Anstrengende, aber schöne Beschäftigung

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 Eine lehrreiche Übung: Ausbilderin Claudia Steinert (links) leitet Marlen an.
Eine lehrreiche Übung: Ausbilderin Claudia Steinert (links) leitet Marlen an. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Rund 60 junge Leute haben am Samstag bei der kreisweiten Übung der Jugendfeuerwehren die örtliche Alemannenhalle vor einer „verheerenden Feuersbrunst“ gerettet. Der Feuerwehrnachwuchs aus Beuron, Leibertingen, Schwenningen, Stetten a.k.M. und Meßkirch hat vor den gestrengen Augen seiner Ausbilder und des Kreisbrandmeisters Michael Hack buchstäblich mit „Feuereifer“ seine Aufgaben gemeistert.

„Es ist schon ein bisschen wie Abenteuer“, sagte der elfjährige Erik von der Jugendfeuerwehr Stetten a.k.M.-Frohnstetten, „aber es ist auch viel Arbeit“. Die gleichaltrige Marlen stimmte ihm zu, bestätigte aber auch, dass es eben sehr viel Spaß macht. Sie hatte zuvor unter Anleitung ihrer Ausbilderin Claudia Steinert den Löschwasserhahn des wasserführenden Fahrzeugs zugedreht. „Man braucht schon Kraft und Stehvermögen, denn das Bedienen der Gerätschaften und das zielgerichtete Halten des unter starkem Druck stehenden Schlauchs ist nicht ohne“, so die Ausbilderin.

Unweit der Stettener agierten die Jungs und Mädels der Beuroner Jugendwehr, wo sich besonders die kleineren Floriansjünger kräftig gegen den Druck stemmen mussten. „Wir schauen dabei, dass kein Fahrzeug über die Schläuche fährt“, sagte Claudia Steinert. „Denn bei dem dabei entstehenden plötzlichen Druckabfall und dem ebenso plötzlichen Wiedereinschießen des Wassers in den Schlauch kann das die Kinder umwerfen.“

Bei dieser Übung ist ein Vollbrand der Alemannenhalle angenommen worden, allerdings ohne eingeschlossene Personen. Wie die stellvertretende Kreisjugendwartin, Bianca Krugger, erläuterte, geht es bei den Übungen der Jugendfeuerwehren in erster Linie darum, einen Löschangriff mit all seinen unzähligen Handgriffen und speziellen Feinheiten zu üben. So beispielsweise die Schläuche an den richtigen Stellen auszurollen, nach der Übung diese vom im Inneren befindlichen Wasser zu befreien und anschließend fachgerecht wieder zu verstauen, die vielfältigen Inhalte der Geräte- und Löschfahrzeuge zu kennen und zu gebrauchen: denn im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen.

Übung an einem wasserführenden Fahrzeug

Auch die Wasserversorgung sicherzustellen, hat ihre Tücken, denn nicht immer sind genügend Hydranten oder Löschwasserreservoire vorhanden. So übte beispielsweise die Stettener Feuerwehrjugend mit und an einem wasserführenden Fahrzeug. Im Sinne des Jugendschutzes darf der Nachwuchs natürlich nicht an schwerem Gerät üben, auch die Drehleiter und Atemschutzgeräte sind für sie noch tabu, schließlich sollen die Kinder und Jugendlichen nicht überfordert werden. Und selbstverständlich wird besonderes Augenmerk auf die Unfallverhütungsvorschriften gelegt.

Erik und Marlen bedauerten übrigens, dass von der vor nicht allzu langer Zeit größten Jugendfeuerwehr im Kreis, nämlich ihrer eigenen, nicht mehr viel übrig geblieben sei. Auf die Frage, warum das so ist, lautete die einleuchtende aber niederschmetternde Erklärung, dass meistens zeitgleich zu den Übungsabenden Fußballtraining ist und sich die meisten Jungs für den Fußball entscheiden. Insgesamt besteht die Kreisjugendfeuerwehr aus 23 Nachwuchswehren mit rund 700 Mitgliedern im Alter von zehn bis 17 Jahren, die in Bezirke aufgeteilt sind. Deshalb war auch die Jugendfeuerwehr Pfullendorf nur als Zuschauer anwesend, da sie einem anderen Bezirk angehört.

Im Anschluss der Übung versammelten sich alle Teilnehmer zu einer Nachbesprechung in der Alemannenhalle, die trotz der riesigen Wassermenge, die binnen einer halben Stunde auf sie niederging, trocken geblieben war.

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