Unfall bei Fasnet - die Staatsanwaltschaft übernimmt

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Die Staatsanwaltschaft entscheidet, wie es im Fall aus Ennetach weitergeht.
Die Staatsanwaltschaft entscheidet, wie es im Fall aus Ennetach weitergeht. (Foto: Jan Woitas)
Schwäbische Zeitung

Zweieinhalb Wochen nach dem Narrentreffen in Ennetach hat die Polizei nun alle Beteiligten und Zeugen gehört, die etwas zur Klärung des Vorfalls am Sonntag beitragen können. Ein Feuerwehrmann aus Ennetach hatte Anzeige gegen einen Mann erstattet, der nach dem Umzug eine Straßensperrung missachtet hatte und ihn dabei mit seinem Auto angefahren haben soll. Laut Markus Sauter, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, werden die Aussagen nun in Form eines Berichts an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. „Dort wird entschieden, wie es in diesem Fall weitergeht“, sagt er.

Der Autofahrer hatte nach dem Umzug von der Holzstraße aus auf die Scheerer Straße fahren wollen. Als die für diesen Bereich der Absperrung eingeteilten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr ihm dies verweigerten, wollte er offenbar die Parallelstraße Breite nehmen und die Straßensperrung umgehen. Der betroffene Feuerwehrmann begab sich zu der dortigen Absperrung, um den Autofahrer daran zu hindern. Als er sich auf keine weitere Diskussion einlassen wollte, sei der Autofahrer - so stellte es der Feuerwehrmann gegenüber der „Schwäbischen Zeitung“ dar – direkt auf den Feuerwehrmann zugefahren. „Ich wurde auf die Motorhaube gedrückt und vier, fünf Meter nach hinten geschoben“, erzählte er. Der Mann habe sein Auto dann doch stehen lassen und sei zu Fuß weiter.

Polizeisprecher Sauter möchte der Staatsanwaltschaft nicht vorgreifen und die Ermittlungsergebnisse in irgendeiner Form einordnen. „Ein Staatsanwalt wird entscheiden, ob möglicherweise eine vorsätzliche Körperverletzung oder ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorliegt“, sagt er. Das Ermittlungsverfahren könne eingestellt werden, der Staatsanwalt sich für eine Geldbuße entscheiden oder es zu einer Gerichtsverhandlung kommen.

Neben dem betroffenen Feuerwehrmann haben auch die anderen beiden Einsatzkräfte, die mit ihm für den Straßensperrungsposten eingeteilt waren, Angaben bei der Polizei gemacht. „Wir besetzen solche Posten immer mit drei Personen, wenn es geht“, sagt Frank Seeger, Kommandant der Mengener Gesamtwehr. Ziel bei solchen Konfrontationen mit Autofahrern, wie es sie in Ennetach gegeben habe, sei immer, zu deeskalieren. „Mit den meisten Autofahrern kann man über alles reden und ihnen erklären, dass man als Feuerwehrmann bei einer Absperrung vor Ort nur die Order befolgt, die man von der Leitstelle bekommen hat“, sagt er.

Frank Seeger hat mittlerweile mit seinen Einsatzkräften gesprochen und ist nun gespannt, zu welchen Ergebnissen die Staatsanwaltschaft kommt.

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