Prämierter Most schmeckt gleich doppelt so gut

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 Am Ausschank ist man über den ersten Preis für den Besten Most der Region stolz.
Am Ausschank ist man über den ersten Preis für den Besten Most der Region stolz. (Foto: Vera Romeu)
vr

Der Obst- und Gartenbauverein Mengen hat ein wunderbares Mostfest im Lehrgarten auf dem Zeilhag gefeiert. Gefeiert wurde auch die begehrte Auszeichnung, die der Verein im März dieses Jahres errungen hat: nämlich den erste Preis für den besten Most.

Der Wettbewerb fand in Sigmaringendorf statt. Der Mengener Vorsitzende Josef Weiler war mit dem Most, den er aus dem Obst des Lehrgartens gemacht hatte, ins Rennen gegangen. Farbe, Geruch und Geschmack wurden von einer Jury bewertet. Der Most war der beste und errang den „Goldenen Birnenhaken“. Josef Weiler darf ein Jahr lang den Titel des „amtierenden Mostkönigs“ führen. Der goldene Haken lag in einer schönen Holzschachtel gleich am Eingang des Zeltes, sodass er den Besuchern gleich ins Auge fiel. Den prämierten Most konnten die Besucher dann gleich probieren.

Die Vereinsmitglieder hatten sich mit dem Aufbau der Zelte, Tische, Theken sehr viel Arbeit gemacht. Eine sehr schöne Dekoration mit Gläsern, Blumen und Spitzen zierte die Tische. Schon um 11 Uhr kamen die ersten Gäste, die zu Mittag essen wollten. Die Küche des Obst- und Gartenbauvereins ist bekannt und beliebt. Es war herrlich, bei hochsommerlichem Wetter unter den weißen Zeltdächern oder im Schatten der hohen Apfelbäume zu sitzen.

Die Vereinsmitglieder waren exzellente Gastgeber. Vorsitzender Josef Weiler empfing die vielen Leute, grüßte jeden und freute sich sichtlich über den Besuch. Immer wieder kamen Vertreter der Obst- und Gartenbauvereine aus den umliegenden Gemeinden. Es ist guter Brauch, dass man einander besucht.

Die vielen Vereinsmitglieder standen am Ausschank, in der Küche, beim Kuchenregal und arbeiteten zügig. Die Bedienungen mussten sich ganz schön sputen. Kaum war ein Tisch frei geworden, setzten sich die nächsten Gäste hin. Die Bestellungen wurden aufgegeben, das Essen und die Getränke schnell gebracht. „Gisela Hartberger organisiert das große Arbeitsteam und ihren Einsatz. Das funktioniert immer sehr gut“, lobte Weiler. Den Aufbau hat er wie jedes Jahr koordiniert und lobte die rund 30 Mitglieder, die zwei Tage vor dem Mostfest schon im Einsatz waren.

Ein Gang mit Josef Weiler durch den Garten ist immer sehr lehrreich. In diesem Jahr gibt es weniger Obst. Am ehesten noch tragen die Birnbäume gut. Die Apfelbäume tragen gerade so viele Äpfel, dass es den Vereinsmitgliedern reichen werde. „Es wird weniger Arbeit sein. 2018 war ein außerordentlich ertragreiches Jahr“, so Weiler. Mit dem geernteten Obst wird Apfelsaft gepresst und Most gemacht. Die Mitglieder können ihren Vorrat an Tafelobst pflücken.

Auf die Frage, ob man im Garten den Klimawandel spüre, antwortete Josef Weiler: „An manchen Bäumen meint man es sehen zu können. Auch ist der schnelle Wechsel der extremen Hitzetage und der starken Abkühlungen sonderbar.“ Manche Bäume haben ganz wenig Blattwerk. Ob es am Wassermangel im Untergrund liegt oder an den extremen Schwankungen der Witterung, vermag er nicht genau zusagen. Doch ist der Lehrgarten eine biologisch bewirtschaftete Fläche, sodass er die Natur machen lässt. „Wir spritzen und düngen nicht, um solche Probleme auszugleichen“, betonte er.

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