Aus der Kita wird bald ein Kifaz

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 Die Kita soll zum Kinder- und Familienzentrum werden.
Die Kita soll zum Kinder- und Familienzentrum werden. (Foto: Daniel Naupold/dpa)
Susanne Grimm

Der Gemeinderat Stetten am kalten Markt hat in seiner jüngsten Sitzung für die Weiterentwicklung der Kindertagesstätte (Kita) Arche Noah zu einem Kinder- und Familienzentrum (Kifaz) mit neun Ja-, drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung gestimmt. Gleichzeitig ist der Einstellung einer Hilfskraft zur Unterstützung der Kindergartenleiterin zugestimmt worden. Jedoch soll nach Ablauf des dritten Jahres mit Blick auf den Erfolg und die Kostenentwicklung endgültig entschieden werden, ob das Projekt eine dauerhafte Zukunft hat.

Bürgermeister Maik Lehn erläuterte die Ziele und Besonderheiten eines Kifaz gegenüber einer Kita. So soll die Selbsthilfe, Selbsttätigkeit und Selbstwirksamkeit der Eltern gestärkt werden, daneben sollen bedarfsorientierte Angebote der Begegnung, Beratung und Begleitung, aber auch zur Bildung niederschwellig vorhanden sein. Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf sollen unter anderem Begleitung und Unterstützung erfahren. Ziel sei es, mit der Kifaz einen zentralen Bestandteil der familiären Lebenswelt zu schaffen.

Land stellt Fördergeld bereit

Lehn zeigte auf, dass das Land Baden-Württemberg für eine solche Weiterentwicklung Fördergelder bereitstellt, die insgesamt vier Jahre läuft. So erhält die Einrichtung in den ersten zwei Jahren eine Anschubfinanzierung in Höhe von je 10 000 Euro. Die Anschlussförderung für die folgenden zwei Jahre beläuft sich auf je 2000 Euro. Zusätzlich würde das Kifaz von der Erzdiözese Freiburg einen einmaligen Zuschuss von 10 000 Euro für die Einrichtung erhalten, sowie anschließend eine jährliche Förderung von 7500 Euro, die auf Dauer angelegt ist.

In der Sitzung des Gemeinderats war auch die Leiterin der Kindertagesstätte Arche Noah, Manuela Unger, anwesend, um die Fragen aus dem Gremium zu beantworteten. Unger, die sowohl die Kita als auch die Leitung des Kifaz übernehmen würde, um die Führung unter einer Stelle zusammenlaufen zu lassen, hatte im Vorfeld mit ihrem Erzieherteam Fortbildungen mit der Caritas-Fachberatung durchgeführt. Zusätzlich nimmt die Leiterin auch an einer Expertengruppe des Landkreises Sigmaringen teil.

Entwicklung ist ungewiss

Wie Lehn und Unger weiter ausführten, ist die Entwicklung zu einem Familienzentrum ein dynamischer Prozess, weshalb noch nicht genau gesagt werden kann, wohin sich die Einrichtung bewegen wird. Deshalb sei es auch schwierig, die Folgekosten festzulegen, die das Kifaz nach Auslaufen der Förderungen nach sich ziehen werde. „Die Verwaltung sieht das Projekt jedoch sehr positiv“, so der Bürgermeister. Er empfahl deshalb den Räten, den notwendigen Schritten zuzustimmen und nach Abschluss des dritten Jahres eine Zwischenbilanz zu ziehen. Danach solle entschieden werden, ob das Projekt dauerhaft Bestand hat.

Einige Räte, darunter Klaus-Dieter Halder (CDU) und Daniel Sauter (FW) äußerten jedoch Zweifel an dieser Vorgehensweise. „Die Frage ist doch, ob wir nach Ablauf der Förderungsjahre den Mut haben werden, zu sagen, ,das war’s’“, meinte Halder. Er sei lang genug als Gemeinderat tätig, so dass er aus seiner Erfahrung heraus eine Ablehnung für äußerst unwahrscheinlich halte. „Das wird eine feste Einrichtung werden, die letztlich an der Gemeinde hängen bleiben wird“, sagte Sauter. Er befand, dass Stetten hinsichtlich der Kinderbetreuung sehr gut aufgestellt sei und die genannten Hilfs- und Beratungsangebote des Kifaz in erreichbarer Nähe von anderen Einrichtungen in ausreichender Zahl angeboten werden:„Man muss sie halt nur nutzen!“

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