Musikalisches Geschenk zur Adventszeit

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 Der Kirchenchor Ennetach unter der Leitung von Waltraud Marschall (rechts) erhält beim Konzert Unterstützung von Solisten.
Der Kirchenchor Ennetach unter der Leitung von Waltraud Marschall (rechts) erhält beim Konzert Unterstützung von Solisten. (Foto: Vera Romeu)
Vera Romeu

Mit einem wunderbaren Konzert hat der Kirchenchor Ennetach unter der Leitung von Waltraud Marschall den ersten Advent gefeiert. Die Stimmen der Solisten, das Orgelspiel und das Streichensemble machten das Adventssingen zu einem Erlebnis für die Zuhörer. Viele Christen freuten sich auf diesen musikalisch geprägten Auftakt der Adventszeit.

Die St. Cornelius und Cyprian Kirche war voll besetzt. Pfarrer Stefan Einsiedler begrüßte die vielen Christen mit Gedanken und Empfehlungen zum Advent – den Advent leben, die Sinne öffnen – hellwach, wie mitten in der Nacht, das adventlichen Rauschen wahrnehmen und vor allem den Advent nicht abkürzen, sondern ausbuchstabieren. Er dankte der Chorleiterin, dem Kirchenchor und allen Musikern für das musikalische Geschenk.

Und es war tatsächlich ein großes Geschenk. Chorleiterin Waltraud Marschall hatte das Programm gekonnt und abwechslungsreich gestaltet. Mit feinem Gespür wechselte sie zwischen adventlichen Chorsätzen für den Chor, Orgelsoli, Duett und dem Höhenpunkt der Missa brevis in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart mit Solo-Stimmen, Chor, Orgel und Streicher. Am Ende des Konzerts ließ Marschall die ganze Kirche zusammen das adventliche „Tauet Himmel“ singen. Dabei spürte man die große Freude, die sie durch das Konzert im Publikum entfacht hatte. Die Kirche wurde erfüllt von den vielen Stimmen und verwandelte sich zu einem klangvollen Resonanzboden der Herzen.

Zeitgenössische Komponisten

Der Chor hat unter der Leitung von Waltraud Marschall und ihrer Probekultur an Souveränität gewonnen. Durch die zusätzliche Unterstützung von Projektsängern klang der Kirchenchor groß und nuanciert. Der erste Block mit vier adventlichen Chorsätzen von zeitgenössischen Komponisten sang der Chor unten. Nach dem prachtvollen Auftakt des Adventsrufs wurde es leiser und besinnlich. Die modernen Chorsätze wurden mit großer Überzeugung gesungen. Schöne Transparenz und getragene Tempi machten das Hören zu einem wahren Genuss.

Nachdem der Chor auf die Empore gestiegen war, spielte Organist Thomas Rapp die „Cantilene F-Dur“ von Josef Gabriel Rheinberger. Mit eindrucksvoller Ruhe entfaltete sich das verheißungsvolle Lied. Die samtige Registrierung betonte das Dunkle und die Stille.

Chor und Orgel boten das „Alma redemptoris mater“ von Rheinberger und das „Uni Caritas et amor“ von Audrey Snyder in schönem Wohlklang. Dazwischen ließ Marschall die Solistinnen Viktoria Matt (Sopran) und Rebecca Sugg (Alt) das „Ave Maria“ von Antonio Diabelli in Begleitung der Orgel singen. Die ausgebildeten Stimmen entfalteten warme Emotionen.

Andachtsvoller Part

Die Mozart-Messe wurde von der Orgel und dem Streichensemble mit Mozarts „Kirchensonate in C-Dur“ voller Glanz und Leichtigkeit eingeführt. Diese Art Präludium unterstrich die Festlichkeit des ersten Advents. Organist Rapp gestaltete klangreich und hell den anspruchsvollen Orgelpart. Die Streicher strahlten wundervoll.

Souverän gestalteten die Solisten Viktoria Matt, Rebecca Sugg, Daniel Ostermaier (Tenor) und Alexander Ott (Bass) zusammen mit Chor und Instrumentalisten die Missa brevis in C-Dur. Das bewegte „Kyrie“ hatte einen betonten appellativen Charakter. Festlich erklang das „Gloria“. Gottes Heiligkeit wurde im „Sanctus“ mit tiefer Frömmigkeit gepriesen. Andachtsvoll sangen die Solisten ihren Part im „Benedictus“. Eindringlich flehte der Chor um den Frieden im „Agnus Dei“. Die Messe wurde mit dem festlichen „Laudate populi“ von Michael Haydn gekrönt. Die Fülle der Chorstimme, die Beschwingten Solostimmen, Orgel und Streicher verbanden sich zu einem großartigen Schlussakkord.

Nachdem die Glocken geläutet hatten, fiel der jubelnde Applaus. Nach so viel großer Musik ließ sich das Publikum zu einem gewaltigen und emotionalen Singen mitreißen: „Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab“ erklang aus vollem Herzen. Dieser erste Advent wird unvergessen sein.

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