Straßensanierung muss noch warten

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Volker Badouin, Leiter des Sachgebiets Tiefbau bei der Stadtverwaltung erklärt den Bürgern in Ennetach das Grünkonzept.
Volker Badouin, Leiter des Sachgebiets Tiefbau bei der Stadtverwaltung erklärt den Bürgern in Ennetach das Grünkonzept. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Der Rundgang mit Bürgermeister Stefan Bubeck durch den Teilort Ennetach ist am Montagabend auf gute Resonanz gestoßen. Bürger sind gekommen, um mit ihm und Ortsvorsteher Wolfgang Eberhart die wichtigen Themen zu besprechen: den Verkauf der alten Schule, den Rad- und Gehweg in der Mühlstraße, die hohen Bäumen auf dem Berg, die Sanierung der Haldenstraße und des Leonardiwegs und schließlich das neue städtische Grünkonzept. Der Rundgang war spannend, die Diskussion lebhaft. Bürgermeister Bubeck scherzte: „Ich dachte, die Wünsche lassen nach, weil wir in Ennetach schon so viel gemacht haben.“ Er gab zu bedenken, dass die Verwaltung die gesamte Stadt im Blick haben müsse.

Verkauf des alten Schulhauses: Bubeck berichtete, dass es zwei Interessenten gebe. Der Gemeinderat werde entscheiden. Natürlich werde die Stadtverwaltung noch mit den Vereinen sprechen, doch könnten Gebäude nicht kostenlos überlassen werden. Es mache aber keinen Sinn, Gebäude leer stehen zu lassen und sie nur ganz sporadisch nutzen, sagte er. Ein Mitglied des Theatervereins gab zu bedenken, dass im Schulhaus die Requisiten lagern und dass Proben abgehalten werden. „Wenn wir raus müssen, haben wir ein Problem“ sagte er. Bubeck sagte, das Gebäude sei für Requisitenlagerung und wenigen Proben zu schade. Es werde sich über den Sportverein, zu dem die Theatergruppe gehört, eine Lösung finden. Ortsvorsteher Eberhart warf ein, die Vereine hätten ein Nutzungskonzept für das Gebäude.

Rad- und Fußweg in der Mühlstraße: Der Fußweg muss künftig vom Radweg getrennt werden. Die Fahrradfahrer werden auf der Straße bleiben müssen, der Gehweg ist für Fußgänger und Kinder auf dem Fahrrad. Dies schreibe die Straßenverkehrsordnung vor, weil der Gehweg keine 2,50 Meter Breite habe, erklärte Andreas Steck, Sachgebietsleiter Recht, Sicherheit, Ordnung und Baurecht bei der Stadt Mengen. Der markierte Radschutzstreifen der Kreisstraße werde in den Mühlweg weiter geführt, sodass es für die Radfahrer ersichtlich wird, dass sie auf der Straße bleiben müssen.

Ennetacher Berg: Hier machte Ortsvorsteher Eberhart bewusst, dass die Bäume und das Unterholz sehr gewachsen sind. Auch der Wald oberhalb sei sehr in die Jahre gekommen, es fallen Äste herunter. „Wir brauchen ein Konzept wie beim Missionsberg in Mengen, damit Stück für Stück saniert werden kann“, sagte er. Bubeck erklärte, dass es beim Missionsberg eine Initiative von Bürgern war, die aktiv geworden ist. Die Stadt habe nur unterstützt. „Das war einmalig und ist kaum wiederholbar“, sagte er. Man könnte Ziegen auf dem Berg weiden lassen, damit die wuchernde Vegetation zurückgedrängt werde. Dazu brauche es einen Zaun. Der Weg über den Berg zeigte, dass es einmal eine schöne Anlage war und die Sicht über Ennetach attraktiv ist. Doch das Kneippbecken, die Bänke, die Stufen sind alle sehr verwahrlost. Die hohen Tannen drohen bei jedem Sturm in die Gärten zu fallen. Ortsvorsteher Eberhart kündigte an, mit dem städtischen Förster sprechen zu wollen.

Mitteleschweg, Haldenweg und Leonardiweg: Ortsvorsteher Eberhart berichtete, dass die Straßen in der Wohnsiedlung in den Jahren 1958 bis 1961 gebaut worden sind. Mittlerweile gibt es viele Rohrbrüche. Es müsse ständig geflickt werden. Diese Straßen gehörten saniert, wie der Fischerweg, forderte er. Bürgermeister Bubeck berichtete, dass alle Straßen der Stadt aufgenommen worden sind und dem Schadensaufkommen entsprechend in eine Prioritätenliste aufgenommen worden. „Die Sanierung dieser Straßen hier wird rund 415 000 Euro kosten. Sie sind in der Prioritätskategorie 2“, sagte er. Zuerst werden die Straßen, die in der Prioritätskategorie 1 liegen, saniert, dann nach und nach die anderen.

Emil Magino stellte die Frage der gesperrten Straße zum Hipfelsberg. Er sehe nicht ein, warum die Einwohner vom Hipfelsberg über die Bundesstraße nach Ennetach fahren müssen. Eberhart fasste den Stand der Dinge zusammen: Seit 1992 ist die Straße am Wochenende eigentlich für den Verkehr gesperrt, nur Fußgänger und Radfahrer dürfen sie nutzen. Dann wurde ein Schild angebracht, dass der Verkehr zum Hipfelsberg frei sei. Dieses Schild wurde nach der Verkehrsschau abgesprochen. Inzwischen ist die Straße, auch Donauradwanderweg, in der Sommersaison für Autos komplett gesperrt. Da gebe es nichts zu diskutieren, sagte Steck.

Die Blumenwiese und das neue Grünkonzept der Stadt in der Gartenstraße: Volker Badouin erklärte, die Naturschutzbehörde am Landratsamt fordere, dass die Grünflächen zu Magerwiesen umgebaut werden. Die Bürger beklagten sich, es sehe so verwahrlost aus. „Manche sagen immer noch, es sei eine Sauerei. Aber aus dieser Zeit sind wir beim derzeitigen Artensterben doch heraus“, sagte Badouin.

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