Marie Antoinette kehrt zurück in die Fuhrmannsstadt

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Ewald Reichle (rechts) steht als Autor und Regisseur gemeinsam mit Regieassistent Martin Klawitter (links) hinter dem historisch (Foto: Sabine Herforth)
Schwäbische Zeitung
Sabine Herforth

Ewald Reichle holt die einstige Königin von Frankreich zurück in die Fuhrmannsstadt – für ein Freilichtspiel vor dem Rathaus. Auch 2013 wird für Mengen ein Jahr der Superlative: Der erste Bauabschnitt zur Neugestaltung der Innenstadt soll fertig gestellt werden, daran schließen sich direkt die Heimattage – für die seit Monaten die Vorbereitungen laufen – an. In das kleine Zeitfenster dazwischen fügen sich Ewald Reichle und Martin Klawitter mit einem weiteren Projekt, das in seiner Art einmalig bleiben wird, ein. Gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Bubeck stellten sie das Theaterprojekt gestern im Rathaus vor.

Sowohl Ewald Reichle, der lange Konrektor der Grundschule war, als auch Martin Klawitter, viele Jahre Stadtrat, seien keine unbekannten Gesichter in Mengen und der Stadt verbunden, betonte Bürgermeister Bubeck. „Beide haben eine sehr kreative Ader“, hätten sie sich gern dem Projekt angenommen, das in fünf Aufführungen gipfeln soll. Der geschichtliche Bezug Marie Antoinettes zur Stadt soll dabei als Grundlage dienen. 243 Jahre nachdem sie das erste Mal durch Mengen reiste, besucht sie die Fuhrmannstadt erneut.

Wie das aussehen soll, davon hat Autor und Regisseur des Stücks, Ewald Reichle, bereits ein recht genaues Bild im Kopf. Viele Ideen sprudeln aus ihm heraus.

In dem Stück öffnet er das Zeitfenster zu Zeiten der Kaiserin Maria Theresia. Neben dem geschichtlichen Kontext – die Reise der 14-jährigen Marie Antoinette von Wien nach Paris – bietet ein Füllhorn amüsanter Begebenheiten Einblicke in das Mengener Bürgerleben. Eine ans Herz gehende Liebesgeschichte fehlt in dem Stück ebenfalls nicht.

„Ich will viele Leute zum Lachen bringen, aber ich will sie auch zum Weinen bringen“, soll das Stück keine bitterernste Geschichtsaufbereitung werden. „Die Bürger sollen sich mit der Stadtgeschichte beschäftigen und identifizieren können“, solle das Stück die Geschichte der Fuhrmannstadt neu beleben, so Bubeck.

Die Stadt als Veranstalter des Theaterstücks steht auch finanziell hinter dem Projekt, dessen Obergrenze bei 50000 Euro angesetzt wurde. „Wir sind alle begeistert von dem Projekt“, lobt Bürgermeister Bubeck. Er sei zuversichtlich, dass das Projekt kein Geldproblem bekommen wird. In verschiedenen Theaterprojekten – unter anderem führte er 1999 in seiner Heimatgemeinde Ostrach „Abt Robert von Salem“ und 2008 „D’Schwede und dr Hergott vo Sulge“ in Bad Saulgau auf – habe Ewald Reichle bereits bewiesen, dass mit Sponsoring und Einnahmen ein Großteil der Finanzierung bestritten werden kann.

Der Bürgermeister und Gemeinderat hätten sich so viel Mühe gemacht, mehrere Millionen Euro in die Hand genommen, um Marie Antoinette den Weg durch Mengen zu ebnen, scherzt Reichle. Denn ohne die Baumaßnahmen wäre das Theaterstück in dieser Weise gar nicht denkbar. Die Baustelle, die sich während der Neugestaltung der Innenstadt, durch Mengen zieht ist für die Fuhrmannsstadt ein noch nicht dagewesenes Projekt, das einmalige Chancen mit sich bringt. „Wir werden nie mehr danach die Möglichkeit haben, so eine Tribüne aufzubauen. Das ist eine einmalige Gelegenheit“, bieten die baulichen Umstände der Neugestaltung den Platz für die beachtliche Tribüne, die Ende Juni nächstes Jahr 600 Zuschauern Platz bieten soll. „Das ist schon eine aufregende Sache“, gibt Reichle zu.

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