Ablachtalbahn: Sauldorfer übernimmt Vorsitz

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Sie leiten den neu gegründeten Förderverein Ablachtalbahn: Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden (links), Beisitzer Ralf Derwing, Schatzmeister Christoph Höh, Schriftführer Michael Gangotena, Vorsitzender Severin Rommeler, Beisitzerin Martina Mülherr und Beisitzer Udo Engelhardt. (Foto: Anthia Schmitt)

34 Männer und Frauen haben am vergangenen Samstag bei der Gründungsversammlung des Fördervereins Ablachtalbahn spontan den Aufnahmeantrag für den Verein unterschrieben. Zu ihrem Vorsitzenden wählten sie Severin Rommeler aus Sauldorf. Mit rund 50 angemeldeten Gästen war der Saal, der in coronagemäßem Abstand gestuhlt war, gut besetzt. Anwesend waren nicht nur die Initiatoren der Vereinsgründung, sondern auch Vertreter der Gemeinden entlang der Ablachtal-Bahn und Gewerbetreibende, die die Bahn möglicherweise später für Frachttransporte nutzen.

„Wir sind davon überzeugt, dass eine Reaktivierung der Ablachtal-Bahn die Region attraktiver macht“, sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden, die zum Kreis der Initiatoren gehört, zu Beginn der Veranstaltung. Die Bahn sei nicht nur eine Erleichterung für die Kommunen entlang der Strecke zwischen Mengen und Stockach, sondern fördere auch das Zusammenwachsen der Landkreise Sigmaringen, Konstanz und Bodenseekreis. Bogner-Unden sah in der Reaktivierung der Bahnstrecke nicht nur touristisches Potenzial, sondern auch eine Chance für die Ansiedlung neuer Unternehmen im Kreis Sigmaringen. Als Abgeordnete der Grünen ist für sie auch der Aspekt des Umweltschutzes von Bedeutung. „Unsere Kinder und Enkel werden uns dankbar sein, dass wir uns für den Klimaschutz engagiert haben“, sagte sie.

Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick berichtete über den aktuellen Stand der Gespräche zur Wiederbelebung der Bahn. „Im Moment ist es eine gute Zeit für die Reaktivierung einer Bahnstrecke“, sagte er. Beim Bund und beim Land stünden Gelder für solche Maßnahmen zur Verfügung. Derzeit würden Gutachten und Machbarkeitsstudien erstellt. Dabei sei es auch wichtig, dass die Bevölkerung hinter einer Wiederinbetriebnahme stehe. „Es muss klar werden, dass auch die Bürger das Projekt sinnvoll finden“, hob Zwick die Bedeutung eines Fördervereins hervor.

„Glücklicherweise gibt es die Strecke noch“, schätzte Zwick die Chancen für eine Reaktivierung als gut ein. Es sei richtig, dieses Stück Land mit den Schienen drauf zu erhalten. Wenn man jetzt nicht eingreife, gehe Wesentliches kaputt. „Einfach wird es nicht, aber die Rahmenbedingungen sind so gut, wie sie es noch nie waren“, sagte Zwick.

Zum aktuellen Zustand der Trasse fügte er hinzu, dass sie in „keinem schlechten Zustand“ sei. Zunächst müsse aber die Sicherheitstechnik erneuert werden. „Wir reden von Beiträgen, die leistbar sind für alle sechs Gemeinden und die beiden Landkreise entlang der Strecke“, sagte er. Konkret nannte er die Summe „plus minus 50 000 Euro“ je Gemeinde. „Ein machbares Projekt“, unterstrich Zwick. Auch Sauldorfs Bürgermeister Wolfgang Sigrist aus Sauldorf, der die Wahlen leitete, warb mit Nachdruck für die Wiederbelebung der Ablachtal-Bahn. „Für diese Maßnahme müssen wir uns über die Parteigrenzen hinweg engagieren“, sagte er.

Nach einem virtuellen Grußwort von Verkehrsminister Winfried Hermann, der seine Unterstützung in Aussicht stellte, ging es mit der Vorstellung und Genehmigung der Satzung an die offizielle Vereinsgründung. Sitz des Vereins ist Meßkirch. Um die Gemeinnützigkeit zu erlangen, ist als Vereinszweck nicht ein kommerzieller Betrieb der Ablachtal-Bahn genannt, sondern die Förderung von Kultur und Tradition, die Heimatpflege und die Geschichte der Bahnstrecke. Die Wahlen des Vorstands erfolgten satzungsgemäß geheim. An dessen Spitze steht mit einem einstimmigen Wahlergebnis der 24-jährige Severin Rommeler aus Sauldorf. Er studiert Politik, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften und outete sich in einer kurzen Vorstellung als „Vielbahnfahrer“. „Ich will mich dafür einsetzen, dass wir einen Regelverkehr bekommen“, sagte er.

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