Seegoister freuen sich über Zuschauer

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Janine Lehleiter

Schon seit drei Jahrzehnten geistern die Seegoister alljährlich durch die schwäbisch-alemannische Fasnet. Deshalb haben sie am Samstag ihren dreißigsten Geburtstag mit Zunftmeisterempfang, Narrenspiel, Umzug und Party bis in die Nacht hinein gefeiert.

Zum Auftakt der Geburtstagsparty wurde am Samstagnachmittag der Zielfinger Narrenbaum gestellt. Diese Aufgabe haben die Nachbarn vom Narrenverein Rulfingen übernommen und hatten zur musikalischen Untermalung auch gleich die Musikkapelle Rulfingen im Schlepptau. Beim Narrenspiel wurde zuvor der „Graue Alltag“, durch einen grau gekleideten, bärtigen Mann mit Schlapphut und einer Rute in der Hand personifiziert, aus dem Ort vertrieben. Nicht so einfach, wie es sich anhört, denn dieser hat sich wie jedes Jahr vehement gewehrt, sich von der guten Laune der Fasnetsliebhaber anstecken zu lassen.

Grauer Alltag lässt sich umstimmen

Eingespannt hat er die Menschen das ganze Jahr über, um nichts anderes zu tun als zu arbeiten, arbeiten, arbeiten. Erst als die Nachwuchs-Seegoister niederknieten, ließ sich der „grantige Alte“ umstimmen. „Die Kleinen wollen doch ihre Fasnet“, ertönte es aus dem Mikrofon. Der „Graue Alltag“ hüllte sich dann symbolisch selbst in ein Seegoist-Kostüm, sodass die Zielfinger nun Wochen ohne Langeweile, aber mit viel buntem und spaßigem Treiben erwarten. Ein Grund zu feiern!

Beim Zunftmeisterempfang, der zuvor im Grünen Saal stattgefunden hat, haben die 22 Zunftmeister sowie Rulfingens Ortsvorsteher Manfred Moll und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Mengen Georg Bacher dem Verein ihre Glückwünsche mitgeteilt. Jedoch nicht allzu ausladend, getreu dem Motto, das die Vorstandschaft auserkor, nämlich „Kurz und knackig.“ Thomas Ehl, Vorsitzende der See-Goister Zielfingen, übernahm dankbar die Gastgeschenke: meistens etwas zum Anstoßen oder Geldspenden, die später für einen gemeinnützigen Zweck genutzt werden.

Beim Dämmerungsumzug zog eine Narrenschar von 22 Gruppen entlang des schaurigen Zielfinger Baggersees. „Nebelt unsere Reporterin nicht so ein“, ermahnte der Kommentator die Galgenbühlhexen scherzhaft. Die Narren boten spektakuläre Pyramiden dar, machten Purzelbäume oder wuschelten durch die Haare der Zuschauer. Ein kleines Feuerwerk schloss den Umzug dann ab und eröffnete so die Partynacht im Festzelt. „Beim Narrenspiel und Dämmerungsumzug haben wir uns besonders über die vielen Zuschauer gefreut. Wir haben wirklich eine tolle Geburtstagparty mit vielen Narrenfreunden und Gästen gefeiert“, zieht Thomas Ehl Bilanz.

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