Michael Sommer will Deutscher Meister werden

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Schwäbische Zeitung
Vera Romeu

Ab Montag ringen 72 Männer und eine Frau um den Sieg: Sie wollen deutsche Meister im Segelflug werden. Am Sonntag fand das Pflichtraining statt. Ab heute beginnen die eigentlichen Wettbewerbsflüge. Beim Fest zum Auftakt auf dem Rathausplatz erfuhren die Besucher anhand kurzer Interviews, was Manschen am Segelflug reizt.

Einer davon ist Michael Sommer, er ist gekommen, um zu gewinnen. Er verteidigt den Titel, als deutscher Meister will er sich in Mengen für die Weltmeisterschaften qualifizieren, die im kommenden Jahr in Polen stattfinden. Er ist schon mehrfacher Weltmeister. Zwei Wochen lang wohnt er mit Familie im Flughafenhotel und freut sich auf gute Thermik. Er fliegt seit er 14 Jahre alt ist. Das habe sich über einen Kollegen seines Vaters so ergeben, Luftfahrt habe ihn schon früh interessiert, berichtet Sommer. Beruflich war er in den vergangenen Jahren in Australien und Schanghai für Continental sehr eingespannt. Zum Fliegen ist er immer in die Heimat zurück gekommen. Fliegen ist die beste Entspannung: „Da ist alles weg. Da gib es kein Handy“, erklärt Sommer. Beim Fliegen denkt man nichts anderes als das Fliegen, trifft seine Entscheidung, ist konzentriert auf das, was kommt. Fliegen ist ein komplexer Sport. Das Wichtigste für ihn ist der Spaß am Fliegen und dieser Tage das Ziel Nummer eins, sich für die Weltmeisterschaften in Polen qualifizieren.

Der Auftakt der Meisterschaften war ein gelungenes Fest auf dem Rathausplatz. Ein Segelflugzeug lag zur Schau mitten im Geschehen. Es war sehr von Jugendlichen Umringt, die sich hinein setzen durften. Die Saxophonisten der Jugendmusikschule unterhielten die vielen Gäste. An langen Biertischen wurde viel gelacht. Die Stimmung war bei hochsommerlichem Wetter bestens. Zum 14. Mal finden die deutschen Segelflugmeisterschaften in Mengen statt, die Ravensburger Luftsportgruppe richten sie aus. Bürgermeister Stefan Bubeck hieß das Veranstalterteam, die Teilnehmer und Gäste willkommen.

Wettbewerbsleiter Peter Knoll erklärte, der Mengener Flugplatz sei sehr gut und die die nahe Schwäbische Alb ein Thermikparadies. Zwei Wochen lang, werden die Segelflugzeuge jedes Mal, wenn das Wetter stimmt, starten. Erlan Lorenzen, der Meteorologe des Wettbewerbs, spielt eine Schlüsselrolle. Knoll zeigte sich zuversichtlich gute Wettbewerbstage vor sich zu haben, in Mengen ist um diese Jahreszeit das Wetter relativ sicher, sagte er.

Der Wettbewerb wurde vom Präsident des baden-württembergischen Luftfahrtverbands und Jurymitglied, Alfred Gai, offiziell eröffnet. Er bat die Teilnehmer um Fairness und darum, die Sicherheit an oberste Stelle zu setzten und nicht wegen einem Punkt sich oder andere zu gefährden.

Sportleiter Hans-Peter Mayer stellte in ganz kurzen Interviews ein paar Teilnehmer vor. Aus Österreich sind Franz-Josef und Sebastian Eder – Vater und Sohn – gekommen. Sie fliegen gegeneinander, wie das denn sei, wollte Mayer wissen. „Das sind die schönsten Niederlagen!“, sagte Franz-Josef Eder. Der älteste Pilot ist Horst-Jürgen Kuhnt gebürtig aus Schleswig-Holstein, wohnhaft in Hessen. Warum er in Süden gekommen sei, wollte Mayer wissen. Mit 17 Jahren habe er das Fliegen gelernt, besser gesagt das Starten und Landen, weil im Norden kaum geflogen werden kann. „Ich bin ein Wetterflüchtling“, sagte Kuhnt. Er habe sich für Hessen entschieden, es hätte auch Schwaben sein können, weil er einen Onkel und eine Tante hier hatte. Doch des Onkels Sprache verstand er nicht und die Spätzle der Tante mochte er nicht so. das Publikum lachte herzlich. Unter den Wettbewerbsteilnehmer gibt eine Frau: Nathalie Lübben. Wie es ihr dabei ginge?, fragte Mayer. „Genauso wie den Jungs. Das ist das Angenehme, dass es in Mengen nicht so herausgehoben werde, dass sie ein Frau sei. „Unter den Männern fällt Nathalie nicht auf“, sagte Mayer und provozierte schallendes Lachen beim Publikum. Der Teilnehmer Uli Schwenk erklärte, was für ihn der Menegner Flugplatz ausmacht: Die Luftmassengrenzen, die sich an der Donau entlang bilden. Man kann sich zwischen Isny und Stuttgart bewegen.

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