Schneider Schirme will Produktionsfläche verdoppeln

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Das Unternehmen Schneider Schirme will sich vergrößern, dafür muss ein neues Gewerbegebiet geschaffen werden. Der Mittlerer Weg
Das Unternehmen Schneider Schirme will sich vergrößern, dafür muss ein neues Gewerbegebiet geschaffen werden. Der Mittlerer Weg Graben wird verlegt, die Straße entwidmet. Im Bereich, der links auf dem Bild zu sehen ist, sollen die Erweiterung der Schirmproduktion entstehen. (Foto: Jennifer Kuhlmann)

Der Schirmhersteller Schneider möchte seine Produktionsflächen am Standort Mengen im Kreis Sigmaringen verdoppeln. Um das zu ermöglichen, soll das Gewerbegebiet an der Meßkircher Straße um rund vier Hektar erweitert werden. Der Gemeinderat hat jetzt den Aufstellungsbeschluss für den entsprechenden Bebauungsplan gefasst. Dazu ist geplant, den Mitteleren Weg auf der Länge der neuen Gewerbeflächen zu entwidmen.

In engen Zusammenhang mit dem Bebauungsplan stehen auch die Planungen für den Bereich der ehemaligen Tongrube sowie der Westtangente, die direkt am Rande des Gewerbegebiets verlaufen soll. „Dass so viele Verfahren parallel laufen und einander beeinflussen, macht die Planungen natürlich nicht einfacher“, sagt Bürgermeister Stefan Bubeck. Deshalb stehe die Stadtverwaltung im ständigen Austausch mit Landratsamt, Regierungspräsidium, Regionalverband und dem Landesbergamt.

Doppelte Produktionsfläche

Stadtplanerin Simone Knupfer vom Planungsbüro Lars Consult stellte die Pläne am Mittwoch im Gemeinderat vor. Eine 4,2 Hektar große Fläche, die in Richtung Tongrube direkt an das Grundstück der Xaver Schneider GmbH & Co. KG Schirmfabrik angrenzt, soll für die Erweiterung ins Gewerbegebiet „Meßkircher Straße“ integriert werden. „Das Unternehmen möchte seine Bestandsgebäude auf dieser Fläche spiegeln“, sagte Knupfer. Die Produktionsfläche würde sich damit verdoppeln. Zusätzlich zu dieser Erweiterung würden noch zwei weitere, kleinere Grundstücke zur Vermarktung entstehen. Neben der formalen Entwidmung des Mitteleren Wegs, müssten auch die unter ihm verlaufenden Leitungen und Kanäle verlegt werden.

Um den Bereich überhaupt überplanen zu können, ist die Verlegung des Mittlerer-Weg-Grabens notwendig. Nur dann gilt das Gebiet nicht mehr als Überschwemmungsgebiet im Falle eines Hochwassers. Mit der Verlegung des Grabens hat sich die Verwaltung in den vergangenen Jahren bereits intensiv beschäftigt.

Um die neuen Gewerbeflächen zu schaffen, muss die Stadt als Ausgleich 500000 Ökopunkte generieren. Dies soll laut Knupfer über vier externe Ausgleichsmaßnahmen auf kommunalen Flächen geschehen.

Trassenführung wird diskutiert

Die sogenannte Westtangente, das heißt die Anbindung des Gewerbegebiets an die Bundesstraße durch eine Verlegung der Landesstraße nach Pfullendorf, soll nach aktuellem Planungsstand an den künftigen südlichen Grundstücksgrenzen der Unternehmen Schanz und Schneider in Richtung Tongrube und Pfullendorfer Straße verlaufen. „Die Abstimmungsgespräche für die Trasse laufen parallel“, so Knupfer. Es könne also sein, dass das Gewerbegebiet noch etwas an Fläche einbüßen werde. Laut Bürgermeister Bubeck soll die Tangente in ihrer späteren Ausführung den Standards einer Landesstraße entsprechen, damit sie später in Landesbesitz übergehen könne.

Für Fußgänger und Radfahrer wird der Mittlerer Weg nach der Umsetzung des Bauvorhabens nicht mehr nutzbar sein. „Wir sind uns aber bewusst, dass die Wegeverbindung durchgängig erhalten bleiben sollte“, so Knupfer. Die Verkehrsteilnehmer würden aber einen Bogen um das künftige Firmengelände machen müssen.

Der Gemeinderat hat das Büro Lars Consult mit der Erstellung des Bebauungsplans beauftragt und die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen. Laut Kämmerer Holger Kuhn würde das Unternehmen Schneider Schirme gern Anfang 2020 mit der Baumaßnahme für die Erweiterung beginnen.

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