Wendelinus schützt Stall und Vieh

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Wendelinus schützt Stall und Vieh
Wendelinus schützt Stall und Vieh (Foto: NICOLE FRICK)
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Der Mengener Ortsteil Beuren richtet jährlich den Wendelinusritt aus. Acht Gruppen aus Hoßkirch, Marbach, Hohentengen, Herbertingen, Moosheim, Ertingen und Binzwangen waren am Sonntag der Einladung gefolgt, sich den Segen für die Pferde zu holen und bei der Reiterprozession mitzuwirken.

Kurz vor 14 Uhr setzten sich die knapp 80 Reiter zur Reiterprozession von Beuren nach Hundersingen durch die frühherbstliche Flur in Gang, bevor sie den Segen durch Pfarrer Brummwinkel erhielten. Die jüngste Reiterin war Marie aus Riedlingen. Die Fünfjährige durfte ihren Großvater begleiten und war sichtlich stolz darauf. Während die Reiter sich auf die sechs Kilometer lange Strecke begaben, wurde die Wallfahrtsmesse in der Kapelle zum Heiligen Wendelin gefeiert.

Ortsvorsteher Dieter Remensperger hatte sich zuvor bei allen für die rege Teilnahme bedankt und half nach dem offiziellen Teil schnell in der Küche im vollen Bürgersaal aus. „Ist richtig schön, wenn man sieht, wie groß das Interesse an dieser Veranstaltung ist“, sagte er. „Tradition wird hier gelebt“, sagte Franziska Schlawinski. Sie sei zwar mit fünf Jahren aus Beuren weggezogen, aber beim Wendelinusritt immer dabei.

In diesem Jahr jährt sich der Wendelinusritt zum 70. Mal. Den Überlieferungen nach stammte Namensgeber Wendelinus aus königlichem Geschlecht, er entschied sich jedoch für ein Leben im Dienste Gottes. Wendelinus wurde zum großen Helfer für die Landbevölkerung der Umgebung, die ihn bei allen Problemen mit ihrem Vieh um Rat und Hilfe baten. Er hat in zahlreichen Fällen geholfen und zwar in einer Weise, die für viele an ein Wunder grenzte oder als Wunder verstanden wurde. „Sankt Wendelin, verlass uns nie, schirm unseren Stall, schütz unser Vieh.“

Deshalb ist Wendelin der Schutzpatron der Bauern, Hirten, Landleute, Tagelöhner und Landarbeiter. Eine Botschaft von Jesus habe bei ihm immer an erster Stelle gestanden: „Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt“, denn das mache deutlich, dass nicht das Recht des Stärkeren gelte, sondern Solidarität, Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Schwächere und Benachteiligte sollen eine gerechte Chance zum Leben erhalten, ganz egal woher sie kommen.

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