Zum Jubiläum gibt es die goldene Ehrennadel

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Gabriele Loges

Der Fischereiverein Ennetach hat sein 50-jähriges Bestehen im Bürgerhaus gebührend gefeiert. Nach den Ehrungen des Verbands in Gold und Silber zeichnete der Ortschaftsrat den zweiten Vorsitzenden Eugen Löw noch mit der „Ennetacher Medaille“ aus. Der Musikverein Ennetach umrahmte das Fest und spielte zum Frühschoppen auf. Die Spezialität des Vereins, selbstgemachte Fischwürste, mundete zum Mittagessen, die Einwohner brachten für den Nachmittag Kuchen mit. Eine Ausstellung und verschiedene Aktivitäten sorgten für Information und Unterhaltung.

Der Fischereiverein ist mit seinen 16 aktiven und zehn passiven Mitgliedern der kleinste, aber überaus fleißige, Verein am Ort. Bürgermeister Stefan Bubeck überreichte dem Vorsitzenden Markus Heim einen Scheck und dankte: „Auch bei einer geringen Mitgliederzahl, ist der Verein sehr dabei.“ Das „Sitzen und Warten“ sei nicht nur ein Hobby, sondern die Mitglieder würden wichtige Aufgaben des Naturschutzes wahrnehmen. In geradezu vorbildlicher Weise entstehe eine großartige Gemeinschaftsleistung. Die Bedeutung des Angelsports habe an Beliebtheit sehr zugenommen. So seien die Angler am Zielfinger See mittlerweile eine touristische Zielgruppe für die Stadt Mengen.

Lob für lebendiges Ufer

Auch Ortsvorsteher Wolfgang Eberhart war voll des Lobes, denn „die Ablach bereitet Ennetach nicht immer Freude“. Stadt und Verein haben bei der Uferbefestigung und der Renaturierung des Trögebaches zusammengearbeitet: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wir haben an der Ablach und am Kanal keine einseitige Pappelbepflanzung mehr, sondern ein lebendiges Ufer mit verschiedensten Baumarten und Sträuchern.“ Der Verein verstehe es aber auch zu feiern: „Hier kann es natürlich schon mal passieren, dass zu später Stunde aus einem kleinen Fisch ein kapitaler Hecht wird.“ Bei Dorffesten bringe sich der Verein ebenfalls mit Fischspezialitäten und dekorativem Fischerzelt ein.

Ein Grußwort vom Landesfischereiverband überbrachte Jürgen Kath. Der Bezirksvorsitzende des Bereichs Südwürttemberg hob die Bedeutung der Fischer und Jäger für die Gesellschaft hervor. Durch Zusammenschluss sei der Verband inzwischen auf 75 000 Mitglieder in Baden-Württemberg angewachsen und werde dadurch politisch ganz anders wahrgenommen. „Keiner tut so viel für den Umweltschutz wie die Fischer“, so Kath. Dies müsse immer wieder kommuniziert werden.

Der Vorsitzende Markus Heim ging bei seinem Rückblick bis auf das Jahr 1919 zurück. Damals erwarb die Gemeinde Ennetach das Fischrecht vom Fürstenhaus Thurn und Taxis für 800 Mark in der Ablach. Sie ist der größte Donauzufluss im Landkreis Sigmaringen. Nach Querelen um das Fangrecht beschloss der Gemeinderat am 21. Februar 1969, das Fischwasser an einen neu zu gründenden Fischereiverein zu verpachten. „Ein respektvoller Umgang mit den Fischen und der Natur ist heute noch wichtiger als damals“, so Heim. Sorgen mache dem Verein die Klimaerwärmung, die Wasserverschmutzung, die wachsende Bürokratisierung und die zunehmende Spannung zwischen Fischerei und dem Natur- und Umweltschutz. Davon wolle man sich jedoch nicht entmutigen lassen.

Mitglieder werden geehrt

Die Ehrungen, die Heim und Kath zusammen vornahmen, dokumentierten die Begeisterung für den Verein. Das silberne Verbandsabzeichen wurden an Alois Schönenberger, Reimund Hepp, Walter Orlik und Harald Roth verliehen. Das goldene Verbandsabzeichen bekamen Josef Prinz, Markus Heim und Eugen Löw. Reinhold Sigg wurde mit dem goldenen Ehrenzeichen des Vereins und dem des Deutschen Angelfischerverbands gleich doppelt ausgezeichnet. Kath ließ danach Heim noch nicht gehen: „Jetzt kommt etwas, was er nicht weiß.“ Vom Deutschen Angelfischerverband wurde der ganze Verein mit einer Ehrenurkunde und einer Medaille geehrt.

Ennetacher Medaille für Löw

Ortsvorsteher Eberhart und sein Vertreter Emil Magino verliehen Eugen Löw die Ennetacher Bürgermedaille. Für die selten verliehene Auszeichnung für besonderes Bürgerengagement dankte der sichtlich bewegte Löw: „Mein Vater und Großvater haben sie schon bekommen und mir das richtige Verhalten vorgelebt.“ Heim lud darauf alle ein, den „Jubeltag“ bei Essen und Gesprächen zu genießen.

Viel Beachtung fand neben den Foto-Schautafeln das Aquarium, indem alle Fische aus der Ablach schwammen. Heim meinte, man habe sogar mehr Sorten gefunden als bisher gelistet. Andererseits hätten die großen Fische gleich die meisten der kleinen als Nahrung verstanden. Beim Fischmobil informierten sich vor allem die jüngsten Besucher über Lebendiges im Wasser. Fischer sind übrigens nicht unbedingt die, die die Fische auch essen. Eine „Fischerfrau“ sagte, sie müsse alle Fische, die ihr Mann und zwei Söhne angeln, alleine oder mit Freunden essen: „Meine essen höchstens Fischstäbchen.“ Aber ins Haus bringen die Männer die Fische bei ihr ordentlich ausgenommen.

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