Mit „Startklar“ beginnt neue Dimension der Berufsorientierung

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Die Achtklässler erhalten ihre Startklar-Mappen fürs Praktikum.
Die Achtklässler erhalten ihre Startklar-Mappen fürs Praktikum. (Foto: Stadt)
Schwäbische Zeitung

Das Projekt „Startklar“ der Mengener Sonnenlugerschule und der Realschule im Schülerhaus auf dem Sonnenluger vorgestellt worden. Rektor Joachim Wolf von der Sonnenlugerschule Mengen präsentierte den interessierten Schülern mit Stefan Feuerstein von der Arbeitsagentur das innovative Projekt, das von den Schulen gemeinsam mit der projektbegleitenden Agentur Marco Consulting in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet wurde. „Die Mengener Schulen setzen damit einen Meilenstein in der Weiterentwicklung der Berufsorientierung der Schüler weit über die Region hinaus“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung.

Ideen- und Impulsgeber für das Projekt waren Joachim Wolf und Thomas Hegele von der Sonnenlugerschule in Mengen sowie Mechtild Kniele, Schulleiterin der Realschule. Nach acht erfolgreichen Jahren, in denen die Girls’ Day Akademie gemeinsam am Standort Sonnenluger umgesetzt wurde, war es an der Zeit die Idee weiterzuentwickeln und künftig alle Schülern entsprechend ihrer Neigungen und Talente bei der Wahl des für sie „richtigen“ Berufsfelds zu unterstützen. Bei der Girls’ Day Akademie war dies den technikaffinen Mädchen vorbehalten.

Kompetenzprofil als Grundlage

Grundlage von „Startklar“ ist dabei ein individuelles Kompetenzprofil, das von und mit jedem Achtklässler durchgeführt wird und die vier übergeordneten Kompetenzfelder Sozialkompetenz, Methodenkompetenz, persönliche Kompetenz und die berufsspezifische Kompetenz erfasst. Darauf aufbauend wird der Schüler einem Neigungsfeld zugeordnet. Diese unterteilen sich in technische Berufe, soziale Berufe und kaufmännische Berufe. In diesen Bereichen können dann drei- oder viermonatige Praktika, jeweils am Dienstagnachmittag, in den Betrieben und Einrichtungen in der Region absolviert werden. Dadurch ergeben sich für die Schüler und die Unternehmen laut Pressemitteilung herausragende Chancen: „Die Praktikanten werden in ihrem Stärkenbereich weiter gefördert und durch das zu erwartende positive Feedback wird ihre Bereitschaft gestärkt, sich aktiv in den eigenen Berufswahlprozess einzubringen. Beteiligte Betriebe erhalten durch das frühzeitige Kennenlernen geeigneter Jugendlicher eine wertvolle Unterstützung beim zunehmend schwieriger werdenden Prozess der Azubi-Akquise.“

Spannend war für die Projektinitiatoren die Resonanz der Unternehmen auf das Projekt. Um den Schülern eine praxisbezogene Berufsorientierung bieten zu können, ist eine starke Verzahnung mit den Partnern aus Industrie, Wirtschaft, Handel und sozialen Feldern wichtig. Somit bringt die Teilnahme am Projekt für die Unternehmen auch konkrete Aufgaben mit sich. Die Praktikanten müssen betreut und angeleitet werden, zudem sollten die Fahrtkosten zum Arbeitsort, sofern welche anfallen, für die Schüler übernommen werden.

Die Resonanz war nach anfänglicher Aufklärungsarbeit hervorragend: Mehr als 20 Betriebe und Einrichtungen sind dabei und betreuen gemeinsam mehr als 70 Schüler beider Schulen. Ausgerüstet mit einem Praktikumsordner und einem ausführlichen Berichtsheft, in dem die Schüler ihr Praktikum lückenlos für die Unternehmen, die Schulen und die Eltern dokumentieren und in dem auch die Pflichten und Regeln festgehalten sind, geht die Vorbereitung in dieser Woche in die letzte Phase, bevor dann am Dienstag der erste Nachmittag in den Unternehmen anstand.

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