Plastikwaffe: 19-Jähriger löst Großeinsatz aus

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Weil er eine Anscheinwaffe dabei hat, löst ein 19-Jähriger einen Großeinsatz aus.
Weil er eine Anscheinwaffe dabei hat, löst ein 19-Jähriger einen Großeinsatz aus. (Foto: dpa)

Einen Großeinsatz der Polizei hat ein 19-Jähriger am Dienstagabend am Bahnhof in Mengen ausgelöst. Er war von anderen Zuggästen schlafend in einem Waggon eines Regionalzugs gesehen worden und sollte eine Maschinenpistole bei sich haben. Nachdem die Einsatzkräfte den jungen Mann überwältigt hatten, stellte sich heraus, dass es sich bei der Waffe um einen Plastiknachbau handelte.

Als der Regionalexpress, der von Ulm nach Sigmaringen unterwegs war, am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr in Mengener Bahnhof hält, machen Fahrgäste eine beängstigende Entdeckung: In einem Waggon schläft ein junger Mann, der eine Maschinenpistole bei sich hat. „Die Fahrgäste haben dem Triebfahrzeugführer Bescheid gegeben und dieser hat – nachdem er sich selbst von der Tatsache überzeugt hatte – seine Fahrdienstleitung und die Bahnpolizei verständigt“, sagt Christian Werle, Pressesprecher der Bundespolizei in Konstanz.

Während sich rund 50 Einsatzkräfte der Polizei Baden-Württemberg, der Bundespolizei und Spezialeinheiten auf den Weg nach Mengen machten, bewegte der Triebfahrzeugführer die noch im Zug befindlichen Menschen die restlichen Waggons zu verlassen. Die ersten Polizisten waren bereits eingetroffen und brachten die Menschen aus dem mittlerweile abgesperrten Gefahrenbereich des Bahnhofs. „In solchen Situationen läuft der Einsatz gestaffelt ab“, erklärt Werle. „Zunächst einmal hat es oberste Priorität, die Leute in Sicherheit zu bringen.“

Unmittelbar danach sei es den vor Ort eingesetzten Polizeibeamten gelungen, den schlafenden jungen Mann zu überwältigen. Er leistete dabei keinerlei Widerstand, stand aber augenscheinlich unter Alkoholeinfluss. Die beschriebene Maschinenpistole, die durch die Beamten sichergestellt werden konnte, entpuppte sich als eine sogenannte Anscheinwaffe, den Plastiknachbau eines Sturmgewehrs. „Das Mitführen solcher Nachbauten, die von anderen Menschen für echt gehalten werden können, ist laut Paragraf 42a des Waffengesetzes verboten“, sagt Thomas Straub, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz. Weitere Ermittlungen wegen Verstöße gegen dieses Gesetz seien eingeleitet worden. Woher der junge Mann kommt, wollte der Sprecher auf Nachfrage nicht mitteilen, was er mit dem Alter des Mannes begründete.

Wie viele der 50 alarmierten Einsatzkräfte am Ende tatsächlich an der Überwältigung des 19-Jährigen beteiligt waren, können beide Sprecher nicht mit Bestimmtheit sagen. Unter Umständen sind einige von ihnen noch auf der Anfahrt von Ausgang des Einsatzes informiert worden und wieder umgekehrt. Der Regionalexpress wurde noch bis 0.30 Uhr auf Gleis 2 im Bahnhof festgehalten. „Infolge dieses Einsatzes haben sich insgesamt fünf nachfolgende Züge um insgesamt 268 Minuten verspätet“, sagt Werle von der Bundespolizei.

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