London, Mengen, Sibirien

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 Jamie Saldanha arbeitet derzeit als Fremdsprachenassistent am Gymnasium.
Jamie Saldanha arbeitet derzeit als Fremdsprachenassistent am Gymnasium. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Der bald anstehende Abschied fällt Jamie Saldanha nicht leicht: Seit September arbeitet er als Fremdsprachenassistent am Gymnasium Mengen – und er hat sich in dieser Zeit gut in der Region eingelebt. Der 21-jährige Brite studiert Deutsch und Russisch, sein nächster Auslandsaufenthalt wird Sibirien sein.

„Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagt Jamie Saldanha. „Die Landschaft ist wunderschön.“ Auch zwischenmenschlich stimmt es. Gleich von Anfang an seien ihm die Menschen offen begegnet, man habe ihm das Gefühl vermittelt, herzlich willkommen zu sein. Der Abschied – Mitte Februar verlässt Jamie Saldanha die Region wieder – falle ihm da nicht leicht. „Ich würde gerne länger bleiben.“ Bis etwa zum Jahreswechsel wohnte er in Rulfingen, jetzt in Sigmaringen. Ab Mitte Februar geht es dann an eine Universität nach Sibirien/Russland.

Deutsch hatte Jamie Saldanha, der aus London stammt, schon in der Schule. Und schon da hat ihm die Sprache gefallen. Deutsch sei, genauso wie Russisch, eine wunderschöne Sprache, findet Saldanha. Auch seien die deutsche und die russische Kultur „reich“, im Sinne von vielfältig. „Ich liebe Musik“, sagt Saldanha, der sehr gut Deutsch spricht und offiziell James mit Vornamen heißt. „Und mein Lieblingskomponist ist Bach.“ Dass ihn sein Weg nach Mengen ans Gymnasium geführt hat, hat auch etwas mit dem Radio-Nachrichtenprogramm SWR Info zu tun – das hörte Saldanha in seiner Heimat. Für ihn war daher klar, dass er bei seinem Deutschland-Aufenthalt im Rahmen seines Studiums am liebsten nach Baden-Württemberg gehen würde. Sein Wunsch ging in Erfüllung, er wurde an das Gymnasium Mengen vermittelt.

Gute Englischkenntnisse

Hier ist er vier Tage die Woche als Fremdsprachenassistent tätig. Seine Hauptaufgabe sei dabei, mit Schülern der Oberstufe für deren mündliche Abitur-Englischprüfung zu üben. Die Englischkenntnisse seiner Schüler hält er für überaus gut. Manche der Schüler würden Englisch sogar unglaublich fließend sprechen. „Ich bin immer wieder beeindruckt von den Schülern“, erzählt er von seiner Arbeit an der Schule. Auch seien die Schüler nicht nur schlau, sondern auch höflich.

Auch wenn ihm die Arbeit am Gymnasium sehr gefällt, Lehrer wolle er eher nicht werden. Was er einmal beruflich machen möchte, ist noch offen. „Das habe ich noch nicht entschieden“, sagt Saldanha. Vorstellen kann er sich beispielsweise eine Tätigkeit für die britische Regierung, zum Beispiel in der Diplomatie. Sein Heimatland steht unterdessen unmittelbar vor dem Ausstieg aus der Europäischen Union. Er hätte gewünscht, dass Großbritannien EU-Mitglied bleibt, sagt Saldanha. Doch jetzt sei es so entschieden.

Der Aufenthalt in Deutschland ist nicht sein erster Auslandsaufenthalt. Gleich nach der Schule verbrachte er ein Jahr in Italien und lernte Italienisch. Grundkenntnisse habe er zudem noch in Tschechisch. Und auch nach seinem Studium wolle er noch andere Länder und deren Sprachen kennenlernen. Schwierig ist es allerdings mit dem Schwäbisch. Insbesondere, wenn jemand den Dialekt „breit“ spricht. „Ich mag Schwäbisch, ich finde es sehr schön. Doch manchmal verstehe ich nur Bahnhof“, sagt er lachend.

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