, das künftig den Bereich „Betreutes Wohnen“ beherbergen soll. Dazu ist die an das bisherige „Silberdistel“-Grundstück angrenzende Fläche, die bisher als landwirtschaftliches Grünland genutzt worden ist, in das Plangebiet eingegliedert worden. Somit umfasst das Areal, im Bebauungsplan als „Mischgebiet“ ausgewiesen, insgesamt 1,1 Hektar, wobei die neu eingegliederte Fläche rund 8500 Quadratmeter einnimmt.

Balinger Planungsbüro beauftragt

Der Aufstellungsplanbeschluss sei schon in der Septembersitzung vom Rat gefasst worden, auch die frühzeitige Anhörung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange habe noch im vergangenen Jahr stattgefunden. Mit der Erstellung des Bebauungsplans und der Durchführung des Verfahrens hat die Gemeinde das Büro Fritz & Grossmann aus Balingen beauftragt. Ein Vertreter dieses Planungsbüros, Tristan Laubenstein, Fachmann für Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement, stellte in der Sitzung das Vorhaben samt der bauplanungsrechtlichen Verfahren in einer Präsentation vor. Da das Gebiet innerhalb der Wasserschutzzone III liegt, im Süden an das Landschaftsschutzgebiet „Donau und Schmeiental“ und im Westen an eine FFH-Mähwiese angrenzt, sich in rund 600 Meter Entfernung ein Vogelschutzgebiet befindet, sowie in rund 1,5 Kilometer das FFH-Gebiet „Truppenübungsplatz Heuberg“, mussten natürlich die von den zuständigen Behörden vorgetragenen Bedenken berücksichtigt werden.

Auch der Fachbereich Straßenbau des Landratsamts Sigmaringen hat kritische Anmerkungen vorgebracht. So liegt der südliche Bereich des Planbereichs dicht an der Albstraße, weshalb ein Hochbau an dieser Stelle nur unter bestimmten Auflagen möglich sei. Ebenso müssen spezielle Auflagen bezüglich der Stellplätze und der An- und Zufahrtwege umgesetzt werden, um die Verkehrssicherheit innerhalb und außerhalb des Plangebiets zu gewährleisten. Mit Blick auf Müllfahrzeuge sowie anliefernden Lastwagen und deren Rangiermöglichkeiten hatten die Räte Daniel Sauter und Ralf Maier Fragen gestellt, die Laubenstein zufriedenstellend beantwortete. Auch die Fragen rund um den Naturschutz, Ausgleich und dem Verrechnen mit Ökopunkten haben die Räte ausführlich diskutiert und Maßnahmen zur Biotopentwicklung und – erhaltung, wie beispielsweise das Anbringen von künstlichen Nisthilfen für Turmfalken, gebilligt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen