Schauspieler erzählen von Fausts Jugend

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 Die Schüler der Theater-AG des Mengener Gymnasiums proben im Bürgerhaus für ihr neues Theaterstück.
Die Schüler der Theater-AG des Mengener Gymnasiums proben im Bürgerhaus für ihr neues Theaterstück. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Die Theater-AG des Gymnasiums Mengen führt zum Schuljahresende wieder ein Stück auf: „F.A.u.s.T. – Furiose Abenteuer und sonderbare Träume“ bringen die jungen Schauspieler am Freitag, 28. Juni, im Bürgerhaus Ennetach ab 19.30 Uhr auf die Bühne. Die Besucher erwartet eine rasant-humorvolle Geschichte mit viel Musik, denn Chor und Musiker werden auch dabei sein.

Der alte Junker Rufus, inzwischen ein Stadtvogt, und der Wunderheiler Faust sind alte Widersacher. Einst hat Rufus die Großmutter von Faust der Hexerei bezichtigt, die Großmutter starb deswegen auf dem Scheiterhaufen. Krank liegt der unausstehliche Rufus nun darnieder, doch das hält ihn nicht davon ab, seine Umgebung herrisch und mit derben Worten herumzukommandieren.

Gelehrter als Vorlage für Figur

Faust tritt hinzu und gibt ihm Pillen, ist aber darum bemüht, seine Identität vor ihm geheim zu halten. „Lasst das Saufen und die Völlerei“, rät Faust dem Kranken – doch dieser erkennt ihn wieder. Und die alte Feindschaft ist sofort wieder da: Rufus verspricht Faust den Tod auf dem Scheiterhaufen, wenn er, Rufus, nicht mehr gesund werden sollte durch Fausts Medizin. Er ereifert sich immer mehr und verheißt Faust nichts Gutes. „Du fährst zur Hölle, Faust, ob ich gesunde oder nicht“, wütet er.

Diese und noch weitere Szenen haben die Schüler der Theater-AG kürzlich im Bürgerhaus Ennetach geprobt. Das Theaterstück, das die Schüler einüben, stammt von Kinderbuchautor Paul Maar und Regisseur Christian Schidlowsky. Die beiden beziehen sich auf die historische Figur Johann Faust, ein Gelehrter und Wunderheiler, der um 1480 im schwäbischen Knittlingen geboren wurde. Johann Wolfgang von Goethe wiederum hat sich bei seinen Faust-Stücken zuvor ebenfalls auf den Wunderheiler bezogen und eines der bekanntesten Werke der deutschen Literatur geschaffen: Doktor Faust lässt sich dabei auf einen Pakt mit dem Teufel ein.

Maars und Schidlowskys Theaterstück will den klassischen Stoff von Goethe jugendgerecht aufbereiten und erzählt von der Jugend von Faust: Wie er als Waisenkind bei der kräuterkundigen Großmutter aufwächst, betteln muss, von Mitschülern gequält wird, und trotzdem zum herumreisenden Wunderheiler und Gelehrten wird. Einige Rollen sind beim Theaterstück der Theater-AG doppelt besetzt.

Die Kinder- und Jugendzeit wird von jüngeren Schülern dargestellt, das Erwachsenen-Dasein dann von den älteren Schülern der Mittelstufe. Schüler der Klassenstufen sechs, sieben, acht und zehn spielen mit. Hintergrund für dieses Vorgehen ist auch, dass die Theater-AG Verstärkung benötigt.

Viele theaterbegeisterte Schüler sind inzwischen von der Schule abgegangen, in der aktuellen Oberstufe, also Klassenstufe elf und zwölf, gibt es keinen Theaterspieler. „Jetzt müssen wir etwas Nachwuchs heranziehen“, sagt Lehrerin Kalliopi Karra, Leiterin der Theater-AG. „Es sind von unserer letzten Theatersaison nur noch vier Leute da“, ergänzt Theatermentor Jakob Siegl mit Blick auf die letztjährige Besetzung. Der Zehntklässler spielt selbst auch mit, und als Theatermentoren unterstützen er und Jana Kuchelmeister die jüngeren Schüler, beispielsweise bei Aussprache-Übungen von schwierigen Textstellen.

Lehrerin Kalliopi Karra und Referendarin Chrisoula Koletti beobachten das Geschehen auf der Bühne genau. „Geh‘ näher an ihn heran“, „Und kuck‘ zum Publikum“, „Lauter, deutlicher“, gibt Kalliopi Karra Regieanweisungen. Musikalisch begleitet der Chor der Klasse 5a mit Chorleiterin Gisela Kacprzak das Theaterstück, auch ein Musiker-Ensemble mit Trompete, Klarinette, Altsaxofon und Akkordeon wird dabei sein. Die Kostüme stammen von der Kolpingbühne Meßkirch und den Theaterfreunden Günzkofen. Der Eintritt am Theaterabend ist frei, um Spenden wird gebeten.

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