Römer am Trögebach: Archäologen bergen antike Konstruktion

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 In der Baugrube am Trögebach sind bei einer Grabung diese Holzpfähle freigelegt worden.
In der Baugrube am Trögebach sind bei einer Grabung diese Holzpfähle freigelegt worden. (Foto: Christoph Schwarzer/RP Stuttgart)
Schwäbische Zeitung

Betrieben schon die Römer Fischfang beim Trögebach? Wie aus einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart hervorgeht, haben Archäologen in Ennetach binnen weniger Tage eine mutmaßliche Reusenkonstruktion aus der Römerzeit geborgen.

Nicht schlecht staunte ein hiesiger Bauunternehmer, als er Mitte Mai beim Aushub einer Baugrube im Baugebiet beim Trögebach in Mengen-Ennetach (Landkreis Sigmaringen) in drei Meter Tiefe sehr gut erhaltene Hölzer vorfand. Da in der Nähe eine römische Zivilsiedlung nachweisbar ist, lag die Vermutung nahe, dass es sich um archäologisches Kulturgut handelt.

Der Bauunternehmer unterbrach die Aushubarbeiten und informierte umgehend das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, sodass bereits zwei Tage später ein Grabungsteam mit der Bergung und Dokumentation der archäologischen Befunde beginnen konnte.

Offenbar verlief in Nord-Südrichtung ein ehemaliger Bachlauf durch die Baugrube. Ob es sich um einen Altarm der Ablach oder des Trögebachs handelt, ist wegen des geringen erfassten Ausschnitts nicht zu beurteilen. In diesem Bachlauf waren diverse Hölzer einer Holzaussteifung verbunden mit Resten von Flechtwerkmatten erhalten.

„Nach vorläufiger Erkenntnis könnte es sich um eine Reusenkonstruktion zum Fischfang aus römischer Zeit handeln“, sagt Klaus-Dieter Dollhopf, Grabungstechniker beim Landes-amt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart.

Die geborgenen Beifunde – zum Beispiel Terra Sigillata-Geschirr und eine Münze – sprechen für diese Zeitstellung; genauere Daten sind nach Auswertung der verprobten Hölzer durch eine sogenannte dendrochronologische Untersuchung, eine Datierungsmethode mittels Jahrringmes-sung, gegen Ende des Jahres zu erwarten.

Die dendrochronologische Untersuchung erfolgt im Labor der Landesdenkmalpflege in Hemmenhofen. Die Dokumentation vor Ort durch das Grabungsteam dauerte drei Tage, danach konnte der weitere Aushub erfolgen.

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