Verena Bentele spricht über den Wert des Vertrauens

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 Verena Bentele spricht über ihr Leben.
Verena Bentele spricht über ihr Leben. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Wie viel zu erreichen ist, wenn man Vertrauen hat, das hat Verena Bentele in ihrem Vortrag beim Mitglieder-Forum der Volksbank im Bürgerhaus Ennetach deutlich gemacht. Verena Bentele ist von Geburt an blind und hat eine erfolgreiche Sportlerkarriere hinter sich. Sie war Behindertenbeauftragte der Bundesregierung und ist jetzt Präsidentin des Sozialverbands VdK.

Blind sein und trotzdem auf Langlauf-Skiern einen steilen Hang hinunterfahren, vorbei an Bäumen, vor einem der Begleitfahrer, der mit kurzen Kommandos die Richtung weist – als Sehender mag man sich das gar nicht vorstellen. „Ich bin nur über die Stimme mit dem Begleitfahrer verbunden“, zeigte Verena Bentele in ihrem Vortrag auf. Doch für Verena Bentele ist so etwas nichts Ungewöhnliches: Egal ob Biathlon und Skilanglauf während ihrer Sportlerkarriere oder jetzt danach Fahrradfahren mit Tandem oder das Besteigen des Kilimandscharo in einer Bergsteiger-Gruppe, ihre Blindheit hat sie nie von Sport abgehalten.

Dass Verena Bentele das Risiko nicht scheut, es vielleicht auch mag, ließ sie durchblicken. „Wenn ich etwas gewinnen will, muss ich mich einem gewissen Risiko aussetzten“, sagte sie. Humorvoll schlug sie auch den Bogen zur Welt der Banker: Nur wer ein bisschen „zocke“, mache trotz niedriger Zinsen Gewinne. Ihr Mut zum Risiko wurde in ihrer Sportlerkarriere unterdessen reichlich belohnt, sie gewann unter anderem zwölf Mal die Goldmedaille bei den Paralympics – Olympia für Menschen mit Behinderung –, auch wurde sie vier Mal Weltmeisterin.

Vertrauen sei ein Thema, das sie extrem umtreibe, sagte Verena Bentele. Nicht nur das Vertrauen in ihre Begleitpersonen, sondern auch das Vertrauen in sich selbst. „Vielleicht ist es so, dass man, wenn man nichts sieht, sich sehr mit Vertrauen beschäftigen muss“, überlegte sie. Besonders eindrücklich war und ist für Verena Bentele der gemeinsame Erfolg im Team: Es sei großartig, sich gegenseitig zu unterstützen und dann gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Dass Verena Bentele mit ihrer Behinderung offen umgeht, wurde an diesem Abend deutlich: Das ein oder andere Mal machte sie eine selbstironische oder humorvolle Bemerkung und sorgte so für Lacher im Publikum. Sie sprach fast ausschließlich über Sport, über ihre gut vierjährige Tätigkeit als Behindertenbeauftragte sagte sie nichts, mancher Zuhörer hätte sich dazu auch noch Informationen gewünscht.

Zins bleibt niedrig

Zahlreiche Volksbank-Mitglieder waren ins Bürgerhaus gekommen. „Ich freue mich über eine so große und positive Resonanz“, sagte Vorstandsmitglied Klaus Remensperger dazu. In seinem Bericht ging er auf die aktuelle wirtschaftliche Situation ein, und kam dabei auf das Diesel-Thema zu sprechen. Er sagte, dass es inzwischen wegen dem Thema zu einer rückläufigen Produktion komme. „Die rückläufige Produktion wird sich auf die gesamte Industrie auswirken“, prognostizierte er. Was die Niedrigzinsphase anbelangt, teilte er seine Einschätzung mit, dass sich an dieser auch im kommenden Jahr nichts wesentlich ändern werde, jedenfalls bis zum Ende der Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi in einem Jahr.

Mit Stolz gab Remensperger bekannt, dass die Volksbank Bad Saulgau für ihre Beratungsqualität ausgezeichnet worden sei: Demnach zeichnete die „Gesellschaft für Qualitätsprüfung“ die Volksbank als „Beste Bank vor Ort“, also bezogen auf die Stadt Bad Saulgau, aus, und zwar mit der Gesamtnote 1,5. Auf Platz zwei landete die Raiffeisenbank Bad Saulgau mit der Note 1,8; die Hohenzollerische Landesbank Sigmaringen kam dabei mit der Note 3,4 auf den vierten Platz. Insgesamt wurden fünf Banken untersucht, also noch Postbank AG und die Commerzbank AG.

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