Arbeiten sollen im Februar abgeschlossen sein

Lesedauer: 6 Min
 Die Arbeiten am Meßkircher Caritas-Zentrum neigen sich dem Ende zu.
Die Arbeiten am Meßkircher Caritas-Zentrum neigen sich dem Ende zu. (Foto: Christoph Wartenberg)
Schwäbische Zeitung

In Meßkirch gibt es seit rund 1,5 Jahren die große Baustelle des Neubaus eines Caritas-Zentrums. Die Arbeiten an dem Bauwerk verlaufen derzeit gut. Architekten, Fachplaner, die beteiligten Firmen und die Handwerker gehen davon aus, dass die Arbeiten aller Voraussicht nach im Januar/Februar 2020 abgeschlossen sein werden, sodass die Bewohner des Conrad-Gröber-Hauses im März 2020 in das neue Gebäude einziehen können. Die offizielle Inbetriebnahme kann dann ab April 2020 erfolgen, eine Einweihungsfeier ist für den Mai 2020 geplant.

Die Arbeiten sind bislang ohne größere Probleme verlaufen, teilt der Caritasverband in Sigmaringen mit. Nach Fertigstellung wird es in Meßkirch verschiedene Angebote geben: Es werden insgesamt 60 vollstationäre Plätze für pflegebedürftige Menschen zur Verfügung gestellt werden. Davon sind insgesamt 45 Plätze in drei Wohngruppen als sogenannte Dauerplätze definiert.

Eine Wohngruppe und damit 15 Plätze sollen ausschließlich als Kurzzeitpflegeplätze der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden. Hintergrund ist, dass es im ganzen Land Baden-Württemberg und insbesondere auch im Landkreis Sigmaringen einen großen Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen gibt.

Die bislang im Herz-Jesu-Heim beheimatete Sozialstation St. Heimerad wird in dem Gebäude ein neues Zuhause finden. Von dort aus wird sie wie gewohnt für die Raumschaft Meßkirch die ambulanten Dienste wie Pflege, Betreuung, hauswirtschaftliche Unterstützung, Hausnotruf und Essen auf Rädern anbieten. Darüber hinaus wird es dort künftig eine Tagespflege mit insgesamt rund zwölf Plätzen geben, die von der Sozialstation betrieben werden wird.

Im Haus soll es ferner das Angebot eines stationären Mittagstisches geben, die Beratungsstellen des Caritasverbandes werden dort in einem großen Umfang Außensprechstunden anbieten. Der Basisdienst des Caritasverbandes, der sogenannte Caritassozialdienst, die katholische Schwangerenberatung sowie der Migrationsdienst werden mit einem ständigen Sitz im neuen Gebäude vertreten sein. Insgesamt werden rund 150 Mitarbeiter dort ihren Dienstsitz haben. Das neue Caritas-Zentrum soll künftig den Namen „Sankt Martin“ tragen.

Das größte Projekt in der Verbandsgeschichte des Caritasverbandes wird voraussichtlich rund 9,4 Millionen Euro kosten. Den weitaus größten Anteil dieser Gesamtsumme muss der Caritasverband aus Kapitalmarktmitteln oder Eigenmitteln aufbringen, es gibt aber auch Zuschüsse. Das Erzbistum Freiburg stellt aus Kirchensteuermitteln insgesamt einen Betrag in Höhe von bis zu 700 000 Euro zur Verfügung, des Weiteren gibt die Deutsche Fernsehlotterie insgesamt einen Betrag zur Verwirklichung des Projektes in Höhe von rund 260 000 Euro als Zuwendung.

Große organisatorische und konzeptionelle Fragestellungen

Mit der Umsetzung einer solchen Idee sind naturgemäß viele inhaltliche, organisatorische und konzeptionelle Fragestellungen verbunden. Wie funktioniert das Miteinander in einem Gebäude mit ambulanten, teilstationären und vollstationären Angeboten? Welche der insgesamt vier Wohngruppen soll für die Kurzzeitpflege mit 15 Plätzen vorgehalten werden? Wie müssen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterqualifizieren und fortbilden, gerade wenn es um das neue Angebot der Kurzzeitpflege geht? Wie organisiert man gerade bei der Kurzzeitpflege das sogenannte „Belegungsmanagement“ und vieles mehr.

Neben der Baustelle mussten sich der Vorstand des Verbandes, die Heim- und Pflegedienstleitung Evelin Lehmann mit ihren Kollegen sowie die Projektleitung Romana Weißenbach auch mit diesen Fragestellungen befassen.

Um die entsprechenden Ressourcen für die Klärung dieser und anderer Fragestellungen im Bereich der Altenhilfe zur Verfügung zu haben, hat der Caritasverband bereits vor einigen Jahren einen Projektantrag bei der Lotterie Glücksspirale gestellt, Projekttitel war „zukünftige Weiterentwicklung der katholischen Altenhilfe beim Caritasverband Sigmaringen“. Erfreulicherweise konnte die GlücksSpirale für dieses Projekt insgesamt 150 000 Euro zur Verfügung stellen.

Ein besonderer Schwerpunkt war hierbei auch die konzeptionelle Entwicklung innerhalb des Caritas-Zentrums St. Martin in Meßkirch. Somit konnte die Projektleitung Romana Weißenbach gut ausgestattet mit Ressourcen diese vielfältigen Fragestellungen gemeinsam mit Evelin Lehmann und den Mitarbeitenden vor Ort klären.

In etwa einem halben Jahr wird der Verband mit seinen Mitarbeitern sowie den Bewohnern dann die Fertigstellung des Projektes feiern können. Es wird dann auch Gelegenheit geben, dass auch die Meßkircher Bevölkerung das neue Angebot kennenlernt.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen