Viele Bürger helfen bei der Stadtputzete mit

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 Michael Wild (links) und Horst Reinauer (rechts) zeigen einen Teil des aufgesammelten Mülls.
Michael Wild (links) und Horst Reinauer (rechts) zeigen einen Teil des aufgesammelten Mülls. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Rund 80 Teilnehmer haben bei der Stadtputzete am Samstag Müll aufgesammelt. Am Tag davor waren zudem sieben Klassen des Gymnasiums Mengen in selber Mission unterwegs. Die Organisatoren Michael Wild und Horst Reinauer waren sehr zufrieden mit der Resonanz.

Alte Autoreifen, ein Herd, Stühle, Satellitenschüssel für den TV-Empfang, Röhrenfernseher: Michael Wild fand es erschreckend, was manche Bürger am Wegesrand entsorgen. „Es ist der Wahnsinn“, bemerkte Wild. „Was ich auch ganz schlimm finde: Die Zigarettenkippen entlang der Straße“, ergänzte er. Der Bauhof ist regelmäßig unterwegs zum Müllaufsammeln, laut Bauhofleiter Frank Baur aber vorwiegend im innerstädtischen Bereich. Die Stadtputzete am Samstag konzentrierte sich auch deswegen auf die Außenbereiche. „Man kann sagen: Alles außer Innenstadt“, umschrieb Horst Reinauer den „Putz-Bereich“. Aufgeräumt wurde demnach in Mengen, Ennetach und auch in der Walke. Nicht dabei waren die sonstigen Stadtteile von Mengen.

Es gibt gewisse Bereiche, in denen besonders Müll anfällt. Michael Wild nennt sie die „neuralgischen Punkte“: Beispielsweise der Bereich um den Recyclinghof. „Da ist extrem viel Müll“, sagte Wild. Auch der Spielplatz Ennetach sei so ein Punkt. Wild äußerte den Wunsch, dass die Stadt an solchen Stellen Mülleimer aufstellt. Allerdings gibt es hier auch ein Gegenargument, berichtete Horst Reinauer: Manche Bürger werfen ihren Hausmüll dann in so einen öffentlichen Mülleimer hinein.

Vorbildfunktion wahrnehmen

Michael Wild sagte, er habe noch zwei weitere Wünsche. Er wünsche sich, dass künftig jedes Jahr eine Stadtputzete stattfindet, und dass die Stadt das organisieren könnte. An der großen Menge an Müll sehe man, wie notwendig eine regelmäßige Stadtputzete vor allem in den Außenbereichen sei. Ein weiterer Wunsch sei, dass die Schulen und Vereine noch mehr das Umweltbewusstsein von Kindern und Jugendlichen fördern sollten. Und auch die Eltern sollten hier ihre Vorbildfunktion wahrnehmen, schlug Wild vor. Die Anzahl der Teilnehmer bezifferte Reinauer auf rund 80. Beide Organisatoren waren damit sehr zufrieden. „Wir haben nicht gewusst: Kommen 30 oder 100“, sagte Reinauer. Toll fand Michael Wild auch, dass zahlreiche Kinder und Jugendliche dabei waren. Er erwähnte besonders zahlreiche Jugendfußballer vom SV Ennetach. Auch die Pfadfinder Ennetach waren vertreten, ebenso die Naturschutzjugend-Gruppe (Naju). Wild lobte auch ausdrücklich den Einsatz der Schüler des Gymnasiums Mengen: Gleich sieben Schulklassen hätten am Tag vor der Stadtputzte, also am Freitag, Müll aufgesammelt, laut Homepage des Gymnasiums zudem noch eine Oberstufen-Klasse. Mit dabei war am Samstag auch Ennetachs Ortsvorsteher Wolfgang Eberhart, zudem auch einige Stadträte und Stadtrats-Kandidaten.

Für die Stadtputzete-Helfer gab es am Ende ein Geschenk. „Jeder Teilnehmer hat einen Pack Nudeln bekommen“, sagte Michael Wild und lobte dafür die Firma Nudel-Buck, die das gesponsert habe. Die Kosten für das Mittagessen der Teilnehmer habe die Stadt Mengen übernommen, die Zusammenarbeit sei sehr gut gewesen, sagte Horst Reinauer, dessen Frau Elke auch mithalf, ebenso wie Michael Wilds Ehefrau und die beiden Kinder. Müllsäcke und Arbeitsmaterialien stellte die Stadt zur Verfügung. Mit dabei war Bauhofleiter Frank Baur, er holte den an Sammelpunkten gestapelten Müll ab. Seine Arbeit rechnete er nicht als Dienstzeit ab, war also sein Freizeitvergnügen. „Das ist mein Beitrag“, sagte Baur. Er schätzte, dass mit der Stadtputzete vermutlich etwa 14 Kubikmeter Müll aufgesammelt worden sind. Zum Vergleich: In der vergangenen Woche sammelte der Bauhof etwa vier Kubikmeter Müll auf, dies aber vorwiegend im innerstädtischen Bereich. Kopfschüttelnd wies Baur auf die Müllcontainer im Bauhof hin, in denen der aufgesammelte Müll letztlich landete: 90 Prozent davon hätten die Bürger kostenfrei entsorgen können, anstatt ihn einfach am Wegesrand abzulegen.

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