48 058 Gäste besuchen die Klosterstadt

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Der Glockenguss gehöret für den Campus-Galli-Geschäftsführer Hannes Napierala zu den Höhepunkten der Saison.
Der Glockenguss gehöret für den Campus-Galli-Geschäftsführer Hannes Napierala zu den Höhepunkten der Saison. (Foto: Sebastian Musolf)
Schwäbische Zeitung

Seit Sonntagabend ist die diesjährige Saison des Campus Galli beendet. Die Klosterstadt befindet sich in der Winterpause. Am Freitag, 1. April 2016, sollen sich ihre Tore wieder öffnen. Im Gespräch mit SZ-Redakteur Sebastian Musolf zieht Campus-Galli-Geschäftsführer Hannes Napierala Bilanz.

Wie ist die diesjährige Saison verlaufen?

Das Ergebnis ist super: Wir hatten dieses Jahr mit 45000 Besuchern geplant und 48058 sind gekommen. Das ist eine Steigerung von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damals kamen rund 36500 Gäste. Dieser Aufwärtstrend zeigt, dass das Interesse an unserem Projekt weiterhin groß ist. Ich merke auch, dass viele Leute den kulturellen Mehrwert des Campus Galli sehen und zu schätzen wissen. Das Image der Stadt Meßkirch hat von uns profitiert, aber auch der Landkreis: Wir schaffen Kultur – abseits der reinen Zahlen als Touristenattraktion.

Welcher Monat hatte dieses Jahr die meisten Besucher?

Der August war fantastisch: Wir hatten über 12000 Besucher. An vielen Tagen kamen mehr als 500 Gäste.

Was waren für Sie die Höhepunkte der Saison?

Das Aufrichten des Dachstuhls der Holzkirche und unser Richtfest waren tolle Momente. Aber auch die Themenwochenenden „Eisen und Feuer“ und „Wild und Jagd“ sowie das Experiment Glockenguss waren für mich absolute Höhepunkte.

Wegen eines kleinen Fehlers hat der von Ihnen erwähnte Glockenguss nicht geklappt. Wird es nächstes Jahr einen zweiten Anlauf geben?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Archäometallurge Bastian Asmus es 2016 noch einmal versuchen wird. Er brennt darauf, die Glocke vollends zur Perfektion zu bringen – auch wenn aus Sicht der experimentellen Archäologie alle Fragen beantwortet sind. Den ersten Glockenguss wird er wissenschaftlich publizieren.

Wo gab es dieses Jahr Probleme?

Die Gastronomie ist nach wie vor unser Sorgenkind: Wir sind mit den Besucherzahlen oft nicht fertig geworden. Die Arbeitsabläufe sind nicht optimal, wir werden intern umstrukturieren. Auch wollen wir künftig weniger Gerichte anbieten, diese aber in Perfektion und in ausreichenden Mengen. Beim Sommerfest haben unsere Parkplätze nicht ausgereicht, aber auch an mehreren Tagen im August sind sie am Limit gewesen. Ich denke aber, dass wir im nächsten Jahr vorerst noch keine Erweiterung brauchen.

Erstmals hat es diese Saison einen Arbeitsunfall mit einem Verletzten gegeben. Ein Schuppen ist eingestürzt. Was hat man für Lehren daraus gezogen?

Wir haben den Unfall zum Anlass genommen, genau hinzuschauen. Das Landratsamt hat eine Betriebsbesichtigung bei uns durchgeführt. Es hat uns bescheinigt, dass wir unsere Arbeit sehr gut machen. Wir stehen auch mit der Berufsgenossenschaft in Kontakt. Allerdings kann man leichte Verletzungen mit Arbeitsgeräten wie etwa Beilen nie vollständig ausschließen.

Wie sieht das Saisonziel des Campus Galli für 2016 aus?

Die endgültigen Zahlen stehen noch nicht fest. Wir wollen aber ganz klar 10000 Besucher drauflegen. Das Saisonziel 2016 wird sich daher zwischen 55000 und 60000 Gästen bewegen. Sicher ist aber, dass wir auch nächstes Jahr auf einen Zuschuss der Stadt Meßkirch angewiesen sein werden. Dessen Höhe werden wir dem Gemeinderat noch dieses Jahr vor den Haushaltsberatungen vorlegen.

Dieses Jahr hat die Stadt Meßkirch 300000 Euro an Zuschüssen bereitgestellt. Wann wird die Klosterstadt ohne diese städtischen Zuschüsse auskommen?

Das Ziel ist nach wie vor, dass sich der Campus Galli ab 2018 finanziell selbst trägt. Dann wollen wir die 100000-Besucher-Marke erreicht haben. Es ist aber nicht allein eine Frage der Besucherzahlen, sondern der Pro-Kopf-Umsatz ist entscheidend. Zudem wollen wir künftig Firmen als langfristige Sponsoren gewinnen. Diesbezüglich haben wir jetzt viele Gespräche geführt.

Wie gehen die Bauarbeiten im nächsten Jahr weiter?

Das Dach und die Wände der Holzkirche sollen fertig werden. Dieses Jahr hat es leider länger gedauert als gedacht, da die Arbeiten sehr umfangreich waren – etwa beim Gerüst und am Dachstuhl. Bei den Werkstätten werden wir alle Provisorien beseitigen. Der Bau der Scheune soll beginnen.

Was für Veranstaltungen sind für 2016 auf dem Gelände geplant?

Unser Sommerfest war erneut ein großer Erfolg, es wird nächstes Jahr wieder stattfinden. Die beiden dieses Jahr erstmals angebotenen Themenwochenenden waren zwar nicht so gut besucht wie erhofft, dennoch möchte ich an ihnen festhalten. Sie passen besser ins Konzept des Campus Galli als große Feste. Wir wollen als Neuerung auch kleine Zusatzaktionen an bestimmten Wochenenden anbieten, wie etwa Bogenschießen oder den Besuchern das Brauen von Bier zeigen.

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