Weihnachtsgeschichte von einem anderen Stern

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 Chor und Instrumentalisten lassen in der St. Ulrichskirche in Rulfingen die Weihnachtsgeschichte erklingen.
Chor und Instrumentalisten lassen in der St. Ulrichskirche in Rulfingen die Weihnachtsgeschichte erklingen. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

An Heiligabend haben Chor und Instrumentalisten unter der Leitung von Martina Stark in der St. Ulrichskirche in Rulfingen die Weihnachtsgeschichte erklingen lassen. Die Bänke waren belegt, viele Besucher mussten stehen. Aber alle genossen diese Benefiz-Musicalaufführung „Stern über Bethlehem“ von Markus Hottiger zugunsten der Tiergestützten Therapie von Andrea Göhring für Kinder mit Förderbedarf.

Viel Zeit, Energie und Engagement investierten die Sänger, Instrumentalisten und die Chorleiterin in dieses Projekt. Es machte ihnen Spaß, es forderte sie heraus. Hochkonzentriert und mit ansteckender Begeisterung machten alle Beteiligten Heiligabend zu einem wunderbaren Ereignis, das Publikum und Aufführende zu einer schönen Gemeinschaft verband. Im Projektchor sangen die Dorfspatzen, Mitglieder des Jugendchors, des Männergesangsvereins, des Kirchenchors und weitere Sänger, die das Projekt unterstützten. So kam ein Chor mit rund 50 Sängern zusammen. Die Stimmen waren gut ausbalanciert und meisterten die beschwingten Lieder. Die Kinder strahlten vor Freude.

Gekonnte Inszenierung

Die Inszenierung von Susanne Kugler war sehr gekonnt. Lautlos traten die Schauspieler aus dem Chor heraus, spielten ihre Szene und gingen zurück. Sie hauchten ihren Rolle Leben ein. Souverän und eindringlich entwickelte sich die Weihnachtsgeschichte. Die Einfachheit hatte eine große Selbstverständlichkeit. Jede Szene hatte ihren Reiz. Die Geschichte wurde aus verschiedenen Perspektiven gespielt.

Da war König Melchior. Sein Sternegucker hatte den Auftrag, den Himmel zu beobachten. Melchior erwartete nämlich einen neuen Stern am Himmel. In der ersten Szene war noch nichts zu sehen. In der nächsten Szene jedoch, da entdeckte der Sternegucker den aufgehenden Stern. Da wusste Melchior, es ist Zeit, dem Stern entgegenzugehen. Er schickte Kaspar und Balthasar die Nachricht, mit der Aufforderung, mitzugehen. Geschenke sollten sie auch einpacken. Josef und Maria wurden von Franka Liski und Hannes Bohner eindrucksvoll gespielt. Die Dialoge saßen, der Ausdruck bewegte. Sie waren ein junges verlobtes ernstes Paar. Sie wollten nicht so schnell heiraten und es ärgerte Josef, dass im Dorf ständig neugierig danach gefragt wurde. Es lag viel Humor in den Szenen, das Publikum schmunzelte vergnügt.

Die Römer zogen martialisch auf und verkündeten, dass Kaiser Augustus eine Volkszählung angeordnet habe. Das erschütterte die Frauen, die im Dorf zusammenkamen. Sie waren in Aufruhr. Maria und Josef nahmen ihr Schicksal an, das von Gott geschenkte Kind miteinander zu tragen. Sie reisten nach Bethlehem, um sich in die kaiserlichen Steuerlisten eintragen zu lassen. Maria kam im Stall nieder, die Hirten wurden darüber durch einen Engel benachrichtigt. Sie kamen das Kind besuchen. Die Könige kamen später.

Es war eine wunderbare Aufführung. Das Musical war gut gemacht und wurde von der großen Truppe eindrucksvoll umgesetzt. Musikalisch war es ein sehr schönes Erlebnis, Chorleiterin Martina Stark hat Hottigers Werk gekonnt interpretiert. Es war ein gelungener Auftakt für die Heilige Nacht. Und eine gute Tat war es auch: Die Besucher spendeten großzügig für die Tiergestützte Therapie auf dem Hof Goehring.

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