Örtliche Wirtschaften sollen voller werden

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 Gerlinde Tommerdich und Alfio Tomaselli nutzen den Kirchgang für Tratsch und Klatsch.
Gerlinde Tommerdich und Alfio Tomaselli nutzen den Kirchgang für Tratsch und Klatsch. (Foto: Karl-Peter Neusch)
Karl Peter Neusch

Als Hochburg des närrischen Frohsinns hat sich die vollbesetzte Frohnstetter Hohenzollernhalle beim Zunftball der „Hilbenschlecker“ präsentiert, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiern können. Kein Wunder dass sich die Programmorganisatoren zum Jubiläum besonders ins Zeug legten und ein buntes, mit humoristischen und tänzerischen Glanzlichtern gespicktes Programm auf die Bühne zauberten, das das Stimmungsbarometer in ungeahnte Höhen steigen ließ.

Ehrenzunftmeister Arthur Holdenried war es vorbehalten am Beginn in launigen Versen die Vereinsgeschichte der letzten drei Jahrzehnte noch einmal Revue passieren zu lassen. Überhaupt zog sich die Retrospektive auf die erfolgreiche Entwicklung des Vereins wie ein roter Faden durch den ganzen Abend, angefangen von der Vorstellung der drei Frohnstetter Fasnetsfiguren bis hin zur rasanten Schwarzlichtshow der jungen „Hilbis“ mit ihren Originalmasken.

Für die passenden Überleitungen zwischen den einzelnen Programmpunkten sorgte das gut gelaunte Moderatorenduo Natascha Dreher und Lisa Tomaselli. Dass ein Kirchenbesuch nicht nur Anlass für andächtige Gebete sein kann, demonstrierten Gerlinde Tommerdich und Alfio Tomaselli in einem kurzweiligen Sketch mit Lachgarantie.

Das Gesangbuch köchelt im Sauerkrauttopf vor sich hin

Das von den beiden gemimte Ehepaar nutzte den Kirchgang eher für das genüßliche Ausbreiten von allerlei Tratsch und Klatsch, unterbrochen nur von den hilflosen aber amüsanten Versuchen, bekannte Kirchenlieder oder die Heiligenlitanei zu intonieren. Kein Wunder, denn das Gesangbuch, das die bessere Ehehälfte in der morgendlichen Eile mit einem Rauchschinken verwechselt hatte, köchelte seitdem zu Hause auf dem Herd im Sauerkrauttopf leise vor sich hin.

Zu den Höhepunkten des Programms zählten auch heuer wieder die schwungvollen und phantasievoll inszenierten Auftritte der kleinen und großen Gardemädchen. Während beim Marschtanz beide Garden die Beine hochfliegen ließen, gab es bei den beiden Showtänzen rasante Choreographien und eindrucksvolle Kostüme zu bestaunen. Die rote Garde wirbelte dabei mit Kosakenhemd und Fellmütze zu den Klängen von „Kalinka“ über die Bühne, während die „großen“ Gardemädchen ihre imposante „Feuerwehrshow“ effektvoll mit Blaulicht und Sirenengeheul untermalten.

Originell und lustig anzuschauen war auch das „Knieballett“ der Hilbenschleckerfrauen, die hinter einem schwarzen Vorhang die auf ihren Knien aufgemalten Figuren mit Frack und Abendkleid im Rhythmus der Musik synchron bewegten und dabei eine verblüffende Beweglichkeit an den Tag legten.

Zum Glanzlicht des Abends schwang sich auch diesmal wieder Dominik Herre auf, der mit Gitarre, Mundharmonika und seinen selbstgetexteten Liedern die Halle zu Begeisterungsstürmen hinriss. Besonders amüsant sein vorgestelltes Maßnahmenpaket, das er umsetzen würde, wenn er „Schultes von Stetten“ wär. Das Badeverbot in der Hilb würde sofort aufgehoben und mit geeigneten Maßnahmen würde er dafür sorgen, dass die Wirtschaften im Ort wieder brechend voll wären.

Nach dem furiosen Bühnenfiliale aller am Programm beteiligten Aktiven, sorgte das „Sterntalerduo“ im Anschluss für ausgelassene Stimmung bis in die späte Nacht.

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