Schwesternhaus-Sanierung: Ortschaftsrat formuliert Bedenken

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Christoph Klawitter

Mehrheitlich bei zwei Gegenstimmen hat der Ortschaftsrat Ennetach dem Baugesuch über die Sanierung des Schwesternhauses zugestimmt. Einige Bedenken wurden formuliert: Beispielsweise war für die Räte unklar, ob der große Baum zwischen ehemaligem Schwesternhaus und historischem Pfarrhaus für die Sanierung geopfert werden muss oder auch, ob die Ausfahrt des geplanten Behindertenparkplatzes direkt in die viel befahrene Kastellstraße nicht zu gefährlich sein könnte.

Die katholische Kirchengemeinde St. Cornelius und Cyprian möchte das ehemalige Schwesternhaus sanieren und erweitern und zu einem Gemeindezentrum umgestalten, dafür gibt es einen Zuschuss von der Stadt. Pfarrbüro, Gemeindesaal sowie Jugend- und Familienräume sollen im Gebäude untergebracht werden. Damit die Kirchengemeinde einen Zuschuss von der Diözese für das Projekt bekommt, beschloss der Kirchengemeinderat im vergangenen Jahr, dass das benachbarte frühere Pfarrhaus verkauft werden soll zugunsten des Schwesternhauses. Der Sanierung beider Gebäude hatte die Diözese nämlich nicht zugestimmt. Der geplante Verkauf des Pfarrhauses stößt bei manchen Ennetachern auf Ablehnung, beispielsweise bei Ortschaftsrat Emil Magino. Gegen die Sanierung des Schwesternhauses hat er dabei an sich nichts einzuwenden: „Das Ding sieht gut aus“, meinte er zur vorliegenden Planungsskizze. „Aber da hängt eben noch etwas anderes daran: Und das ist der Verkauf des Pfarrhauses“, sagte er. Deshalb stimme er nicht mit Ja, erläuterte er. „Ich war schon gegen den Schulhaus-Verkauf, ich bin auch gegen den Pfarrhaus-Verkauf“, sagte er weiter. Der Gemeinderats-Ausschuss für Umwelt und Technik wird in seiner nächsten Sitzung am Dienstag darüber entscheiden, ob er dem Baugesuch sein Einvernehmen erteilt. Zuvor war der Ortschaftsrat Ennetach aufgerufen, ebenso über sein Einvernehmen zu entscheiden. Ortsvorsteher Wolfgang Eberhart stellte das Baugesuch vor. Beispielsweise ist geplant, auf der Rückseite des Hauses Richtung Kindergarten einen barrierefreien und damit behindertengerechten Zugang zu schaffen. Horst Reinauer hatte mit Blick auf dieses Detail des Umbaus die Fläche des angrenzenden Kindergartens St. Christophorus im Sinn: „Wie viel Gelände fällt da weg?“, fragte er. „Für den Kindergarten ist die Spielfläche ausreichend“, fand hingegen Ortsvorsteher Wolfgang Eberhart. Auch habe das Ortschaftsratsgremium darüber nicht zu entscheiden. Von der Kastellstraße aus wird ein Weg um das Gebäude herum zum Hintereingang führen. Für Horst Reinauer warf das die Frage auf, was eigentlich dann mit dem großen Baum, der sich jetzt zwischen dem ehemaligen Schwesternhaus und dem alten Pfarrhaus befindet, passieren wird. Reinauer fragte, ob diese Zierkirsche für das Bauvorhaben gefällt werden muss. Die Ortschaftsräte studierten die vorliegende Planungsskizze und waren sich nicht sicher, ob der Baum gefällt werden muss oder nicht. Einige Räte hatten jedoch den Eindruck, dass der Baum wohl weg müsse.

Geplant ist, dass neben dem Schwesternhaus ein Behindertenparkplatz eingerichtet wird. Ortsvorsteher Wolfgang Eberhart sah die Lage dieses Parkplatzes skeptisch: Aus der Parkbucht müsse man dann rückwärts auf die Kastellstraße fahren, gab er zu Bedenken. Über die Anzahl der Parkplätze wurde auch diskutiert: Die Frage war, ob neue, zusätzliche Parkplätze geschaffen werden müssen oder nicht. Max Krezdorn wiederum kritisierte die vorhandenen Pläne: Es gebe zu wenige Ansichten von dem geplanten Umbau. „Das ist doch nicht zufriedenstellend“, sagte er.

David Hoheisel fasste noch einmal die Punkte zusammen, die der Ortschaftsrat geklärt haben will und als Bedenken formuliert: Die Position des Behinderten-Parkplatzes, die Anzahl der Parkplätze insgesamt, was mit der Zierkirsche passiert und auch, ob dem Kindergarten durch den Umbau des Schwesternhauses Fläche verloren geht oder nicht. Dass der Verkauf des Pfarrhauses auf Bedenken stößt, wurde ebenfalls noch genannt. Bei den Gegenstimmen von Emil Magino und Horst Reinauer erteilte das Gremium dann mehrheitlich sein Einvernehmen.

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