Sonnenlugerschule: Pavillons werden teurer

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Im Erweiterungsbau wird schon unterrichtet, der erste Pavillon soll im September bezugsfertig sein.
Im Erweiterungsbau wird schon unterrichtet, der erste Pavillon soll im September bezugsfertig sein. (Foto: Vera Romeu)

Die Stadt Mengen muss für die Sanierung der Pavillons und den Erweiterungsbau der Gemeinschaftsschule Sonnenlugerschule tiefer in die Kasse greifen als geplant. Aktuellen Berechnungen des Architekten Helmut Dasch zufolge werden überplanmäßige Ausgaben von insgesamt 281 000 Euro auf die Stadt zukommen. Geschuldet ist die Kostenüberschreitung den bei der Kostenberechnung noch nicht im Detail erfassbaren Maßnahmen, dem Denkmalschutz und den KfW-Forderungen, die es nachträglich noch zu berücksichtigen galt. Insgesamt kostet das Projekt die Stadt nun 5,866 Millionen Euro.

Bis zur Vorstellung des Zwischenstands der Gesamtkosten waren alle Beteiligten davon ausgegangen, dass die im Mai 2016 berechneten Gesamtkosten in Höhe von 5,6 Millionen Euro nicht überschritten werden würden. Zumal die Verwaltung noch einen kleinen Puffer von rund 100000 Euro im Haushalt vorgehalten hatte. Bei der Vergabe für die Baumaßnahmen hatte die Stadt trotz aktuell schwieriger Lage am Markt insgesamt ein glückliches Händchen. Nach der Vergabe aller Pakete hatte sich die Kostensituation insgesamt so dargestellt, dass man sogar drei Prozent unter den Berechnungen lag. Auch unter Berücksichtigung angefallener Nachträge glaubte man sich im Kostenrahmen.

„Um die Fördermittel für die Schulsanierung zu bekommen, waren wir zur Eile gezwungen“, erinnerte Dasch. So hätten sich einzelne Details – wie etwa der Mehraufwand für die Kanalsanierung und das endgültige Deckensystem im Fachbereich Naturwissenschaft erst später herauskristallisiert und könnten deshalb nicht in der Form in der Kostenberechnung berücksichtigt werden. „Die Entscheidung, die KfW-Förderung in Anspruch zu nehmen, machte erforderlich, dass bereits ausgeschriebene Gewerke noch einmal verändert werden mussten“, so Dasch. Zusätzliche Dämmungen, Dreifachverglasung, und erhöhter Aufwand zur Befestigung der Heizkörper waren unter anderem die Folge.

„Und dann natürlich die erschwerten Bedingungen bei der Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt“, sagt Dasch. Dies habe sein Büro bei den Berechnungen der Baunebenkosten, zu denen Gutachten und die Arbeiten von Fachplanern gehören, unterschätzt. Sie liegen statt der angenommen 24 Prozent mittlerweile bei 28 Prozent, was einer Kostenüberschreitung von 234 000 Euro entspreche. „Jedes Eisenteil, das in einem Pavillon verbaut ist, muss mit dem Denkmalamt besprochen werden“, erklärte Dasch. Allein bei den Fenstern hätte es zehn verschiedene Entwürfe und Berechnungen gegeben, bis das Denkmalamt mit einer Variante zufrieden gewesen sei, bei dem aber neue Fensterprofile hatten entworfen werden müssen. „Da ist es schwierig, die Kosten einzuhalten“, so Dasch. Er wies aber auch darauf hin, dass etwa 86 600 Euro über Tilgungszuschüsse zum Darlehen bei der KfW hereinkämen.

Die Räte stimmten den Mehrkosten zähneknirschend zu. Während Manfred Moll, Fraktionsvorsitzender der CDU, betonte, dass man aber auch ein wirkliches Vorzeigeobjekt geschaffen habe, forderte Volker Lutz, Verwaltung und Gemeinderat auf, sich bei künftigen Projekten im Vorfeld auf den Energiestandard und mögliche KfW-Darlehen festzulegen.

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