Stadtradeln: Mengen will an Erfolge anknüpfen

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 So oft wie möglich das Fahrrad nehmen und nicht das Auto. Daran sollen sich die Teilnehmer der Aktion Stadtradeln gewöhnen.
So oft wie möglich das Fahrrad nehmen und nicht das Auto. Daran sollen sich die Teilnehmer der Aktion Stadtradeln gewöhnen. (Foto: Rene Traut)

Dass das gute Ergebnis bei der Aktion Stadtradeln in Mengen im vergangenen Jahr keine Eintagsfliege war, möchte die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Einwohnern, Pendlern und Vereinsmitgliedern vom 24. Juni bis 14. Juli zeigen. Dann wird wieder jeder Kilometer registriert, der in diesem Zeitraum mit dem Rad zurückgelegt wurde. Optimalerweise anstelle mit dem Auto zu fahren.

„Angesichts der aktuellen Klimaschutzdiskussionen haben das Thema hoffentlich noch mehr Menschen auf dem Schirm“, sagt Cornelia Hund, die bei der Stadtverwaltung Mengen das Amt der Fahrradbeauftragten übernommen hat. „In Bezug auf die Schülerstreiks ,fridays for future’ würde mir ein ,Radeln for future’ gut gefallen“, sagt sie. „Da können dann ja auch alle Schüler mitmachen und zeigen, dass sie es ernst meinen.“

Am liebsten wäre es Cornelia Hund, wenn die 445 Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr alle wieder mit dabei wären und jeder noch weitere überzeugen könnte. „Uns hat 2018 ein richtiges Radelfieber gepackt, dass einige hoffentlich auch im Alltag noch weiter begleitet hat“, sagt sie. Schließlich ginge es bei der Aktion ja nicht nur darum, innerhalb der vorgegebenen drei Wochen vom Auto aufs Rad umzusteigen, sondern diesen Beitrag zum Klimaschutz und mehr gesunder Bewegung dauerhaft ins eigene Leben zu integrieren.

„Vor allem bei kurzen Strecken, die mit dem Auto nur ein paar Minuten brauchen, muss es ein Umdenken geben“, sagt Hund. Sie kenne Frauen, die ihre fast erwachsenen Töchter beinahe täglich zum Bahnhof oder zur Schule fahren würden. „Muss das denn sein?“, fragt sie.

Wenn die Mengener wieder so motiviert dabei sind, könnte diesmal die Marke von 100 000 geradelten Kilometern geknackt werden, an der die Stadt im vergangenen Jahr nur knapp vorbei schrammte. Trotzdem konnte sich das Ergebnis mehr als sehen lassen. In Kaiserslautern wurde Mengen sogar als „Bester Newcomer“ unter allen deutschen Städten mit weniger als 10000 Einwohnern ausgezeichnet. Im Vergleich mit Sigmaringen und Bad Saulgau erradelten die Mengener ebenfalls deutlich mehr.

Laut Cornelia Hund soll es demnächst ein Treffen für Teamkapitäne und potenzielle Multiplikatoren geben. „Gerade in den Schulen gibt es viel Potenzial, weil da viele mit dem Rad unterwegs sind“, sagt sie. Am Gymnasium hat sie bereits die Werbetrommel gerührt und dafür plädiert, als ein Schulteam anzutreten. Im vergangenen Jahr hatte die Kooperation zwischen Sonnenlugerschule und Schützengilde mit 117 Teilnehmern das größte Team gestellt.

Auch in diesem Jahr will die Stadtverwaltung verschiedene Preise als Anreize ausloben. Außerdem planen wohl Sigmaringen und Bad Saulgau, im gleichen Zeitraum anzutreten. „Dann werden wir gemeinsame Aktionen und Touren auf die Beine stellen“, sagt Hund.

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