Rotes Kreuz sammelt 815 Blutkonserven

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Beim Mengener DRK finden Ehrungen langjähriger Mitglieder statt.
Beim Mengener DRK finden Ehrungen langjähriger Mitglieder statt. (Foto: Vera Romeu)
Schwäbische Zeitung
Vera Romeu

Der DRK-Ortsverein hat bei seiner Jahresversammlung im Rettungszentrum auf das Jahr 2016 zurückgeblickt. Zur Versammlung waren Gaetano D’Angelo als stellvertretender Bürgermeister, Kämmerer Holger Kuhn sowie Stadträte und Vertreter der Feuerwehr gekommen. Vorsitzender Mathias Schultz dankte in seiner Begrüßung für die gute Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung und Feuerwehr und sprach nochmal über die Finanzierung der Einsätze (siehe Kasten).

Der Präsident des Kreisverbandes, Rolf Vögtle, war zur Versammlung gekommen. In seinem Bericht zeigte Bereitschaftsleiter Walter Boden auf, dass die Mitglieder auf örtlicher Ebene Sanitätsdienste bei Sportveranstaltungen, Feuerwehrwettkampf, Automobilslaloms und Holi-Festival geleistet haben. Es kommen überörtliche Einsätze bei Fasnetsveranstaltungen und der Saulgauer Fuchsjagd hinzu. Die neuen Vorschriften haben eine Überarbeitung der Ausrüstung mit sich gebracht: Das Zwei-Rucksack-System ist eingeführt worden. Acht Sets habe der Ortsverein erworben, jedes Set habe rund 800 Euro gekostet. Die Spenden aus der Straßensammlung 2016 seien dafür verwendet worden, so Boden. Die Ausbildungstruppe habe auch 2016 wieder viel geleistet, berichtete Boden. Es waren 20 Erste-Hilfe-Kurse, acht Erste-Hilfe-Trainings vor Ort, elf außerhalb, eine Sanitätsausbildung, ein Lehrgang „Leiten und Führen von Bereitschaften“.

Die Altkleidersammlung ist für den DRK-Ortsverein eine wichtige Einnahmequelle. 26 Tonnen haben die Mitglieder gesammelt, sortiert und zur Verwertung gefahren. Die vier Blutspendeaktionen sind erfolgreich gewesen: 878 Spender sind gekommen, 815 Blutkonserven wurden abgenommen. 25 ehrenamtliche Helfer haben dafür zusammengearbeitet.

Die Zahl der Einsätze als Helfer vor Ort lag bei 41. 25 waren es tagsüber, 16 nachts. Diesen Dienst leistet der DRK-Ortsverein im wöchentlichen Wechsel mit den Feuerwehrleuten, die unter dem Namen First Responder agieren. Es gebe weiterhin Probleme bei der Alarmierung, weil die Daten in den PC der Zentrale nicht richtig eingepflegt seien. Er gehe davon aus, dass es doppelt so viele Einsätze wären, wenn die Alarmierung korrekt funktionieren würde.

Die schnelle Einsatzgruppe (SEG) hat 19 Einsätze gehabt, 18 davon bei Bränden. Der Rettungswagen des Rettungsdienstes könne nicht über die gesamte Zeit der Brandbekämpfung vor Ort sein, so lösen die Ehrenamtlichen der SEG die Hauptamtlichen ab und bleiben bis zum Ende des Einsatzes vor Ort, um die Sicherheit der Feuerwehrleute zu gewährleisten.

Das Jugendrotkreuz ist mit 30 Mitgliedern, die in zwei Altersgruppen aufgeteilt sind, aktiv gewesen. Jasmin Weber berichtete von den wöchentlichen Übungsstunden und den Ausbildungslehrgängen. Patrick Zimmermann, Jennifer Schonle, Lisa Beck, Rene Vöhringer und sie haben die Sanitäter-Ausbildung absolviert.

Finanziell ausgeglichenes Jahr

Schatzmeister Joachim Geiger berichtete von den Einnahmen und Ausgaben und konnte ein finanziell ausgeglichenes Jahr vorweisen. Vorsitzender Schultz kündigte an, dass der Ortsverein in zwei Jahren ein Fahrzeug für die Einsätze als Helfer vor Ort anschaffen werden müsse. Am Ende der Versammlung zeigte Gabriel Reiner die alten handschriftlichen Protokoll- und Archivbücher, die er aufbereitet habe. Die Einträge von Karl Fürst beginnen am 18. Januar 1955. Nun sei jedem Interessierten die Geschichte des DRK-Ortsvereins leichter zugänglich, sagte er.

Unter der Leitung von Kreisverbandspräsident Rolf Vögtle wählten die Mitglieder Walter Boden einstimmig in die Vorstandschaft. Neu sind die Kassenprüfer Christian Sauter und Bernhard Schaudt. Alexandra Warne ehrte und würdigte die Arbeit langjähriger Mitglieder: Helmut Boden und Johanna Teufel sind seit 55 Jahren Mitglieder des DRK-Ortsvereins, Hans Ulrich Siebenrock seit 50 Jahren, Horst Haile seit 35 Jahren, Iris Rieger seit 30 Jahren, die Ärzte Jürgen Selbherr seit 25 Jahren und Joachim Stark-Frick seit zehn Jahren.

Vorsitzender Mathias Schultz nutzte die Jahresversammlung, um auf den Artikel in der „Schwäbischen Zeitung“ Bezug zu nehmen. Der Titel sei etwas überspitzt worden. Er fordere nicht, dass der DRK-Ortsverein mit der Feuerwehr gleichgestellt werde und dankte Bürgermeister Stefan Bubeck für die vorbildliche Unterstützung der Stadt. Dennoch sei es so, dass der Gesetzgeber den Standard und die Anforderungen gehoben habe, ohne die Finanzierung zu sichern: „Wer auf der untersten Ebene die Kosten dafür trägt, das lässt der Gesetzgeber leider offen“, sagte Vorsitzender Schultz. Hier haben es die als Verein organisierten Hilfsorganisationen sicher schwerer, da sie die Gelder zur Finanzierung ihrer Aufgaben selbst bereitstellen. „Ähnliches gilt für die Einsätze, die wir gemeinsam mit er Feuerwehr bewältigen. Auch hier gibt es Unterschiede. Zum Beispiel hat ein DRK-Mitglied keinen Anspruch auf Freistellung vom Arbeitgeber. Es gibt auch keinen Ersatz für einen Lohnausfall. Und das DRK muss seine Einsatzkräfte selbst versichern“, betonte er. Allerdings sei es nicht Aufgabe der Kommune: Hier ist das Land gefragt. „Vielleicht können wir genau hier die Unterstützung unserer Stadt Mengen gut gebrauchen.“

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