Schullaufbahn beginnt mit Mary Poppins

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Artur K. M. Bay

Voll besetzte Ränge, bunte Schultüten und gespannte Erwartung auf das Kommende: Mit einer großen Feier hat die Mengener Ablachschule am Samstagvormittag ihre neuen Erstklässler willkommen geheißen. Die hatten nicht nur ihre Eltern im Schlepptau, sondern auch Geschwister, Patentanten und -onkel sowie Großeltern, Bekannte und Nachbarn.

Mit Mark Forsters Lied „Chöre“ eröffneten der Schulchor und die Cajon-Gruppe gemeinsam die Einschulungsfeier in der Ablachhalle. Schulleiterin Gudrun Kempf und Bürgermeister Stefan Bubeck richteten einen Willkommensgruß an das erwartungsvolle und gut gelaunte Publikum. Mit dem Sing-, Tanz- und Theaterspiel „Zauberhafte Welt der Mary Poppins“ setzten vier Hauptdarsteller und ihre Mitstreiter in den Nebenrollen sowie der Schulchor und die Zumba-AG der Klasse 4c einen absoluten Glanzpunkt.

Der Schulchor und die Cajon-Gruppe präsentierten nach der Begrüßung ein Musikstück namens „Rap-Huhn“ aus der Feder von Felix Janosa. Der deutsche Komponist und Kabarettist war vor allem mit seinen Vertonungen von Kinderbüchern bekannt geworden. Die Rap-Huhn-Texte, die frisch und teils frech daherkommen, sind regelrechte Mutmacher. Kostprobe: „Warum machst du dir ’nen Kopf, wovor hast du Schiss? Was gibt es da zu grübeln, was hast du gegen dich? Ich versteh dich nicht!“

„Am allerersten Tag in der Schule liegt bestimmt viel Spannung in der Luft“, sagte Stefan Bubeck. „Die Schultüte gibt es nur einmal.“ Die neuen Erstklässler fragte er, wozu ihre Füße da sind. Die Reaktion: Erstaunen und Stille bei Jung und Alt. Doch der Bürgermeister gab postwendend eine Antwort auf seine überraschende Fragestellung: „Eure Füße sind zum Laufen da!“ Damit unterstrich Bubeck seinen Wunsch, dass die Eltern ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule bringen. Stattdessen erwähnte er den von der Stadt angebotenen Laufbus, der an verschiedenen Standorten – auch in Ennetach – die Kinder einsammelt und mitnimmt. Es gehe darum, Unfälle von vornherein zu vermeiden, so der Bürgermeister.

Kinder wachsen über sich hinaus

Nach diesem ernsten Zwischenteil war wieder der Schulchor an der Reihe. Dessen Kinder sangen das Lied „Hereinspaziert“. Anschließend hieß es „Bühne frei!“ für die zauberhafte Welt der Mary Poppins. Der Chor, die Zumba-AG und die Schüler der Klasse 4c sollten dabei über sich hinauswachsen, das Publikum war fasziniert.

Kindermädchen Mary Poppins muss erst einmal Umgangsformen und ein gewisses Maß an Mut lernen. Den magisch-märchenhaften Stoff dieser Geschichte schrieb die australische Autorin Pamela Lyndon Travers in etlichen Bänden nieder, die ab 1934 nach und nach erschienen. Als Disney-Film und als Musical trat die Geschichte von Mary Poppins einen unvergleichlichen Siegeszug um die Welt an, der bis heute andauert.

Unbekümmert und überzeugend führten die jungen Darsteller der Klasse 4c, begleitet vom Schulchor, das Stück in einer gekonnten Kurzfassung auf. Die bekanntesten Hits, etwa die Tanzeinlage „Chim Chimerie, der Mann auf dem Schornstein, der hat was für Sie“, durften dabei natürlich nicht fehlen. Der absolute Knaller aber war jener unverwüstliche Klassiker unter den Zungenbrechern: „Superkalifragilistigexpialigetisch. Dieser wurde immerhin plakativ zum Mitlesen prsäentiert. Am Ende des Spektakels klatschte das Publikum rhythmisch mit, begleitet von anerkennenden Pfiffen.

Anschließend begleiteten die Lehrer ihre Erstklässler sowie deren Eltern und Verwandten in die nahegelegene Ablachschule zur ersten, unkomplizierten Unterrichtsstunde.

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